Gefühle- fühlen...

 

Darf man sich freuen?Darf man traurig sein? Darf man wütend sein? Darf man es als ungerecht empfinden, systematisch gespaltenen geworden zu sein?                                                                                                                                                   

WUT, ich hasse SIE warum tun die Kindern so weh?? Ich hasse Menschen die Kindern weh tun um sie "zu erziehen".

Es fühlt sich toll an, nicht mehr alleine zu sein. Gemeinsam erfahren viele zum ersten Mal, dass wir Gefühle zulassen und zeigen dürfen. Manche Personen lernen überhaupt erst, dass sie verschiedene Emotionen haben und oft ist erst mal nicht klar welche Empfindung wozu passt. Auf der anderen Seite kommt es bei Vielen zum Überflutet werden mit Gefühlen und dazugehörigen Erinnerungen aus der Vergangenheit. Das belastet das Thema fühlen….

Verschiedenste Meinungen zum Thema Gefühle von verschieden Persönlichkeiten der Sonnenblumen und Schmetterlinge:

  • „Ich will fühlen lernen aber ich weiß nicht wie das geht ohne das es wehtut“
  • Eine Jugendliche schreibt:  „Das ist so ein Thema für sich. Gefühle ja-Gefühle nein- beides hat Vorteile. Früher dachte ich immer Gefühle sind überflüssig und man braucht sie nicht. Heute sehe ich das schon ein bisschen anders. Wenn man jemanden richtig mag so wie ich meine Chatpartnerin, das geht doch ohne Gefühle dann gar nicht.“
  • „Gefühle vor allem wenn man träumt find ich voll fies“
  • „ Gefühle machen nur Probleme“
  • „Gefühle haben bestimmt einen Sinn aber ich habe noch nicht rausgefunden welchen…“
  • „Viele Persönlichkeiten haben das wegdissoziieren von Gefühlen gebraucht, um überleben zu können.“
  • Eine andere Jugendliche: „Wozu braucht man das? Nervt nur und macht Arbeit wenn jemand wieder Angst hat etc.“
  • P- Mädchen: „Braucht man nicht, weil s kein Geld gibt“ (= kann man nicht verkaufen)
  • „Man darf sich von seinen Emotionen nicht leiten lassen… „
  • „Gefühle sind nicht objektiv und deshalb nicht nützlich oder gestattet.“
  • Gefühle sind mir egal: Ich sag nur Kinder und Frauenquäler im Namen einer „Pseudo Religion“

wird fortgesetzt...

 

Schmerz:

Eine Jugendliche, die wütend ist dass das andere System Schmerzen hat.

Ich will dich nicht!                                                                                                                                               Ich will nicht dass du da bist!                                                                                                                             Ich will nicht dass du so gemein zu den Sonnenblumen bist                                                                     Schmerz. Was haben dir die Sonnenblumen bloß getan?                                                                          Warum bist du so grausam?                                                                                                                       Haben wir nicht „genug“ was das Leben schwer macht?                                                                                    Ich will dich nicht!!!                                                                                                                                         Medikamente A, B, C… bringen nur kurze Linderung und haben viele Nebenwirkungen.                             Schmerzfrei sind Sonnenblumen nie. Warum?                                                                                            Schmerz soll ein Warnsignal sein, dass weiß ich.                                                                                           Aber warum ist er so zermürbend und oft sinnlos?                                                                                              Sonnenblumens Körper hat eine starke Spastik, Kontrakturen, Rollstuhl...                                                          Man kann nur versuchen dass der Körper nicht weiter „abbaut.“                                                                  Schmerz reicht das nicht schon?                                                                                                                   Immer sagt man, heute muss in Deutschland niemand unter Schmerzen leiden, das ist nur die Theorie…      Ich will nicht dass sie leiden müssen!                                                                                                                    Ich will das nicht!                                                                                                                                                  Ich bin so wütend auf dich Schmerz!                                                                                                               Lass Sonnenblumen (und andere Menschen die immer unter Schmerzen leiden) einfach in Ruhe!                                                                                                                                                                 Verstanden?!

