Blog 2018

19.5.

Europapark - Ausflug  mit 2 Multis und 1 Uno.

Am Donnerstag waren die Schmetterlinge, die Sonnenblumen und eine Freundin zusammen im Europapark. Die Sonnenblumen mussten nix zahlen als Rollifahrerin, die Begleitperson bekommt ermäßigten Eintritt und die Schmetterlinge auch. Wir schon viel früh losgefahren. Die Reise durch die verschiedenen Länder war spannend und interessant. An einem Tag in so vielen Ländern zu Besuch zu sein war toll. Wir waren in Irland, Russland, Deutschland, Österreich, Schweiz, im Märchenland, in Spanien und in Griechenland. Viel interessanter wie Schule früher. Das Essen in Russland war leider nicht lecker und teuer. Aber das Essen in Griechenland war zum Glück besser und nicht so teuer. Ich mag griechisches Essen, vor allem Gyros mit Zaziki.

„Irland- die Welt der Kinder“ Das ist für unsere Mulitkinder das tollste Land!

Junge von den Schmetterlingen, 5 Jahre

Ich durfte Traktor, Zug, Karussell und Achterbahn fahren. Das war soooooo cool. Ich hab mich gefühlt wie ein Außenkind. Wir Mulitkinder sind oft traurig weil der Körper erwachsen ist. Oft ist der Körper zu groß.

Der folgende Text ist etwas chaotisch da mehrere Persönlichkeiten welche die Rechtschreibung noch nicht beherrschen geschrieben haben. Kindas von Sonnenblumen nix konnten farn. Kain Karosell, kaine Bahn. Das war doof. Nix füa Rolli farar war. Aba wir zuguckt was Schmetterlinge macht. Und Fotos macht. Aba wir in Show warn:  Eis (Show) und was mit Pferdn. Toll wa. Nua mit großer Parkbahn konntn wir mit Rolli mit. Wia vil toles sehn habn. Nich so viele Menschs da warn weil morgents regnet. Aba tol wa dan aufhört hat mit regn. Vile Länders sehn wa interessant.

Zwei Mädchen, 3 und 4 Jahre

Im Märchenland Bilder geguckt und Geschichte gehört. Auch für Schmetterlinge das geht. Wir haben „Frau Holle“, „Dornröschen“, „Aschenputtel“ und noch mehr Geschichten gehört. Bei „Hänsel und Gretel“ haben wir 3mal an die Tür geklopft. Und dann hat die Tür geredet. „Warum störst du mich“?

 

12.5.

Liebe Schmetterlinge                                    

Heute bekommt ihr mal von uns schöne Post ;-) Wir bekommen öfter tolle Post von euch, danke! Handgeschrieben wäre sicher noch etwas persönlicher, hoffentlich findet ihr es nicht doof dass wir dem Computer das Ganze nur diktieren. Wir lieben euch aus tiefsten Herzen so sehr wie wir noch nie einen anderen Menschen lieben konnten. Durch euch wissen wir was Liebe heißt! Geliebt zu werden ist so ein riesengroßes Geschenk. Es gibt so vieles was wir gerne für euch ändern würden doch es steht nicht in unserer Macht. Wir versuchen aber unseren Teil dazu beizutragen es für euch so erträglich wie eben irgendwie möglich zu machen. Set Mittwoch sind wir nun im Urlaub. Ob die kleinen Jungs wieder Zug fahren wollen? Und du J. (Jugendliche) willst bestimmt auf den Berg um über die Stadt zu sehen und ins Vapiano. Auch wir haben Wünsche für den Urlaub wie zum Beispiel liebe Menschen treffen. Außerdem wollen wir auf jeden Fall auf den tollen Markt. Mal schauen. L. (Erwachsene von den Sonnenblumen) wird sicher viele Fotos machen und P. und ihre Freundin werden das Bett wieder zu groß finden. Wir werden von unserem „alten Rolli Taxibetrieb“ am Bahnhof abgeholt, was auch immer toll ist. Diese Stadt, wo wir nun Urlaub machen war eine sehr wichtige Station in unserem Leben. Und wir freuen uns sehr ab und zu hinfahren zu können. D.h. aber nicht dass wir jeden Urlaub dort verbringen müssen. Habt ihr eine Idee wo ihr gerne mal hinfahren würdet? Vielleicht irgendwo an einen See mit schöner Natur drumherum? Wir haben jetzt keinen Bestimmten im Kopf. Wir können ja mal zusammen überlegen. Hier bei euch sind wir Zuhause! Wir haben euch sehr lieb, Sonnenblumen

