Etwas aus dem Multi Alltag, auch aus dem gemeinsamen Multi Alltag...

 

Lustige Begegnungen mit Uno s: (= nicht Multiplen Menschen)

Ich habe erzählt, dass ich nun auch manchmal Außen (= vorne) schlafe.
Darauf sie ganz entsetzt: wieso wir denn nachts draußen auf der Terrasse schlafen würden?
*lach*

Jemand von uns hat gesagt: Ich gehe jetzt aber nicht nach Hause. Darauf Frau B. die weiß das wir viele sind: "Ja was machen Sie denn dann?"
Ähm, geht halt jemand anderes von uns nach Hause
*grins*

 

Im System:

bei Erkältung : ich geht rein, Andere sollen vor (nicht ich)

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Ende Februar 2014:

Halo von den schmeterlingn. Entlich gets uns beser. Vor ein par tagn warn ein ganz dofer tag. Es ist so gmein. Das machd mich draurig.                                                                                                                   Auch heute noch haben wir teilweise um die verschiedenen Kult Tage herum* keinerlei Erinnerungen. Zusammen mit dem anderen System schaffen wir solche Tage heute besser zu überstehen. Und mit gemachten Fotos versuchen wir das Geschehene zu verstehen und grob einzuordnen. Damit wird der Kontollverlust weniger.  Auf den Fotos wirken wir wie nicht anwesend, haben keinerlei Ausdruck im Gesicht und sind blass. Manchmal sind wir sehr verwirrt und stoßen uns überall an weil wir kein Gleichgewicht halten können. Wir Flashen viel, haben Panik und rutschen immer wieder in die Vergangenheit und diese beschissenen Programme. Ohne einander müssten wir in solchen tagen in die Psychiatrie, so wie früher. Was alles noch viel schwerer macht.  Doch gemeinsam schaffen wir das heute besser!

(* Kulttage: eigentlich Kultnächte; Nächte in denen Kulthandlungen stattfinden/bei uns stattgefunden haben)

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Bei der Gutenacht Geschichte für die Kinder:

J. hat heute Abend den Kindern Geschichte vorgelesen. Dies ist eine schöne gemeinsame Gewohnheit, die sehr viele Kinder genießen. Nun dachte jetzt eine von den „Schlaubergern*“ die Grammatik des Kinderbuchs korrigieren zu müssen. Frage von ihr: wie soll ein Kind bei so einem Kinderbuch korrekte deutsche Grammatik lernen? Liest dies denn kein Lektor, der diese Fehler korrigiert? Die Kinder fandem diese Unterbrechung nicht lustig. Die Jugendliche, die vorgelesen hat auch nicht.

*Schlauberger: Sie denjenigen unter uns, die vor allem das Intellektuelle können. Aber keine Ahnung von Gefühlen, dem Leben usw. haben.

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Neue Regel: die Großen sollen keinen Cafe trinken bevor sie zu Kindern wechseln

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Mädchen, zehn Jahre: ich rutschte lieber, die Großen bleiben da stecken. (Auf Spielplatz, Tunnelrutsche - das Mädchen hat wohl vergessen, dass der Körper von ihr auch groß ist ;-)

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11.5.14

Beispiele was die MPS für unseren Alltag bedeutet: Trigger (= auslöse Reize) vor allem auch wenn wir unterwegs sind ein großes Problem. So kann z.B. ein Geruch Dissoziation auslösen. Wenn jemand von uns dissoziiert, „bin ich weg“. Ich bekomme nichts mehr von dem mit, was um mich herum passiert. Auf Ansprache kann ich in diesem Moment nicht reagieren.Starke Trigger hingegen können einen Flashback (=wiedererleben von Traumata) wodurch es zu einem vollkommenden Realitätsverlust kommt auslösen.Auch in Zusammenhang damit sind wir sehr oft stark verwirrt, wissen nicht wo wir sind, was man gerade machen wollte usw.   Aufgrund der DIS muss jede einzelne Handlung strukturiert und geplant werden, doch jeder Switch oder Trigger kann alles wieder durcheinander bringen. Insbesondere außerhalb der Wohnung haben wir da schon kritische Sachen erleben müssen. Außerdem brauche ich sehr viele Erholungspausen und bin nicht sehr belastbar. Allerdings sollte man sich vor Augen führen, welche Grundbelastung und Anspannung ja sowieso immer da ist. Weitere Belastungen von außen sind oft eine Überforderung.                                          Soziale Kontakte sind ein besonders kompliziertes Thema. Wirkliche Freundschaften sind schwierig, zum Einen durch die starken Traumatisierungen aber auch weil wir Alle so verschieden sind. Manche Persönlichkeiten haben einzelne Freundinnen oder Bekannte, die häufig nichts von der Multiplen Persönlichkeit wissen. Somit sind diese Kontakte meist eher flüchtig und können nicht den Raum einnehmen, wie eine Freundschaft bei Unos. Des Weiteren ist die Zeit, in der wir als „Einer“ z.B. in der Öffentlichkeit oder am Telefon auftreten können sehr begrenzt. Hier sind meist mehrere Persönlichkeiten vom Alltagsteam beteiligt, was Außenstehende aber nicht bemerken und nicht wissen. Wenige Freunde wissen von der DIS, diese Freundschaften sind oft intensiver weil man sich selber nicht immer verstecken muss und ein Stück mehr wir selber sein dürfen.  Am allerschönsten ist es für uns mit dem jeweils anderen System zusammen zu sein. Hier braucht sich niemand verstecken, können wir alle so sein wie wir sind. Das zu lernen ist toll. Dann ist es nicht nötig, immer aufzupassen sondern kann auch mal Kontrollmechanismen einstellen die ebenfalls viel Energie kosten. Danke, dass wir euch kennen ;-).