Eine wütende Jugendliche

 

Manchmal ist doch alles doof

Ich reg mich auf!!!!!!!!! Und zwar arg und ich hab auch recht zu. Wir haben ganz viel Arbeit in ein Projekt gesteckt und jetzt sind wir nicht gut genug. Das ist doch bescheuert. Der gefällt das alles nicht, obwohl wir s machen sollten. Ist doch egal, oder? Nööööö, weil ich s nicht mag, dass jemand unsere Sachen so abgewertet! Und sie wollten doch dass wir es machen. Und jetzt passt alles nicht. Das mag ich nicht. Und mich nervt das alles. Lasst uns endlich in Ruhe. Ihr habt doch keine Ahnung, was unser Leben wirklich bedeutet. Und wenn ihr denkt, nur weil wir Sonnenblumen nicht arbeiten können haben wir den ganzen Tag Zeit für euren Mist, irrt ihr euch gewaltig. Ihr habt keine Ahnung wie unser Leben aussieht das Leben als Multi mit Körperbehinderung. Und auch wenn man nicht alles sieht und wir es nie so sagen würden wie du. Deine Bagatellen weswegen dich alle bemitleidenswert interessieren uns nich. Das ist doch völlig bescheuert Vorgehen. Ich hab so nen Druck, und der geht nicht weg. Seit Tagen ist der da. Weicht man jemand den kleinen Finger nimmt er die ganze Hand. Ach Quatsch, lieber noch viel mehr. Ich hab es so satt. Wir sind so wie wir sind o. k. ja. Das selbst festzustellen ist doch schon schwer genug. Da brauchen wir nicht noch jemand der sagt, dass wir schlecht sind. Am liebsten würde ich platzen. Zum Glück sind die Schmetterlinge da, sonst wäre ich bestimmt schon geplatzt. Mir reicht's, ich lass sowas nicht mehr mit mir machen. Und auch wenn's für dich (hier sind nicht die Schmetterlinge gemeint) unbequemer wird, so ist hier klar Stopp! Stopp Stopp Stopp, es reicht.

 

Wütend und enttäuscht zugleich  5.6.15

Ich rege mich auf. Aber darf ich das überhaupt? Hab ich ein Recht dazu? Es ist doch einfacher klein bei zu geben und nach deren Pfeife zu tanzen. Aber das tue ich nicht. Mag ich nicht, will ich nicht und werde ich nicht.                                                                                                                                                          Worüber ich mich aufrege? Wir Sonnenblumen haben heute neue Orthesen bekommen. Das sind Schienen für unsere Füße und Unterschenkel, die wir jeden Tag viele Stunden betragen müssen. Kurz gesagt, die neuen Orthesen sind eine Katastrophe. Nicht funktional, hässlich und passen nicht mal in Orthesen Schuhe (spezielle Schuhe, die besonders weit sind für Orthesen Träger). Ob wir damit noch Schuhe anziehen können werden? „Das wird sich zeigen...“, sagt der Orthopädiemechaniker. Na klasse, sollen wir jetzt immer ohne Schuhe durch die Gegend fahren mit unserem Rolli? Wohl eher nicht. Würde ja wohl auch sonst niemand ohne Schuhe durch die Gegend gehen… Und auch noch das alle Leute die an uns vorbei kommt dieser hässlichen Dinger sehen? Nö danke. Wir müssen, wir müssen, wir sollen, müssen, sollten… Es wär bestimmt auch anders gegangen, naja wir wissen sogar dass es anders gegangen wäre. Denn es ist ja nicht unsere erste Orthese. In kein paar Schuhe mehr reinkommen, was wir jetzt besitzen. Im Moment überhaupt keine passenden haben, nur zwei Orthesen die optisch schrecklich sind. Aber das Schlimmste ist, dass sie nicht mal die Funktion erfüllen die sie erfüllen sollten. Keine Ahnung, was wir mit dem Mist sollen. Ich werde mich damit nicht geschlagen geben. Die sollen es anders machen, so das ist für uns gut ist. So das ist mindestens das erfüllt, was die alte Orthese auch konnte. Eigentlich sollten sie ja besser sein... Tja, wohl weit gefehlt. Ich möchte verwendbare, alltagspraktische Orthesen haben. Man soll nicht studieren müssen, um die Dinger anziehen zu können. Und vor allem, sollen sie das tun wofür sie da sind. Das können diese beiden neuen Orthesen nicht. Wir wissen, dass sie für die Krankenkasse ein Haufen Geld gekostet haben. Und uns viel Zeit, Nerven und Überlegungen... Viele Termine im Sanitätshaus liegen hinter uns, viel Zeit die wir dort verbracht haben. Unsere Lebenszeit. Die möchten wir nur noch sinnvoll einsetzen. Nicht für so einen Blödsinn. Wir kämpfen dafür, dass es nicht so bleibt wie es jetzt ist. Wir wehren uns. Auch wenn das nicht unbedingt bequem ist. Einfach „weglaufen“ wäre wohl einfacher. Die Dinger einfach nicht benutzen der unkomplizierteste Weg vielleicht. Doch dafür wurden sie doch nicht hergestellt. Ich bin enttäuscht, zugleich wütend. Mit so vielen Gefühlen hab ich's eigentlich nicht.