 

Liebe J.

du bist genauso wie du bist richtig und großartig. Vielen Dank für dein großes Vertrauen. Mir ist bewusst dass du große Felsen überwinden musst, und viele kleinere Steine auch. Das kann ich dir leider nicht abnehmen aber ich kann diesen Weg mit dir gemeinsam gehen. Mir ist wichtig dass du weißt dass du nicht alleine bist! Ich bin an deiner Seite. Ich bin da, wenn du Angst hast. Bin da, wenn du nicht weiter weißt. Ich bin da wenn deine Gefühle dich überfluten, egal welche es sind. Manchmal freust du dich unglaublich über irgendetwas, danke dass ich deine Freude spüren darf. Manchmal bist du traurig, wütend und frustriert. Das verstehe ich. Dann nehme ich dich in den Arm, wenn du wen  zum Anlehen brauchst. Du hast manchmal das Gefühl dich versteht niemand? Auch dann bin ich da. Wenn du nicht weiter weisst, komm zu mir, so wie auch ich immer zu Dir kommen kann. Wenn du stolperst, fange ich dich auf. In Gedanken bin ich immer bei dir! Wann immer du mich brauchst, ich bin da.

 

10.5.

Kind 1: Darf ich Eis essen?

Kind 2: Musst du die Grosis fragen.

Kind 1: Nein, ich will aber.

Kind 2: Frag doch!

Kind 1: zu einer Großen im System: R., darf ich Eis essen?

R.: Hast du schon was Richtiges gegessen?

Kind 1: Eis is richtig.

R.: Nach dem Essen kannst du s haben.

Kind 1: Ich will s aber gleich.

R.: später

Kind 1: ok.  

 

 

6.5.

Schwierige Tage, Chaos im Inneren. Diesmal haben wir es ganz gut geschafft, glauben wir. Aber es war trotzdem anstrengend. Hat ein runder Geburtstag eine besondere Bedeutung? Für viele Menschen wahrscheinlich schon, für uns irgendwie auch. Früher als Jugendliche und auch während der Studienzeit waren für uns Menschen die 30 Jahre alt sind richtig alt. Man hat zu Ihnen hoch geschaut, sie haben so vieles geschafft. Stehen mitten im Leben und kommen gut zurecht, auch wenn das natürlich nicht auf jeden Menschen zutrifft. Aber der Großteil der Gesellschaft gaukelt einem das vor. Für viele Menschen bedeutet es feste Beziehungen, vielleicht auch Kindererziehung und nebenher natürlich erfolgreich im Job. Aber ist man mit solch einem Leben glücklicher als wir? Wir sind unglaublich glücklich mit euch Schmetterlingen. Wir fallen irgendwie durch ein Raster hindurch was einem an solchen Tagen einfach bewusster wird. Immerhin haben wir heute nicht mehr so eine große Angst vor diesen Tagen aber wir wissen wir müssen nicht alleine sein. Das hilft sehr viel und ist das Beste was uns je passiert ist! Vielen Dank.

Kind, Schmetterlinge: Die Musik die du hörst ist hässlich!

 

1.5.