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17.5.

Frage: Welches Oberteil ziehen wir (Schmetterlinge) zu den Zwergkaninchen an? Etwas was schmutzig werden kann…

Das Gift grüne? Nein, das gehört mir sagt eine Jugendliche. Das Weiße in dem wir ausschauen wie eine Presswurst und sich deshalb für Kaninchenstall sauber machen gut eigenen würde? Nein, das habe ich geschenkt bekommen, sagt eine Erwachsene. Das Blaue? Nein, ich (männlicher Jugendlicher) habe doch eh nur ein Oberteil. Das Rosa? Nein, das wollen kleine Mädels gerne anziehen, darf aber nicht schmutzig werden. Letztendlich hat ein oranges Sweat Shirt das zu klein und für niemanden extrem wichtig ist das Rennen gemacht. Juchhuu, wir haben ein „Kaninchen T-Shirt“ schon nach einer halben Stunde gefunden. Klasse, oder?

 

13.6.

EIS

Ein kleiner Junge, 5 Jahre alt der noch nie zuvor Eis gegessen hat vor einiger Zeit als er zum ersten Mal in einer Eisdiele Eis bestellen durfte. (mit einer Persönlichkeit von den Schmetterlingen). Er sagte zum Eisverkäufer als dieser ihn fragte was er denn haben wolle Eis. Dieser fragte nochmal, doch J. wusste nicht das es verschiedene Sorten Eis gibt. Er wollte einfach nur Eis, dachte der Eisverkäufer spinnt weil dieser nicht verstanden hat dass er ein Eis haben möchte. Auch das andere System wusste nicht, dass er gar nicht wusste dass es ja verschiedene Sorten Eis wie Vanille, Erdbeere, Schokolade usw. gibt. Letztendlich haben die Schmetterlinge dann einfach etwas für ihn bestellt. Heute weiß er, welches Eis er gerne isst und bestellt immer Erdbeere

 

3.8.

ein paar von uns haben heute wieder mal festgestellt wie festgefahren erwachsene Menschen sind. Auch in beiden Systemen gibt es Kinder unterschiedlichen Alters- eines haben alle Kinder gemeinsam, (Multikinder und nicht multiple Kinder) sie sind authentisch. Vor kurzem haben  wir jemanden oberflächig kennengelernt: Wir Erwachsene hätten sicher so was wie „Hallo ….“ gesagt. Ein kleines Innenkind von uns hat stattdessen gesagt: Hallo Frau Neu! (eigentlich logisch: es ist eine Frau und neu ist sie weil man sie gerade erst kennengelernt)

13.9.

Kompromisse eingehen…                                                                                                                                  Ich mag dieses Wort nicht. Sicher ist es oft nur durch einen Kompromiss möglich eine Lösung zu finden.      Ich habe im Moment da so ein Dilemma mit einem Medikament dass ich (wegen einer meiner chronischen Erkrankung nehmen muss) Es hat  positive Wirkungen für meinen „Schrottkörper“ aber es hat auch ganz schön fiese Nebenwirkungen. Das Gefühl sagt, lass diese „Chiemiekeule“ doch weg, aber der Verstand sagt, du musst dass nehmen weil dein Körper das Medikament dringend braucht. Wie andere dreizehnjährige würde ich nicht immer auf der Verstandsebene entscheiden. Aber als eine Persönlichkeit gefangen in nur einem außen Körper mit ganz vielen Persönlichkeiten, da ist es schwer dass eine 13 jährige ihren Willen durchbekommt. Ich will Körper nur für mich allein für den ich Entscheidungen treffe auch wenn ich dann mit den Konsequenzen leben muss. Versteht ihr was ich meine?

Jugendliche, 13 Jahre

 

10.10.

Fragen aus dem Alltag:

Warum beschweren sich so viele Menschen über so banale Dinge und sind mit ihrem Leben unzufrieden? Der Chef streicht das Weihnachtsgeld, die Verkäuferin an der Kasse ist unfreundlich, die Benzinpreise sind gestiegen… na und. Muss man deswegen wirklich den ganzen Tag gemein, unfreundlich und genervt auf alle Menschen reagieren, die einem Begegnen? Viele andere Menschen (nicht nur wir Multis) wären froh wenn sie nur solche Problem hätten. Es gibt viele Menschen die haben chronische Schmerzen, sind arbeitslos, erleben Gewalt in der Familie. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, die ein Leben erheblich erschweren können. Gerade die Menschen denen es gut geht, die Alles haben und dennoch so unzufrieden sind mit Allem und Jedem sollte sich ab und zu bewusst machen wie viel Glück sie haben. Jeder Mensch kann z.B. durch einen Unfall oder eine Krankheit, durch eine Gewalttat etc. als Spätfolgen von einer physischen oder psychischen  oder geistigen Behinderung betroffen sein. Dann plötzlich beispielsweise an chronischen Schmerzen leidet, unverschuldet in die Armut rutschen usw. Das ist mir gerade spontan eingefallen, als ich heute ein Mann in Anzug sah, der sich an der Kasse lautstark beschwert hat, dass die Kassiererin ein Produkt zweimal berechnet hatte. Weltuntergang!!! Wahrscheinlich reicht das bei ihm dass er ein paar Stunden schlechte Laune hat…  Wir hingegen müssen mit Problemen in einer ganz anderen Dimension zurechtkommen, um unser Leben irgendwie auf die Reihe zu bekommen. Wer schon denkt darüber nach, dass ein defekter Aufzug für jemanden der im Rolli sitzt, bedeutet dass er z.B. in eine Arztpraxis nicht reinkommt. Dass jemand der an Krampfanfällen leidet immer aufpassen muss genug zu schlafen, keine Alkohol, kein Blinklicht. Oder jemand der schlecht hört mit den verschiedenen Umgebungsgeräuschen völlig überfordert ist. Tja, und dann sind ja da auch noch sämtliche Folgen der Traumata, die DIS die so vieles unberechenbar macht….Spontan klappt da selten was.