Jugendliche, dreizehn Jahre, von den Sonnenblumen

 

22.6.15

Fühl mich leer, weit weg. Spüre meinen Körper nicht, merke nicht was um mich ist. Fliege, ganz weit weg. Raus aus diesem Körper, weg von all dem Schweren heute. Doch dann verliere ich mich in der Vergangenheit. Sie holt mich ein. Das ist gar nicht gut!!!

Dann lieber all das aushalten, was heute ist. Zurechtkommen, auch wenn ich manchmal nicht weiß wie. Der Alltag fordert so viel von mir, soviel dass ich es manchmal kaum aushalten kann. Manchmal überfordert mich das. Auch das schaffen wir, aber es ist schwer und anstrengend.

 

26.6.15

Angst, so viel Angst. Das ich viele Rückschritte mache, so viel Angst. Traue mich nicht mehr, habe Angst vor dieser Frau. Warum nur so eine wahnsinnige Angst? Rational verstehe ich das nicht. Doch wenn ich nur dran denke, würde ich mich am Liebsten verstecken. Nie mehr ihr begegnen müssen, sie nie mehr sehen müssen, nicht mehr mit ihr reden müssen. Doch so einfach ist das nicht. Sie sitzt am längeren Hebel, auch wenn wir theoretisch im Recht sind. Warum kann ich nicht für mein Recht kämpfen? Warum verfalle ich in solch ein verhalten? Panik, die falsche Entscheidung zu treffen. Angst die einfachsten Dinge des täglichen Lebens zu tun. Das fühlt sich beschissen an. Was passiert da mit mir? Warum ist das so? In die Enge getrieben, in Zugzwang. Sie hat Macht. Ist uns überlegen. Mag das nicht.

 

1.11.

Wieder einmal hat die Ungerechtigkeit gesiegt. Das letzte Fünkchen an Vertrauen in die Justiz endgültig zerstört. Es ist so gemein, nicht die Wahrheit sagen zu dürfen. Aber vor allem, immer auf der Hut zu sein und sich ducken zu müssen um nicht im Kugelhagel (im übertragenden Sinne) zu stehen. Die Wut darüber auf der einen Seite, auf der anderen Seite unglaubliche Ohnmacht und Hilflosigkeit. Wir wissen nicht wohin damit, keine Ahnung, wie wir das loswerden können.                                                                                   Diese Erfahrung ist unabhängig von unserer Vergangenheit, hat nichts mit Missbrauch oder ritueller Gewalt zu tun. 

 

Wut:                                                                                                                                                                                     

ich bin verdammt wütend. Wütend, wütend, wütend und noch mal wütend. Ich weiß überhaupt nicht wohin mit dem Gefühl. Würde am liebsten… Ich weiß auch nicht was. Gerade hatte ich Kunsttherapie. Da habe ich zum ersten Mal dieses Gefühl richtig ausdrücken können. Ich sollte ein „Wut Bild“ malen, wusste aber nicht wie anfangen. Doch plötzlich hat es mich wie gepackt. Ich kitzelte das Papier voll, bis es keinen weißen Fleck mehr hatte. Danach war ich extrem erschöpft. Jetzt sollte ich das Bild auseinanderreißen, um an einem zweiten Bild einen angenehmeren Zustand zu erreichen, den ich gut aushalten kann. Gar nicht so leicht vorzustellen, bei dem Chaos Bild. Das sind Schnipsel Reißen war wirklich klasse, das hat mir gut getan. Und die Neuordnung verändert zwar nicht die Gegebenheiten, aber es verändert die Hilflosigkeit zumindest ein ganz kleines Stückchen. Das ist gut. Denn sie zu ertragen ist schrecklich.