"Neue Menschen" sind für uns wie hohe Berge

Schon wieder sind beide Systeme mit neuen Menschen konfrontiert. Nachdem es in der alten Physiopraxis nicht mehr weiterging haben wir uns nun eine neue gesucht. Dort waren wir heute zum dritten Mal. So schmerzhaft wie dort war noch nie eine Physiotherapiebehandlung für uns. Angenehm war es für uns selten, aber es muss halt sein. Am effektivsten und schmerzärmsten ist für uns die Physiotherapie im Bewegungsbad. Da gehen wir wirklich sehr gerne hin. Wenn das mal ausfällt dort merken wir das sehr schnell. Neue Menschen so dicht an uns ran zu lassen wie es in der Physiotherapie eben notwendig ist mit Körperkontakt, Transfer etc. fällt uns wirklich schwer. Deshalb haben wir im Moment noch immer jemanden dabei der mitgeht. Vielen Dank! Das von Anfang an alleine zu machen wäre für uns noch viel schwieriger. Nun ist der Physiotherapeut auch noch ein Mann was die Situation nicht einfacher macht. Die letzten Jahre waren wir überwiegend bei Frauen in Physiotherapie, noch in der alten Stadt in der wir lebten bevor wir 2013 hierhergezogen sind hatten wir auch noch Ergotherapie. Mit dem dortigen Ergotherapeuten haben wir uns sehr gut verstanden und haben bis heute noch Kontakt zueinander. Dies ist allerdings eher die Ausnahme. Zurück zur neunen Physiotherapie, mit dem Rolli etwa 10 Minuten von der Wohnung entfernt. Läuft jemand neben her so dass wir nicht mit 6 KM/H fahren können planen wir lieber 15 Minuten ein. Was in der Praxis etwas merkwürdig ist, ist die Tatsache, dass es dort keine einzelnen Räume gibt. Stattdessen finden die Therapien von allen Patienten in einem großen Raum statt. Ausschließlich durch Vorhänge abgetrennt so dass man zwangsläufig die anderen Gespräche mit hört. Das erleben wir als nicht so angenehm. Denn immer wieder plärrt irgendjemand durch die Gegend oder die Therapeuten unterhalten sich untereinander. Das kennen wir so nicht. Wir haben jetzt entschieden dass wir das eine Rezept dort auf jeden Fall einlösen und gegen Ende des Rezeptes bevor dieses beendet ist dann entscheiden ob wir in diese Praxis weitergehen werden. Da es nicht ganz einfach ist eine Physiotherapiepraxis für uns zu finden versuchen wir es auf jeden Fall erst einmal. Heute hat sich der Therapeut Schulter und Nacken vorgenommen. Klingt vielleicht für manch einen Menschen nach einer Art Wellnessprogramm, für uns hingegen ist es sehr schmerzhaft. Besonders schmerzhafte Punkte wurden per Triggermethode behandelt, anschließend wurden wir auch noch geschröpft. Auch nicht angenehm. Der Physiotherapeut kam zu dem Ergebnis das viel zu tun sei, das ist nichts Neues für uns... Was das Ziel dieser Therapie für uns ist? Den jetzigen Stand erhalten, von Verbesserung kann man leider nicht ausgehen. Bis bald, Sonnenblumen

 

27.4.

Bilder mit Fingerabdrücken

Weitere neue Bilder im Menüpunkt "Unsere Bilder"

 

26.4.