 

4.11.

Wer bin ich?

Ein maulwürfiger, schlechthörender, krampfender Multi Teeny. Hä? Was ist das? Das bin ich. Ich bin 13, sehe schlecht, höre schlecht und mein Gehirn ist ein Blitzableiter. Ach ja, und Multipel bin ich auch noch. Es gibt für fast alles gibt es was.  Eine Brille für den Maulwurf. Eine Antenne für die Ohren. Medis gegen Gewitter im Gehirn.Doch für einen eigenen Körper gibt es keine Lösung. Raus aus dem Multikörper kann ich nicht auch wenn ich das manchmal will. Man muss miteinander klarkommen ob man will oder nicht.

Jugendliche, 13

 

24.11.

Hallo, ich bin Erwachsen und jemand aus dem System der Schmetterlinge. Ich „wohne“ etwa in der Mitte des Systems. Das heißt so zwischen den Alltagspersönlichkeiten und den Kultkindern. Mittlerweile kann ich zum Glück mit den weiter innen „reden“ und damit versuchen Ihnen bei Ängsten, Erinnerungsschmerzen… zu helfen. Heute hat ein Innenkind, das nur die Welt des Kultes kennt (Dunkelheit, Kälte, schlechte Luft, Schmerzen, Folter) gesagt: die Luft heute (wo sie nicht mehr im Kult lebt und langsam das Leben in unserer Welt kennenlernt)  „die Luft hier ist so lecker“. Ihr könnt euch ja überlegen was sie damit meint. Vielleicht kennen  Kultkinder aus anderen Systemen ähnliche  Beschreibungen.

 

7.1.15

die Sonnenblumen lagen bereits im Bett, und kamen deswegen nicht an ihre Medikamente am Esstisch ran. Aus Spaß hat sich folgender Dialog spontan zwischen zwei Jugendlichen ergeben. Die Jugendliche von den Schmetterlingen, die nicht genau wusste was für Medikamente die Sonnenblumen jetzt grade brauchen hat gesagt: „Willkommen bei…(Fastfood Kette), Ihre Bestellung bitte“.                                                                „Ich hätte gerne Medikament A, B und C.“                                                                                                             „Wollen Sie das als Menü? Und zum Nachtisch vielleicht noch eine Apfeltasche für einen Euro dazu?“      Antwort: „Nein danke.“ „Das macht dann 6,99 €. Fahren Sie bitte zum nächsten Schalter vor.“                   „Haben sie‘s passend?“ „Nö ich hab nur 10 €.“                                                                                                „Hier ihr rück Geld“                                                                                                                                                „Schöner Abend“, danke gleichfalls                                                                                                                 Geld gegen Medikamente ;-)


19.2.2015

Warum isst man alten Käse? Kind: Man isst keine alten Lebensmittel. Da denken unsere Kids mal wieder sehr ähnlich wie Außenkinder.

Haben alle von uns und den Schmetterlingen auf dem Balkon Platz? Nein. Aber dann können wir ja nicht alle zu Curly und Charly. Ohhhhhh.

 

20.4.2015

Ein Junge zu einem Mädchen im System:

Ich gehe nicht auf´s Klo. Das müssen die Mädchen machen. Mädchen: aber wenn du ein richtiger Junge sein willst, musst auch du auf´s Klo und nicht immer die Mädchen. Andere „Aussenjungs“ müssen auch aufs Klo. Da kann keiner für sie gehen weil er ja ein uno ist. Das ist ja voll ätzend, 

 

13.6.2015

Eine Geschichte zum Schmunzeln:

Vor kurzem haben die Kinder beider Systeme einen Air Walker kommen. Das ist ein mit Helium gefüllte Luftballon, der statt zu fliegen laufen kann. Es ist ein lila Elefant. Nicht nur die Kinder, sondern auch ich, dreizehn Jahre alt, finde das sehr lustig. Als der Elefant bei Wind vom Regal in die Tiefe zu stürzen drohte, war für mich klar dass er sehr suizidal ist. Nachdem er trotz gutem Zureden immer wieder kopfüber nach unten hing, habe ich beschlossen dass er auf eine geschlossene psychiatrische Station muss. In Wirklichkeit habe ich Ihn in den Kleiderschrank gesperrt. Jeden Tag habe ich ein paar lustige Dialoge mit ihm geführt. Dadurch ging es ihm schnell besser, und er durfte wieder zurück in sein Zuhause. Jetzt ist der Elefant nicht mehr akut suizidal und darf sich frei in der Wohnung bewegen. Glück gehabt. Ein Rückfall ist jedoch nie auszuschließen.