 

14.12.

Fühle mich beschissen, ohne dass ich´s ändern kann. Was sollen wir nur machen? Will keine Belastung sein und schon gar nicht verrückt sein.  Mag das Gefühl gar nicht. Will einfach ein normales Leben und nicht immer wieder diesen unnützen Mist erleben. Will nix besonders sein, nur wie alle und nicht allein. Abgeschnitten vom Rest der Welt wo Arbeit und Geld nur zählt. Wir nie dazugehören werden, immer Außenseiter sein. Was plant ein anderer Mensch in unserem Alter, Karriere, Zeit oder Familie. Egal wofür jemand sich entschiedet, auf uns wird er mit dem Finger zeigen. Nur Kostenfaktor, keinen Nutzen. „Wir Steuerzahler sollen diese unnützen Menschen unterstützen. “Nein Danke,“!  An deren Standard werden wir nie ran kommen und wir werden  bei DENEN auch niemals eine Chance  bekommen willkommen zu sein. Oder die uns gar die Erlaubnis geben, einfach da sein zu dürfen wie wir eben sind.

wird fortgesetzt...

 

Dampf- Ab- Lass Bericht

Warum denken die Ämter und Behörden immer über uns bestimmen zu können? Warum lassen die uns nie Ruhe? Ich habe so satt. Immer wieder diese beschissene Post. Warum kann nicht endlich mal Schluss damit sein? Die haben doch alles was sie wollten aber nein, das reicht wieder nicht. Ich hab die Schnauze voll! Das Leben schon schwer genug. Die sollen uns das Leben nicht immer noch schwerer machen. Warum müssen wir uns immer rechtfertigen? Warum ist alles so kompliziert? Verdammt noch mal, was soll das? Es ist so ungefähr. Wir, nur ein Kostenfaktor und zu nichts nutz. Genau das wird uns immer vermittelt. Und es ist schon schwer genug das nicht selber zu glauben. Warum zählt Opferschutz in diesem Land nichts? Die Behörden haben keine Ahnung, was das alles für ein Kraftakt ist. Und immer wieder Forderungen, die zu nichts und wieder nichts gut sind. Kennt ihr den berühmten „Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars…“ genau das ist was wir andauernd machen müssen. Immer wieder „mit Sozialschmarotzern“ gleichgestellt. Das ist so ungefähr. Zählt denn in diesem Land nur Karriere, Kind und Kegel? Anscheinend schon. Das ist echt eine traurige Bilanz. Wenn ich könnte, ich würde am liebsten schreien. Aber das geht nicht, denn wenn ich mich zu sehr aufregende triggert das wieder irgendwen im System. Jemand anderes verschwindet vielleicht wieder. Also darf ich mich nicht mal richtig aufregen. Aber ich rege mich auf. Das will ich nur gesagt haben. Warum wird es uns dauernd unnötig schwer gemacht? Haben wir denn nachdem der das alles überlebt haben keine Daseinsberechtigung? Vermutlich nicht. Genau das ist das, was die Täter früher gewollt haben. Und auch wenn ihr Ämter und Behörden es nicht wisst, unterstützt ihr  die Täter in dem wie Sie sich verhalten. Genau das, was so tief eingetrichtert wurde wiederholt sich immer wieder….. Wieso? Das macht unser Leben definitiv noch komplizierter, als es sowieso schon ist. Auch kann ich durchaus nachvollziehen, dass manches sein muss. Aber das hier ist reine Schikane. Das ist alles.  Mehr hab ich dazu nicht zu sagen.

Grrrrrrrrrrrrr.                                         

 

16.12.15

Vor kurzem waren beide Systeme zusammen Essen. Das können wir nicht oft, es ist für uns zu teuer. Außerdem ist es schwer ein barrierefreies Restaurant zu finden dass noch dazu Diät Essen anbietet. Das Lokal war gut. Es gab für die Schmetterlinge etwas was sie essen dürfen und man kam mit dem Rolli gut an den Tisch. Auch preislich war es günstig. Als wir dann auch noch gesehen haben, dass es dort eine Toilette für Rollifahrer gibt, war alles perfekt.