Es war ein sehr warmer und sonniger Tag. Viele Menschen werden versucht haben Zeit draußen in der Natur zu verbringen. Wir Sonnenblumen hingegen fuhren quer durch die Stadt öffentlichen Verkehrsmittel, ohne dies zu beabsichtigen. Eigentlich hatten wir nur ein kurzes Stück zu fahren, schnell nach Hause war der Plan. Doch dann kam alles anders. Da wir einen elektrischen Rollstuhl zur Fortbewegung benötigen, sind wir immer auf Elektronik angewiesen. Zunächst mal natürlich das wichtigste ist der funktionierende Rolli, das war vor ein paar Tagen nach einer Reparatur im Sanitätshaus bereits ein Problem. Heute war es allerdings ganz anders. Die Rampe im Öffentlichen Nachverkehr fiel aus. Wir waren in der Bahn, kamen aber nicht mehr raus. Also beim Einsteigen hat noch alles ordnungsgemäß funktioniert. Doch als wir austeigen wollten, nicht mehr. Das Verkehrsmittel voll mit Leuten, die schnatternden und alles besser zu wissen glaubten. Ja, ich könnte ja rückwärts rausfahren, oder ein anderer Fahrgast, er hebt den Rollstuhl einfach raus. Wir haben daraufhin versucht uns Gehör zu verschaffen, haben erklärt dass die Ideen ja gut seien aber eben nicht funktionieren. Das wollte die Masse aber nicht glauben. Der Fahrer versuchte mehrfach die Hebebühne doch noch zum Laufen zu bringen, der Unmut der anderen Fahrgäste wurde immer größer. Ich wurde beschimpft, lautstark von vielen Menschen was ein sehr unangenehmes Gefühl war. Als wenn ich es mir ausgesucht hätte dann noch quer durch die Gegend mitfahren zu müssen… Der Fahrer fuhr dann weiter, das war ein sehr komisches Gefühl. Als ich dann endlich allein mit dem Fahrer im Fahrzeug war verständigte dieser eine Hilfsdienst, welcher zum Glück eine mobile Rampe dabei hatte. So konnten wir nach etwa einer Stunde das Fahrzeug, wenn auch wo völlig verkehrtes, verlassen. Zurück mussten wir dann ja auch noch…. Als wir endlich zuhause angekommen sind waren wir völlig verschwitzt und erschöpft. Für das System war dies eine schwierige Situation, einige Kinder bekamen Panik und Andere wollten nur noch raus da – was ja nicht ging. Viele Grüße, Sonnenblumen

 

18.4.

Umstrittener Gesetzesentwurf 16. April 2018, Süddeutsche Zeitung

"Bayern will psychisch Kranke wie Straftäter behandeln"

Umstrittener Gesetzentwurf Bayern will psychisch Kranke wie Straftäter behandeln

 

15.4.

Efeu

bis vor kurzem hatten wir eine große Efeupflanze, die auf unserem Balkon stand. Diese Pflanze war, als wir sie bekommen haben, nur ein kleines Pflänzchen. Damals ausgesucht mit einem Menschen, der in dieser Zeit für uns sehr wichtig war. Einfach unbürokratische Hilfe, direkt von Mensch zu Mensch. Da wir zu dieser Zeit einen etwas unangenehmen Nachbarn hatten, wollten wir unsere Terrasse ein bisschen abschirmen. Das hat damals nicht so gut geklappt, weil die Pflanze doch relativ klein war. Deswegen wurde noch ein Sichtgitter angebracht, was etwas mehr Schutz vermittelte. Und jetzt, viele Jahre später ist es eine richtige Hecke geworden. Wir haben jemanden gefunden, der unserem Efeu ein neues Zuhause gibt. Doch bevor wir uns von der Pflanze trennen konnten, haben die Schmetterlinge noch Ableger abgetrennt. Diese stehen jetzt in einem Glas mit Wasser, wenn alles gut geht treiben sie innerhalb weniger Wochen Wurzeln. So bleibt doch ein Stückchen von unserer Pflanze bei uns. Manchmal tut es auch gut sich von Dingen die man lange hatte zu trennen. Für diese Pflanze war es einfach der richtige Zeitpunkt gekommen. Trotzdem wurden vorher logischerweise noch Fotos gemacht. Wir werden berichten ob die Nachzucht erfolgreich ist. Viele Grüße, Sonnenblumen

 

1.4.

Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern Frohe Ostern. Unsere Kleinen haben dieses Jahr wieder Eier gefärbt, mit sogenannten "Kaltfarben". Das war sehr schön. Bis bald, viele Grüße