Ich finde so eine Situationskomik braucht man manchmal einfach. Denn auch ich kenne das auf einer geschlossenen Station in der Psychiatrie. Da kann man nicht gehen wann man will, sondern nur wenn die Station Tür mit Schlüssel geöffnet wird. Bei meinem Elefant war es eben die Schranktür ;-)

 

15.6.

Gestern ging es mir psychisch gar nicht gut. Plötzlich ist so viel über mich hereingebrochen, was lange weg war. Hab mich in Raum und Zeit verloren, ich wollte niemanden verletzen. Der Sog der Traurigkeit war so groß, die Verzweiflung riesig. Doch wo5.6hin damit? Ich musste weinen. Doch das ist sehr anstrengend wenn man ein Multiples System ist. Aber auch für mich persönlich war es das. In dem Moment zu offenbaren, wie es mir wirklich geht und was ich denke da ganz schön schwer. Ich hoffe sehr dass es nicht falsch war. Früher wäre sowas nie passiert wenn ein anderer Mensch dabei war, da hätte sich einer von uns beherrscht und diejenige, der es nicht gut geht nach innen geholt. Damit die „Fassade“ außen stabil und freundlich wirkt. Aber vielleicht ist es auch gut, dass ich es nach  außen gezeigt habe. Irgendwie fühlt es sich für mich trotzdem komisch an, da ich es nicht gewohnt bin. Es ist schwer.

Tja und eine gute halbe Stunde später hatten wir einen Termin. Dieser konnte ohne Einschränkung wahrgenommen werden. Das ist wohl auch nur bei einer multiplen Persönlichkeit möglich, denn ich persönlich hätte zu diesem Treffen nicht gehen können nachdem wie es mir gerade ging. Für andere von uns hingegen war es überhaupt kein Problem, sie hatten Freude und auch keinen Grund nicht dorthin zu gehen. Schon merkwürdig vermutlich, wenn man das so liest. Denn wieso sollte jemand, dem es gerade total schlecht geht und sich nur verkriechen möchte zu diesem Treffen gehen? Ich muss gestehen, ich R. war auch nicht dort. Mir wäre es zu viel gewesen. Für andere vom System war es aber genau richtig hinzugehen. Ich war derweil innen.

 

22.6. 15

Zeitsprung, beim Aufräumen haben wir diese Aussagen von uns gefunden. Sie stammen aus der Zeit in der Traumaklinik in der wir uns kennen gelernt haben.

Erste Begegnung:                                                                                                                                             Wir sind nicht die Einzigen die viele sind hier in der Klinik. Haben ein anderes Multiples System kennengelernt. Das ist eine tolle Erfahrung. Der Austausch und insbesondere einfach WIR sein zu können ist was ganz besonderes. Die stressfreien und erfahrungsreichen Begegnungen einzelner Persönlichkeiten miteinander sind etwas ganz wertvolles. Auch vorher haben wir schon mal einen anderen Multi kennengelernt, aber unsere Verbindung zueinander ist anders und besonders stark.                                       

Hallo Sonnenblumen, für uns war es hier mit euch eine unvergessliche Zeit. Was wir zusammen erlebt haben werden wir nie vergessen. Ihr habt so viel gelitten, weil andere euch so wehgetan haben. Ihr seid so tapfer. Gibt nicht auf! Ihr seid heute in Sicherheit. Wir denken an euch. Wir freuen uns jetzt schon wenn wir uns wieder sehen, Schmetterlinge

 

26.6.

Situation: Heute habe ich in einem Buch einen Knick entdeckt. Daraufhin hat sich folgendes ereignet.

System A: Wisst ihr, was mit dem Buch passiert ist?                                                                                        System B: Wechsel. Ein Kind kommt vor. „Ja, ich hab s kaputt gemacht.“                                                      System A: Was ist passiert?                                                                                                                              System B: „Ich hab s kaputt gemacht.“ „Ich war s“. Automatisierte Antworten, immer wieder. Sie hat keine Ahnung, worum es geht oder was los ist. Nimmt alle Schuld auf sich.                                                               System B: Ich weiß nicht, ob ich was gemacht hab, aber das ist immer so. Ich war s.                                     Sie hat Angst, vor einer schlimmen Strafe.

Früher war ihre Aufgabe im System genau in solchen Situationen vor zu Wechseln. Da eine multiple Persönlichkeit immer wieder die Erfahrung macht für etwas verantwortlich gemacht zu werden an das man selbst sich nicht erinnern kann. Erschwerend hinzu kamen noch die unvorhersehbaren Reaktionen der Umgebung.

 

18.7.15

Lohnt es sich zu vertrauen?