Nach dem Zahlen wollten wir mit den Sonnenblumen noch auf die Toilette. Was wir dann sahen war einfach nur ekelig: Der Raum war eine Art Abstelllager für z.B. übrige Stühle. Aber das hätte uns nicht mal so gestört. Wir sind ja nicht anspruchsvoll. Bei der Toilette war ein Rohr verstopft, das Wasser stand zusammen mit Fäkalien bis zum Toilettenrand. Es roch bestialisch. So schnell wir konnten verließen wir die Toilette. Auf Nachfragen bei einer Bedienung sagte die nur kurz, dass es „das Problem“ schon länger gibt, aber es noch nicht behoben werden konnte. Wir können ja auf die Damentoilette gehen! Sehr „witzig“ dachten wir uns. Als körperbehinderter ist man auf „besondere“ Toiletten angewiesen, und die wenigen die es gibt sind teilweise nicht zumutbar. Ist das gerecht?

 

 

Mich gibt s auch, des wollt ich nur sagn.

Fühl mich beschissen. Was hab ich nur gemacht. Ich mag das nicht, mir ist alles zu viel. Was soll das bloß? Ich mag nicht mehr so tun als ob, nicht irgendetwas teilen. Ich mag meine Ruhe von dieser fremden Welt. Warum ist das denn nicht zu verstehen? Kann das keiner sehen? Warum ist nicht genug wenn ich stopp sage? Akzeptiert das bitte. Ich kann und mag das nicht. Warum platzt das (Erinnerungen) so auf mich ein? Ruhe im Kopf, ich lüge nicht. Doch, tust du schon. Was stimmt denn nun? Mein Kopf tut weh, so viele Gedanken, Gefühle. Ich wollt ich könnt weinen, schreien doch nichts davon kann ich. Es will aus mir raus, doch wohin soll das führen. Ich kann s nicht sagen, warum will ich das denn? Was kommt mir dabei in den Sinn? Was würde denn jemand mit meinem Wissen machen? Wahrscheinlich nur über mich lachen. Mein Wissen soll keiner haben, das ist meine Sache. Nicht klingeln, nicht in diese Wohnung kommen, nicht in mein Leben kommen. Nein, das darf keiner. Ich will das nicht. Was wollt ihr Schatten da? Geht weg! In mir brodelt es, kocht es doch was und warum? Das ist wirklich dumm. Ich will doch nur meine Ruhe. Meine Ruhe! Lasst mich so wie ich bin, hier darf keiner rein. Bitte lasst mich. Mein Kopf ist voll, die Gedanken kreisen. Bum, kack, hämmer. Das sagt mein Kopf. Ruhe, ich versteh so nix. Konzentrier dich doch, kann ich nicht. Wir sind doch nicht dumm, doch bei dem Krach in Kopf wie haben wir da nur nen Schulabschluss und ne Ausbildung geschafft? Wow, heute unmöglich, doch geschafft. Ich will was lesen, doch da quakt immer innen wer dazwischen. Will Ruhe, bekomme das Gegenteil. Musik hören. Coole Sache, doch können uns nicht einigen welche. Innen bei Multis wird’s kaum mal leise sein. Kannst du s dir vorstellen, leben immer mit Krach. Stimmen, Meinungen, zu rufe…, jeder denkt das er es richtig macht. So ein Quatsch, es geht nur zusammen. Doch wie fangen wir das an? Erinnert ihr euch. Beim Umzug gesehen haben wir wieder all die „Bücher“, Blöcke voller geschreibseltem in dem wir versucht unsere Welt zu begreifen. Nach der Diagnose…..  Geplant jede winzige Kleinigkeit, trotz all den Schwierigkeiten nur Chaos. Begonnen zu planen und strukturieren, wie und was und deswegen? Zähne geputzt, Häkchen dahinter. Komisch das es so zu tun wir im Alltag. Kannte man immer nur sein eigenes Stückchen. Eine Winzigkeit, ein Ausschnitt aus dem Ganzen. Jugendliche, Sonnenblumen

 