Wir durchleben gerade eine aufregende, spannende aber irgendwie auch anstrengende Zeit. Umso mehr freuten wir uns, letzte Woche für ein paar Tage weg zu fahren. Ein Kurzurlaub, meine Freundin zu besuchen, darauf freuen wir uns schon ganz schön lange. Manche Menschen kann man leider nicht oft sehen, weil sie zu weit weg wohnen. Aber nicht nur die räumliche Entfernung ist manchmal nicht so einfach… Das tollste an der Hotelübernachtung wird das leckere Frühstücksbuffet sein. Meistens gibt es unter der Woche nur ziemlich früh Frühstück, was für uns als Langschläfer manchmal unpraktisch ist. Aber diesmal treffen wir ja auf jemanden, der überhaupt nicht lange schläft. Also passen wir uns für diese Tage an den anderen Rhythmus an, das ist kein Problem. Ein Kind aus dem anderen System hopst nach vorne. Ob ich sie denn auch gefragt habe, ob das frühe Aufstehen für sie kein Problem sei? Sie findet das nämlich doof. Aber für ein leckeres Frühstücksbuffet geht auch das durch. Glück gehabt!

 

29.3.

Kirche und Kult schließen sich für mich nicht aus:

Wahrscheinlich denken viele Menschen, ein Kind das in einem satanistischem Kult aufgewachsen ist, ist dadurch als erwachsener Mensch nicht religiös. Für mich trifft das nicht zu. Der Kult hat nichts mit dem christlichen Glauben zu tun. Im Kult geht es um grausame Gewalt in unvorstellbaren Ausmaß.  Das hat nichts mit christlichem Glauben zu tun. Auch ein katholischer Gottesdienst hat mit den Ritualen im Satanismus keinerlei Gemeinsamkeiten. Das wollte ich nur mal sagen! Ich bin eine Jugendliche der Schmetterlinge, die trotz unserer Vergangenheit JA zum religiösen Leben sagt.

 

15.3.

Müde und geschlaucht und doch voller positiver Energie. Ja, mir geht s gut und ich versuche auch sehr dies zu genießen. Doch dunkle Wolken tauchen immer wieder ohne Vorwarnung auf. Das tut weh und wir brauchen die positive Energie so dringend. Für jeden Moment der Glück bedeutet bin ich sehr dankbar, auch wenn die Ruhe und Idylle begrenzt sein sollte. Es gibt mir so viel Kraft und Aufschwung auf dieses tolle Ereignis hin zu fiebern. Dafür schaffe ich es Hürden zu überwinden, die mir vorher unerreichbar erschienen. Auch wenn es zunächst noch ein mulmiges Gefühl war, jetzt ist es wunderbar. Und ich weiß dass ich auch den nächsten notwenigen Schritt schaffen werde. Lg

Therapeuten Wechsel

Wir müssen uns mal wieder eine neue Physiotherapie Praxis suchen. Der Grund ist diesmal ziemlich verrückt. Ein Therapeut der Praxis hatte einen Arbeitsunfall mit einem anderen Rollstuhlfahrer. Deshalb dürfen dort Rollifahrer nicht mehr behandelt werden… Arbeitsrechtliche Auflage. Kurios. Eigentlich sollte man doch davon ausgehen dass ein Physiotherapeut in der Lage sein sollte Jemanden von seinem Rollstuhl z.B. auf die Behandlungsliege zu transferieren. Mein Vorschlag einen Lifter einzusetzen für diejenigen, die es bräuchten wurde abgelehnt. Wir waren dort schon einige Rollifahrer. Und für uns bedeutet das halt wieder Therapeuten Wechsel, wieder neu irgendwo anfangen zu müssen. Jemand geeigneten haben wir noch nicht gefunden. Das ist gar nicht so einfach. Denn es sollte ja möglichst gut erreichbar sein und auch fachlich und menschlich passen. Schließlich verbringen wir wirklich viel Zeit mit diesen Menschen. Machen uns jetzt nochmal auf die Suche, bis bald. Sonnenblumen

 

10.3.

Ein wahr gewordener Albtraum macht mir zu schaffen. Ich war so dicht bei euch, nur eine Türe trennte uns. Und doch wart ihr unerreichbar weit weg. In diesem Raum, wo nur medizinisches Personal zutritt hat. Es handelte sich um den Aufwachraum eines Krankenhauses. So viele Stunden gewartet und mit nur spärlichen Infos versorgt mussten wir die Zeit irgendwie überbrücken. Haben versucht uns abzulenken, Eis gegessen, spazieren fahren, etwas lesen und in Wahrheit doch nur warten. Die Zeit zog sich wie Kaugummi, es wurde immer später und immer noch keine Neuigkeiten. Nachgefragt, wohlgemerkt nach Stunden, angeblafft…. Zu mehr reicht die Kraft heute nicht mehr. 