Seit fast 2 Jahren waren wir mehrfach die Woche beim gleichen Physiotherapeuten. Und nun das.               Er wird nicht wieder kommen. Er hat gesagt, er ist nur ein halbes Jahr weg, doch er hat gar nicht vor dann wieder zurück zu kommen. Warum hat er es dann gesagt? Es war schon schwer uns von ihm zu verabschieden, aber irgendwie ist es nun noch schwerer für uns. Denn wir haben dies nicht von ihm persönlich erfahren. Wir haben langsam und mühsam vertrauen zu ihm aufgebaut. Physiotherapie hat in unserem Fall häufig mit Körperkontakt z.B. durchbewegen, manuelle Therapie, Massage… zu tun. Das war alles andere als einfach und fällt uns schwer. Und nun ist es weg, ganz und gar und nicht nur vorübergehend. Das verstehen wir nicht. Warum hat er uns das nicht gesagt? Warum geht er ohne zu sagen dass er gar nicht beabsichtigt wieder zu kommen? Und dann auch noch die letzten Tage krank, wobei wir wissen dass er das nicht war. Das fühlt sich komisch an. Warum das so schwer für uns ist? Vielleicht weil wir dieses Verhalten kennen. Diese Unberechenbarkeit, Unzuverlässigkeit und zuletzt die Frage, was haben wir jetzt wieder falsch gemacht. Haben wir es nur falsch verstanden dass er wiederkommen wird? Doch noch nicht mal „die Anderen“ wissen Bescheid, denken also das gleiche. Wieso stiehlt er sich so daraus ohne zu sagen, dass es für ihn vielleicht nicht mehr passt, zu viel ist oder was auch immer ihn zu diesem Schritt bewegt. Aber warum ohne sich richtig zu verabschieden? Ohne die Wahrheit zu mitzuteilen. Ohne zu sagen, dass es nicht vorübergehend sein wird sondern für immer? Für uns ist das schwer.

 

31.7.15

"Ausmisten", finden alter Fotos und Schulhefte

Gestern haben wie bei den Schmetterlingen gemeinsam im Keller aufgeräumt und aussortiert. Dabei sind wir auf einige alte Schul- und Ausbildungshefte und Unterlagen gestoßen. Das war für beide Systeme ganz schön aufregend, aber auch verwirrend und ein wenig erschreckend. Uns Sonnenblumen fielen sehr schnell einige verschiedene Handschriften bei den Heften der Schmetterlinge auf, die zum Teil auch je nach Unterrichtsfach wechselten. Viele der Persönlichkeiten die in Schule und Ausbildung gingen waren äußerst sorgfältig in ihren Aufgaben und Heftführungen. Andere eher schluderig und mit nicht so guten Leistungen. Und dann, switch, schrieb eine andere Persönlichkeit beispielsweise den Aufsatz weiter. Andere Zeit, andere Schrift, anderer Stil…. Eine Schülerin korrigierte Texte von anderen im System mit Tintenkiller.         Faszinierend dies aus unserer (Sonnenblumen) Perspektive zu sehen. War denn das nicht auffällig? Scheinbar nicht. Ein paar wenige Fotos haben wir auch gefunden. Die gemeinsam anzuschauen war gar nicht einfach und hat bei verschiedenen von den Schmetterlingen sehr unterschiedliches ausgelöst. Klassenfotos, einfach irgendwo mittendrin, oder ein anderes Mal an der Seite. Nicht auffällig in dem wie die Kleidung war oder sonst ein besonders Merkmal. Doch wir, die Sonnenblumen haben sie auf jedem Foto ohne drüber nachzudenken problemlos erkannt. Und auf solchen Bildern sind bekanntlich einige Leite zu sehen. Warum? Das ist schwer zu erklären. Der Blick so anders, wie der der Mitschüler. Die Körperhaltung angepasst und doch irgendwie unsicher. Auf den verschiedenen Bildern war nicht immer Dieselbe vorne, doch das machte es für uns noch offensichtlicher. Zum anderen sicher, weil wir sie sehr gut kennen. Und doch, wenn wir uns diese Bilder ansehen merken wir, wie der Blick um Hilfe schreit, weit weg ist oder so unglaublich überangepasst ist. Mal der Kamera ausweichend, mal schaut jemand von den Kleineren obwohl der Körper schon eindeutig älter war. Für uns seid ihr da auf Anhieb und auf den ersten Blick rausgestochen. Schule, eine Instruktion in die ihr so viele Jahre parallel zum Leben in der satanistischen Sekte und den anderen Schauplätzen der Gewalt regelmäßig ward. Schwer vorstellbar, wie das alles gleichzeitig passieren konnte ohne dass irgendwer da draußen etwas unternommen hat um euch zu helfen. Das tut uns sehr leid. Die richtigen Worte für so eine besonderes Situation zu finden fällt uns schwer. Wir danken euch sehr, dass ihr eure Erinnerungen mit uns geteilt habt. Das ist ein sehr wertvolles Geschenk. Danke.

Sonnenblumen

 

20.8.15

Wisst ihr eigentlich, wieviel Kommunikation nach innen ins eigene System jedem Tag, jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr notwendig ist? Bei uns Multis muss alles besprochen werden, was du für dich als „ein Mensch“ nur mit dir selbst ausmachen musst. Nicht so bei uns. Zunächst sind da mal die unterschiedliches Bedürfnisse, Wünsche aber auch Anforderungen an das Leben. Wie aber die wenige Zeit, die jedem Einzelnen bleiben sinnvoll nutzen so das möglichst noch produktives dabei herauskommt. Tages und Wochenpläne waren hier sehr lange Alltag. Heute wo die Systeminterne Kommunikation ist dies weniger geworden, aber nicht verschwunden.