18.1.16

Ich bin zwiegespalten. Auf der einen Seite zweifle ich stark an mir selbst, auf der anderen Seite ist da  ein bisschen Wut. Ich glaube, dass in der jetzigen Situation Wut besser wäre, als an sich zu zweifeln. Aber Wut ist für uns und sicher für viele Menschen mit Trauma mit Gefahr verknüpft. Wir haben früher gelernt, man darf nicht wütend sein. Vom Kopf her weiß ich dass das heute anders ist. Aber vom Gefühl her, ist der Zweifel stärker wie die Wut. Die Sonnenblumen sagen dass es richtig ist wütend zu sein. Wir versuchen ihnen zu glauben. Aber Gefühle lassen sich manchmal nur schwer steuern. Ende! Jenny

 

Dinge aus Alltag und Medien, die uns aufregen. Und immer wieder die Frage, ist dass gerecht?

Erstens:

Es regt uns auf: Auf der Hauptseite einer Boulevard Zeitung stand vor kurzem: 10 jährige für Geld im Internet angeboten. Ihr könnt euch vorstellen, was dieser Pädophile für eine Strafe bekommt? Richtig, keine! Das seien ja nur seine Phantasien, er hätte so etwas nie getan… Es gibt keine Beweise…Das ist mal wieder eines der Beispiele, wie hier mit Missbrauch, Kinder Pornographie und anderen Formen von Gewalt in der Gesellschaft umgegangen wird.

Zweitens:

Da fällt uns noch sowas ein: Irgend so ein berühmter Fußballtrainer muss jetzt wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis. Natürlich ist das nicht schön und auch belastend aber er wird dadurch für das was er getan hat zur Verantwortung gezogen. Er muss ein hohes Gut „die Freiheit“ für eine gewisse Zeit entbehren. Wisst ihr, wie viele Menschen in der Psychiatrie gegen ihren Willen festgehalten werden (ohne Ausgang, nur bestimmten Besuchszeiten…)? Ohne dass dies gerechtfertigt ist. Und ist man dort freiwillig, weil wir an schwierigen Tagen Schutz und Sicherheit gebraucht haben so wurden wir unter Druck gesetzt, dass das freiwillig da sein ganz schnell zu Ende ist. Nämlich sobald man den etwas sagt z.B. das man nur seine Medikament nimmt die man zu Hause auch nimmt oder eigene Wünsche äußert etc. Dies wird streng verboten. Somit ist auch ein „freiwilliger Aufenthalt“ auf einer geschlossenen Station oft viel mehr unfreiwillig als man vielleicht von außen denken würde. Sicher sind manche Maßnahmen notwendig und wichtig um Menschen in psychischen Krisen zu unterstützen. Aber sehr oft werden Menschen gegen ihren Willen „behandelt“, zu unmenschlichen Dingen gezwungen. Nur weil man z.B. in einem Teilbereich nicht tut, was den Vorstellungen der Psychiatrie entspricht. Leider landen auch immer wieder traumatisierte Menschen (auch Multis) auf solchen Stationen, weil sich in einer psychischen Krise befinden. Und wie werden Sie „behandelt“ –richtig- unmenschlich und dabei werden z.B. Medikamente gegeben die für Patienten mit Psychose angewendet werden, mit gravierenden Nebenwirkungen. Und niemand macht sich die Mühe herauszubekommen was mit dem betreffenden Menschen los ist, warum es ihm schlecht geht… Viele traumatisierten Menschen (darunter auch Menschen mit DIS) kennen diese Situation nur allzu gut. Und es triggert: eingesperrt sein, nicht Essen dürfen wann und was man mag, Medikamenteneinnahme unter Aufsicht, videoüberwachte Zimmer… Wie soll ein traumatisierter Mensch so wieder Vertrauen fassen und lernen dass er heute in Sicherheit ist? Das ist Alltag in vielen psychiatrischen Kliniken in Deutschland. Zum Glück gibt es so auch wenige engagierte Ärzte und Pflegende in Kliniken die sich Mühe geben, damit es dem Menschen besser geht und sie stabiler entweder nach Hause oder in passende psychiatrische oder psychotherapeutische Abteilungen, andere Kliniken, betreute Wohnmöglichkeiten verlegt werden. Wir wünschen uns, dass nicht ohne/ über den Patienten sondern mit ihm gemeinsam gesprochen und geschaut wird, was die richtige Behandlung ist. Leider ist dies die absolute Ausnahme.                                                Das Schicksal sehr vieler Menschen, auch von schwer und komplex traumatisierten Personen interessiert niemanden. Hingegen der Freiheitsentzug von Menschen die im Rampenlicht stehen, wird der ganzen Nation durch die Medien zugänglich gemacht und ist von großem öffentlichem Interesse.