 

Hallo, mir geht’s im Moment nicht so gut. Körperlich bin ich nicht wirklich fit und auch psychisch ging es mir schon mal besser. Mehr fällt mir dazu im Moment nicht ein. Sorry, bin grad nicht so gesprächig.

Statement eines Kindes von uns: „Wenn R. (eine Jugendliche) wieder denkt und mich deshalb beim Schlafen stört, darf sie nicht mehr in meinem Körper wohnen!

28.2.

Geschafft. Das Ziel erscheint zum Greifen nah. Und doch noch so weit weg. Strecke die Hand danach aus und kann es dennoch nicht erreichen. Den Moment der Ruhe genießen, während ich weiß was noch alles zu tun ist. Schwierig einfach nicht beeinflussen zu können ob wir das Ziel denn erreichen werden. Egal wieviel Kraft und Energie wir reinstecken, beeinflussen ob es klappt geht nicht. Meine Augen sind so müde, so erschöpft der ganze Mensch. Ist es da nicht besser das Vorhaben zu stoppen? Naja, eigentlich nicht. Denn wir können auch wo anders zu Kräften kommen. Der Tapetenwechsel tut uns allen sicher gut. Doch packen ohne zu wissen ob ein wegfahren möglich sein wird? Das fühlt sich auch komisch an. Aber dann sind wir dem Urlaub vielleicht schon ein Stückchen näher…Wenn wir nicht fahren könnten, müssten wir dennoch zahlen, was sehr ärgerlich wäre…. Mal sehen… 

 

24.2.

„Wir wollen kein Zoo sein“, „nicht schon wieder Zoo“…

Viele Assistenzbewerberinnen gucken uns an, fragen ganz viele Sachen. Schauen unsere Wohnung an, die Kaninchen auch. Und dann gehen sie wieder. Bisher kam Keine in dieser Runde wieder. Erst sagen die meisten, toller Job…, will ich unbedingt machen. Dann am nächsten Tag die Absage. Wollen ja auch nicht Jeden, aber auch die, die wir wollen sagten ab. Es nervt, ist anstrengend, kostet viel Kraft und auch Zeit. Immer und immer wieder ähnliche Fragen von uns, die Antworten können super unterschiedlich sein. Wichtig ist uns dass die Bewerberinnen verstehen, wobei es bei Assistenz geht. Nämlich ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu leben. Das versteht noch lange nicht jeder. Gerade hatten wir wieder eine Bewerberin die einer anderen Religion angehört. Mitten im Gespräch ging sie beten…Wie viel Toleranz sollen wir denn bitte noch aufbringen? Das müssen wir jeden Tag auf unterschiedliche Art und Weise.

 

20.2.

Vorlese Zeit:

Oft lesen Großis von den Sonnenblumen oder den Schmetterlingen uns Kindern abends eine Gute Nacht Geschichte vor. Das ist toll. Dabei können wir Kinder viel zum Beispiel über Blumen lernen. Fast wie „richtige Kinder“. Als unser Körper noch ein Kind war, haben wir abends selten Geschichte vorgelesen bekommen. Oft kamen da  Männer und haben uns sehr wehgetan. Heute ist das zum Glück anders.

28.1.

Statements einer unserer Assistentinnen zu ihren Tätigkeiten bei den Sonnenblumen

Vielen Dank, dass wir das hier veröffentlichen dürfen!