 

17.9.15

Aufzeichnungen aus dem Alltag als uns noch nicht bewusst war dass wir Viele sind. Solche Situationen sind ganz typisch für Multiple Persönlichkeiten, denn in der Zwischenzeit haben andere Persönlichkeiten außen agiert. Für diesen Zeitraum hat die Person die hier geschrieben hat eine Amnesie. Da es noch keine innere Kommunikation gab, war der Alltag häufig Chaotisch, Undurchsichtig aber nach Außer funktional.

Ich glaube, ich habe schlecht geschlafen, bin müde. Welche Vorlesung hab ich heute Vormittag? Was muss ich einpacken. Schaue auf die Uhr, es ist schon Nachmittag. Komisch, wie schnell der Tag schon wieder verging. In meinem Ordner finde ich Mitschriften aus der heutigen Vorlesung. Dabei kann ich mich nicht erinnern, in der Vorlesung gewesen zu sein. Aber da ich ja mitgeschrieben habe, muss ich ja dort gewesen sein. Aber Ich bin doch nur zur Uni gefahren, wie kann es sein?                                                                         Ich schaue auf die Uhr, mir fällt ein dass ich gleich Psychotherapie habe. Merke, dass ich es nicht mehr pünktlich dorthin schaffe. Also will ich die Therapeutin anrufen und Bescheid geben. Ich schaue in der Kontaktliste meines Handys nach. Aber wie kann ich herausfinden, wie die Therapeutin heißt? Wie kann ich sowas nur vergessen… Irgendwie bin ich irgendwann bei meiner Therapeutin angekommen.

 

20.9. 15

"Ich finde gut das wir zusammen so viel schon geschafft haben zusammen sind wir stärker als die von früher. Das ist so toll. Der Kult hätte nie gedacht dass wir uns mal treffen und gemeinsam helfen können. Glaube das konnten sie sich nicht vorstellen. Aber ich finde es gut es ist so schön dass ich jetzt eine richtige Freundin habe. Und wir über alles reden können und wir zusammen verstehen. So viel verändert sich seit wir nicht mehr alleine sind. Das ist sehr schön. Ich kann mir nicht mehr vorstellen allein zu sein. Gemeinsam ist vieles leichter."                                                                                                                                                    "Du bist etwas ganz Besonderes für mich. Deine Aufgabe im System ist sehr schwer und anstrengend. Du hilfst und beobachtest sowohl im Innen. Du bist sehr stark und musst viel Trauma Wissen ertragen. Ich hab dich sehr gern und freue mich jedes Mal wenn ich dich in den Arm nehmen kann."

„Gutschein für 1 mal Döner, Cola und Kaugummi“

Diesen Gutschein hat ein Jugendlicher der Sonnenblumen für seinen Freund bei den Schmetterlingen erstellt. Kaugummi deshalb, weil die allermeisten im Körper Döner gar nicht mögen und den Geschmack nicht in ihrem Mund haben wollen.

 

2.1.16

Heute sprach mich eine ältere Frau an. Ja hallo.... wie s "mir" denn so geht. Erzählte irgendwas von ihrer Enkelin etc. und ich hatte keinen blassen Schimmer, wer diese Frau ist. uff... Naja die Frau erzählte und erzählte, machte für mich den Anschein dass sie uns schon irgendwie kennen muss... und breitete da irgendwelche ihrer Probleme aus. Ja und wie ich das denn sehe usw. Ich hab halt innen versucht raus zu finden wer des ist. Ist mir aber in dieser Situation nicht gelungen. Hab dann halt gesagt, dass ich nun weiter müsse. Irgendwann gelang es mir dann auch zu gehen.

Früher bin ich gerne getaucht- heute werde ich nicht mehr gebracht. Deshalb bin ich im System abgetaucht.


Im Aufzug: Der Aufzug piept, sagt wir sind zu schwer für den Aufzug. Nur die Schmetterlinge und wir waren im Aufzug. Da sagte eines der Kinder. Ist doch klar, weil 2 Körper mit vielen Bewohnern müssen ja zu schwer sein ;-)

 

3.1.16

Verschiedene Bedürfnisse gleichzeitig: Beispielsweise will J. gerade essen, sitz am Tisch und hat alles zum Essen vorbereitet. Währenddessen hat sich A. ein Buch genommen und möchte es anschauen. Zur  gleichen Zeit möchte H. ganz dringend mit ihrer Freundin reden…. Aber es können nicht drei verschiedene Persönlichkeiten parallel vorne sein und so unterschiedliche Dinge tun. Auch wenn sie gerne möchten und die Vorstellung ganz praktisch erscheinen mag, man könne ja X. aus dem System mal schnell zu Hause lassen damit sie mit ihrer Freundin spielen kann während K. arbeitet oder R. die notwendigen Telefonate erledigt.

 

„Plötzlich Shakespeare“ von David Safier.

„ Wenn ein Mann und eine Frau sich das Leben teilen, ist das ja schon schwierig. Aber wenn Mann und Frau sich auch noch ein und denselben Körper teilen müssen, ist das Chaos perfekt….“

Ein interessanteste Statement, oder?  Und in diesem Buch teilen sich die beiden den Körper nur vorübergehend. Was dieser Satz aber bedeutet finden wir, kann man in diesem Buch, dass rein überhaupt nichts mit multipel sein zu tun hat ein kleines Stückchen auf witzige Weise erfahren. 