Drittens

Einmal wollten wir zu einer Art Freilich Kino, das war ein großes Wagnis dass wir dies in die Tat umsetzen wollten. Doch plötzlich gerieten die Schmetterlinge und wir in eine Masse von Menschen, die alle kirchliche Symbole trugen. So viele Menschen, nur noch diese Symbole. Das war uns alles zu viel! Diese Menschen scheinen nicht einmal eine Spur von einer Ahnung zu haben was sich unter dem Deckmantel der Kirche oder anderer religiöser Gruppierungen oder pseudo religiöse Gruppen verbergen kann. Sie feierten, wir flüchteten. Kinder von beiden Systemen aber auch Große bekamen Panik, wir mussten da so schnell weg wie nur irgend möglich. Das war zu viel. Zu viele Erinnerungen, nicht auseinander halten können… Glaube kann etwas Wichtiges und Bereicherndes sein. Keine Frage. Doch lauft nicht einfach ohne die Augen und Ohren, ohne zu spüren und sich zu informieren irgendetwas hinterher. Die Schattenseiten sind oft tiefer, als man es für möglich hält. Das soll nicht bedeuten, dass Glaube oder Religiosität prinzipiell etwas Schlechtes ist. Wir möchten einfach nur für das Sensibilisieren, was dies für manche Menschen auch heißen kann. Und sei es, einen Vorwand zu haben um Kinder zu quälen, zu foltern und auf verschiedenste Arten zu missbrauchen.

 

7.9.16

Manchmal würde ich mir am Liebsten die Bettdecke über den Kopf ziehen und nichts mehr sehen und hören….

 

Leere (Jugendliche, Schmetterlinge)

Was ist das? Ich glaube ein Gefühl, es ist nicht greifbar und doch greift es nach mir und nimmt  mich in Besitz. Das will ich nicht! Ich fühle mich ausgeliefert und nutzlos. Ich fühle mich wie gelähmt, spüre mich nicht. Manchmal spüren auch andere in unserem System, die in meiner Nähe „wohnen“ sich nicht. Das möchte ich nicht, aber ich kann die Leere teilweise nicht „aussperren“.

Fühl mich beschissen, die Gedanken kreisen. Keine gute Gedankenreise. Will raus aus diesem Chaos, den Mist hinter mir lassen. Doch die Gegenwart bekommt immer wieder anstupser von der Vergangenheit. Der größte Wünsch ist momentan es werde einfach wie zuvor…. Doch so wird es nach diesen aktuell gemachten Erfahrungen nie wieder sein können. Das finde ich erschreckend. Wir haben uns, das ist das Wichtigste! Trotzdem ist der Alltag manchmal wie ein Energiestaubsauger. Die große, bedrohliche Wolke hängt immer noch dicht über uns. Mal schaffen wir sie ein kleines Stück weiter weg zu schieben, doch im nächsten Augenblick kann sie wieder über uns herein brechen....

 

3.10.16

Bin wütend und verzweifelt, diese Wut ist übermächtig. Wir versuchen die Tage zu überstehen, so gut wie eben möglich. Unsere „Arbeit“ wird oft mit Füßen getreten. Heftig und fest, dass finden wir hart. Sind wir doch noch immer eine Marionette, die sich anpasst und sich alles gefallen lässt? Nein! Es fühlt sich dennoch manchmal danach an und das ist gar nicht gut….