„Vielleicht ist eine Beziehung zu einem Anderen in deinem Körper nicht das wahre?“ Ach ne? Tja, uns bleibt wohl nix anderes übrig ;-)

Ein Trigger, z.B. ein Bild im Fernsehen kann mehrere Persönlichkeiten aus verschiedenen Gründen triggern. Das ist vermutlich ziemlich schwer sich vorzustellen, deshalb versuchen wir es zu beschreiben. Zum einen kann es sein, dass mehrere Persönlichkeiten sich ein Trauma geteilt haben. Den Anfang der Situation erleiden musste und dann von einer anderen Persönlichkeit abgelöst wurde usw. Da das bei uns bei schweren Traumata so üblich war, ist dies in Triggersituationen heute auch so. Nicht bei jedem Trigger, aber es kann so sein.

 

27.1.16 Einfach nur da!

In dieser schweren Zeit sind die Sonnenblumen immer für uns da. Das hilft uns sehr! Gestern Abend musste ich ganz viel weinen und hatte innen Druck. R. hat mich in den Arm genommen und einfach nur „gehalten“. Das tat so gut. Wenn wir früher schlimme Gefühle hatten, mussten wir alles alleine aushalten. Wir haben in der Therapie zwar viel gelernt, aber die Unterstützung die wir im Moment bekommen und brauchen, kann keine Therapie oder Psychiatrie schaffen. Wir können uns bei den Sonnenblumen einfach fallen lassen, müssen unsere Gefühle nicht unterdrücken. Wir werden einfach nur liebgehabt. Heute können wir einem anderen Menschen komplett vertrauen. Das hätten wir uns bevor wir die Sonnenblumen kennengelernt haben nie vorstellen können. Ich glaube für Menschen die traumatisiert wurden ist vertrauen besonders schwer. Ich glaube, vor allem wenn man noch sehr klein und abhängig von Erwachsenen war und das vertrauen „kaputt gemacht“ ist das für immer schwer. Umso wertvoller ist unsere Bildung zu den Sonnenblumen!

 

6.2.16

Brief der Sonnenblumen an die Schmetterlinge in einer schweren Zeit:

Liebe Schmetterlinge, ihr seid uns sehr wichtig. Wir haben euch immer lieb und wir glauben euch! Wir wissen, dass die vergangenen Wochen schrecklich sind und waren. Nicht zu wissen wie es weiter geht kann jeden Menschen aus der Bahn werfen. Solche Beschuldigungen wie das, was euch unterstellt wird erst recht. Jenny, du darfst sein wie du bist und dazu gehört, dass es dir im Moment nicht gut geht. Das ist in Ordnung! Wir sind an eurer Seite, egal was kommt. Heute seid ihr nicht mehr alleine, wir sind bei euch und Curly und Charly auch. Es ist schon allein deswegen ganz anders als früher.  Wir hören euch zu, nehmen euch in den Arm. Versuchen euch anzunehmen und da zu unterstützen, wo ihr es möchtet und braucht. Können miteinander reden, gebärden oder schweigen, wie es sich eben richtig anfühlt in den Moment. Wir halten die Situation gemeinsam mit euch aus und werden mit und für euch kämpfen. Bitte sagt uns, wenn sich etwas was wir sagen oder tun nicht gut anfühlt. Schmetterlinge, ihr seid die tollsten Menschen die wir je kennen lernen durften. Wir möchten euch sagen, dass ihr uns sehr wichtig seid. Soooo sehr, das Worte dafür gar nicht ausreichen. Wir nehmen euch ernst! Sind einfach da. Wir würden gerne mehr tun als da sein, doch wir wissen nicht was. Wir haben euch sehr lieb und gemeinsam werden wir mit euch euren Weg suchen. Auch wenn ihr im Moment gar nicht wisst wo dieser hingehen könnte, es wird der Augenblick kommen, in dem es euch klar wird. Egal was ihr für eine Entscheidung treffen werdet, wir werden sie mit euch tragen. Liebe Grüße, Sonnenblumen

 

2.4.

Jugendlicher 12, Schmetterlinge

ich habs nicht so mit dem Schreiben. Ich will aber trotzdem mal was sagen. Computer kenn ich noch als dicke „Kästen“ wo der Bildschirm oft flackerte und das es zum Speichern nur diese Disketten gab. In der Schule hieß bei uns Arbeiten im Computerraum immer „trockene Arbeit“, das Internet war gerade erst am Entstehen.  Wir waren auf einer eher konservativen Schule. Wir lernten das Schreiben mit zehn Fingern, mussten Diktate am PC schreiben. Computer war dadurch ein nicht wirklich beliebtes Teil. Das ist heute wohl ganz anders....

 

27.4.2016

Wer sind wir? Wer bin ich? Das ist eine Frage die in der Therapie immer wieder gestellt wurde. Was macht uns aus? Welche Stärken und Schwächen haben wir? Diese Worte hat Eine von uns vor längerer Zeit geschrieben. Ich finde es schwierig mich selbst zu beschreiben. Ich denke, dass ich eine ruhige und sensible junge Frau bin. Insgesamt denke ich, dass ich über ein geringes Selbstbewusstsein verfüge. Aufgrund von Erfahrungen in der Vergangenheit gebe ich nur sehr vorsichtig Informationen über mich, mein inneres Preis. Häufig fühle ich mich den äußeren Umständen ausgeliefert. Momentan bin ich sehr einsam. Nach außen war ich lange ein selbstständiger, selbstbewusster und gut funktionierender Mensch. Jemand, der meistens guter Laune ist, immer zupackt wenn die Gegebenheiten dies erforderlich. Häufig nahm ich mir Zeit für die Probleme Andere. Ich war belastbar, habe wohl ein gutes Einfühlungsvermögen und war so oft Zuhörer. Anderen Menschen bringe ich viel Wertschätzung und Verständnis entgegen. Mit ihnen bin ich viel weniger kritisch als mit mir selber. Ihnen gestehe ich Schwäche zu, was mir bei für mich extrem schwer fällt. Vielleicht habe ich dadurch selbst übersehen, dass es auch in mir eine schwache, sensible Seite gibt. Das auch ich einen Platz für mich brauche, wo ich sein kann wie ich bin. Verlässlichkeit ist für mich sehr wichtig. Doch immer wieder werde ich in dieser Hinsicht von anderen Menschen enttäuscht. Ich bin perfektionistisch und habe hohe Ansprüche an mich selber. Mir gestehe ich kaum einmal zu, etwas nicht sehr gut zu machen. Gut ist mir häufig nicht gut genug. Damit setze ich mich häufig selbst unter Druck. Eine Erwachsene von den Sonnenblumen

Was bin ich wert? Zusammen mit meiner Freundin (Jugendliche von den Sonnenblumen) mindestens doppelt so viel wie alleine. Eigentlich meinte ich wie wertvoll mein Leben ist. Jugendliche, Schmetterlinge

Gestern haben wir auf Wunsch einen 5 jährigen Jungen von uns „Burgerformer“ gekauft. Er hilft sehr gerne kochen, am Liebsten etwas mit Fleisch. Selbstgemachte Burger sind besonders beliebt. Nun haben wir diesen Gegenstand ausgepackt, die Ideen um was es sich dabei handeln könnte sind unglaublich. Von Aschenbecher bis zum runter gefallenen Feuermelder. Einer neuen Schüssel zum Fressen für die Kaninchen oder einem Topfdeckel reichen die Ideen.

 

3.10.16

Wenn man etwas Bestimmtes möchte z.B. Süßigkeiten muss ich nur „den richtigen Großen“ fragen, denn einer im System sagt bestimmt ja. Und wenn nur deshalb, dass ich nicht weiter nerve. Habe mehr Auswahl als die meisten Außenkinder, die nur „2 Große“ zum Fragen haben.

Ich hab aus Lego ein Feuerwehr Auto baut. Das parkt unterm Bett. Hat da seine Garage. Manchmal aber um parken muss. So wie gestern. Aber jetzt, wieder auf seinem Parkplatz. Junge, 5 Jahre

Jugendliche: Darf ich mit 13 online was bestellen? Antwort einer anderen Jugendlichen im System: Ja, auf unserem Ausweis steht doch, dass der Körper erwachsen ist. Mhhhhh, ja stimmt!

 

21.12.16

Speiseplan:

da haben wir wieder mal den Salat. Wir sind uns nicht einig was es zu essen geben soll. Ein dreijähriges Mädchen hat Milchreis bestellt, dieser köchelt  schon auf dem Herd vor sich hin. Nun will eine sechsjährige aber Pizza, obwohl wir keine da haben. Tja und wenn man jetzt im System noch weiter fragen würde, würden vermutlich noch viele verschiedene Wünsche kommen. Kochen für zwei Multiple Systeme ist gar nicht so einfach! Kochen mit dem eigenen System aber auch nicht. Ein Junge ist unser Spezialist im Braten. Er liebt es zum Beispiel Frikadellen selbst zu machen, Bolognese Sauce oder sonstige Dinge am besten mit Fleisch. Jemand anderes ist wiederum Vegetarier und kann sich absolut nicht vorstellen das Gekochte nun zu essen. Der eine mag es eher salziger, jemand anderes süß. Das Frühstücksbuffet im Urlaub war ein perfektes Frühstück für uns als Multiple Systeme. Doch dort wurde ganz schön viel durcheinander gegessen, obwohl wir das durchaus schon gebremst haben. Die Auswahl war einfach zu verlockend. Meistens kochen bei uns wir Sonnenblumen, doch motorisch unterstützt uns entweder jemand von den Assistentinnen oder jemand von den Schmetterlingen. Jedoch können nicht jeden Tag die Kleinen entscheiden, was es zu essen gibt. Dann wäre unser Speiseplan wohl sehr eintönig. Und eine gesunde Ernährung ist wichtig, und damit auch Gemüse und Salat. Grad spreche ich´s aus, schon kommt die Antwort eines Kindes von den Schmetterlingen "Ihhhh, ich mag kein Grünfutter". O. K. in einem System ist natürlich der Vorteil dass es meistens jemand gibt, der etwas mag und jemand der was nicht mag. Wenn die kleinen Jungs beispielsweise ihre selbst gemachten Hamburger essen, müssen zwei Jugendliche hinterher den Salat essen. Also nicht das eine Blatt auf dem Hamburger, das geht gerade noch, aber mehr Salat wird sicher nicht dazu gegessen. "Ein uno Kind ja alles essen muss", bemerkt ein Mädchen von uns. Stimmt! Doch dafür muss es auch leckere Speisen oder Getränke nicht mit anderen teilen und hat beispielsweise selber zwei Kugeln Eis. Das kommt bei uns eher selten vor.

 

wird fortgesetz....