Bin erschüttert, wütend und traurig zugleich. Es braut sich in mir zusammen, wie ein brodeln der Vulkan bewusst zum Ausbruch kommen. Ich verstehe das nicht! Und nein, wir sind niemand der das Gras wachsen hört. Aber es ist so offensichtlich vor unseren Augen, und nur wenige Menschen haben wohl je einen ähnlichen Blickwinkel gehabt. Verrückt! Heute war was Verrücktes im Briefkasten. Eine Werbung von einem Lebensmittelladen welcher Einkäufe nun nach Hause liefert. Interessant. Vielleicht gar nicht schlecht wenn mal keiner Zeit haben sollte einzukaufen. Ausprobiert haben wir das noch nicht. Vielleicht irgendwann mal…

Sagen was ich denke, schreiben was ich fühle? Ne, lieber nicht. Denn wer weiß. Man weiß ja nie. Sollte immer vorsichtig sein. Doch das ist so schwer. Die Ungerechtigkeit heraus schreien? Wohl keine Alternative, sagen unsere Großen. Ich bin ja nur eine Jugendliche. Ist was sich fühl und denk also überhaupt wichtig? Früher in der Schule war meine Meinung schon gefragt. Da war ich gar net so schlecht. Aber wirklich eine neue Aufgabe, habe ich nicht. Ok, manchmal bin ich vorne wenn wir „mit Öffentlichen“ (Verkehrsmitteln) unterwegs sind. Das ist in Ordnung. Ich kenne mich gut aus und kann mir Wege gut merken. Aber wirklich ausfüllen tut mich das net. Will etwas Sinnvolles erreichen und Spuren hinterlassen… Wirklich helfen kann ich den Erwachsenen nicht. Bin ich überhaupt zu irgendwas zu gebrauchen?

 

5.1. 2017

Fühlen, Gefühle spüren… Sie zulassen und mit ihnen leben können. Menschen die gelernt haben im erheblichen Ausmaß zu dissoziieren, spalten häufig Gefühle ab. Auch heute ist fühlen immer noch nicht einfach für beide Systeme. Hier mal eine Liste von Gefühlen, mal schauen was wir dazu sagen können.

Traurig, die Tränen wollen nicht aufhören zu laufen.

Verzweiflung, nicht zu wissen wie es weiter geht.

Wut, über so viele Ungerechtigkeiten. Doch was macht Sinn, sich wehren kostet viel Kraft. Manchmal ist es auch nötig, etwas sein zu lassen…

Angespannt und beunruhigt, was die Zukunft bringen werden.

Beängstigende, besorgt und entsetzt, über das was in dieser Welt passiert.

Das ewige "kämpfen" müssen, um Selbstverständlichkeiten ist ermüdend. Manchmal sind wir einfach überlastet und überfordert.

Doch wie dann immer wieder neuen Mut finden, neue Kraft um weiter zu machen? Manchmal macht sich Ratlosigkeit breit, was ein quälendes Gefühl ist. Denn ich bin wer, die immer was zu tun braucht und so über den Tag noch abgelenkt ist. Doch wenn abends wieder alles über mich hinein stürzt, bin ich entsetzt und erschöpft...

 

11.3.2017

Halo, ich mag was zu Gefüle sagen. Es gibt schöne und nicht schöne Gefüle. Das habe ich in einem Kinderbuch gelesn. Schöne Gefühle sind: Freude, Glück, Vertrauen, Fröhlichkeit. Nicht schöne Gefüle sind: Angst, Einsamkeit, Schuld, Trauer, Scham. Was in dem Buch leider nicht stand war wie man es schafft schöne Gefüle zu bekommen. Ich kann meine Gefüle nur schwer steuern. Manchmal denke ich mir, ich wär jetzt gern fröhlich. Trotzdem bin ich dann nicht automatisch fröhlich, sondern vielleicht traurig. Das mit den Gefülen ist ganz schön kompliziert. Ich bin übrigens ein 8 jähriges Mädchn der Schmetterlinge.

 

2.5.2017

Hey, keinen Plan wie ich s erklären kann. Bin zugleich traurig und wütend. Die Gedanken fahren Karussell, von einer zur nächsten Baustelle. Ordne das Chaos, auch mit To Do Liste. Doch ist ein Punkt abgehakt, kommen drei Andere hinzu. Die Liste wird immer länger und länger und länger…. Dann noch die Unzuverlässigkeit der Umwelt, jemand sagt den Termin erst ne halbe Stunde vor Beginn ab. So ein Mist! Also alles wieder anders planen. Jonglieren, organisieren umdenken… Das ist anstrengend. Gestern schon so was Ähnliches, heute dann ein anderer Sachverhalt. Extra  früh aufgestanden, damit es zeitlich aufgeht. Umsonst, unnötig die Eile und Organisation. Über n Haufen werfen, weiter rödeln.