Es kann turbulenter und anstrengender sein als für einen Arbeitgeber ohne MPS, da man sich auf viele verschiedene Persönlichkeiten einstellen muss. Es ist nicht, als arbeite man  für „einen Rollifahrer“, sondern für eine ganze Gruppe! Ich muss sehr viel Flexibilität bezüglich der Ansprüche der  Persönlichkeiten an den Tag legen. Eine kindliche Persönlichkeit wünscht sich zum Beispiel vorgelesen zu bekommen, die kleinen Jungs möchten etwas anderes machen als ein Mädchen. Außerdem brauchen die Großen bei verschiedensten Dingen Unterstützung, Jugendliche haben noch mal andere Wünsche und Bedürfnisse… was die Tätigkeit sehr abwechslungsreich macht. Es kann anstrengend sein, aber es wird aber auch nicht langweilig werden! Feingefühl ist von Vorteil. Beispielsweise ist darauf zu achten was ich wann wie sage und wem, um nicht zu Triggern etc. So wichtig wie in wenigen anderen Jobs ist das gegenseitige Kennenlernen, diese Phase braucht viel Zeit. Bis man als Außenstehender annähernd das System durchblickt, vergeht viel Zeit und man muss sich bemühen wollen. Anfangs verunsichert ein Manches, bis man ungefähr weiß was der Arbeitgeber unter Assistenz versteht. Was bei Jedem anders sein wird, die eine hat ihre Prioritäten auf einem Focus, ein anderer Mensch wo ganz anders.

Die Tätigkeit bei euch Sonnenblumen ist eine sehr abwechslungsreiche, bei welcher sehr verschiedene Aufgaben anfallen. Allroundfähigkeiten sind von Vorteil wie zum Beispiel Pflege, Unterstützung im Haushalt, Begleitung zu Veranstaltungen sowie Handwerkliche Tätigkeiten ähnlich eines Hausmeisters etc.… Es handelt sich um eine sehr persönliche Tätigkeit, da viele Arbeitsfelder mit der Privatsphäre des Arbeitgebers zu tun haben. Außerdem findet ein Großteil der Aufgaben im häuslichen Umfeld statt. Flexibilität sowie keine Scheu auf Menschen zuzugehen seitens der Assistenten ist sehr wichtig. Zum Beispiel  im Schwimmbad Unterstützung holen damit die Sonnenblumen ins Wasser kommen, für Platz sorgen in öffentlichen Verkehrsmitteln usw. Was andere Leute denken, muss einem während des Einsatzes völlig egal sein. Die Assistentinnen sind als Person gefragt. Im Alltag wird man als Assistentin häufig angesprochen, anstatt des behinderten Menschen. Hierrüber sind Absprachen mit dem Arbeitgeber zu treffen.  Selbstbewusstsein haben! Vor allem anfangs könnte man Dinge persönlich nehmen, die nichts mit einem selbst zu tun haben sondern aus der DIS resultieren. Zum Beispiel bei unterschiedliche „Launen“ der verschiedenen Persönlichkeiten. Anfangs war es für mich sehr anstrengend, alle Eindrücke zu verarbeiten. Man weiß noch nicht, wie nah man dem Arbeitgeber treten darf und soll, wie viel man von sich aus „anbieten“ soll, ohne die individuelle Grenze der Selbstbestimmtheit zu überschreiten.

 

24.1.

Stempel: "Behindert"

Menschen mit Schwerbehinderung sind so unterschiedlich wie alle anderen Menschen auch. Manchen von ihnen sieht man ihre Behinderung auf den ersten Blick an, wieder andere Beeinträchtigungen sind nicht oder nur mit geübtem Auge erkennbar. Durch unsere Behinderungen haben wir spezielle Bedürfnisse, die andere Menschen nicht haben.  Wir haben immer wieder Kontakt und Auseinandersetzungen mit Ämtern und Behörden und verschiedensten Kostenträgern. Oft müssen wir uns für unsere behinderungsbedingten Bedürfnisse rechtfertigen. Auch wenn Dinge nötig sind um unser Leben zu meistern. Oft sitzt man am kürzeren Hebel.... und das behindert unser eigenes Leben sehr. Viel mehr, als die eigentliche Behinderung.

 

12.1.

Mir ist schlecht und übel. Wieder ein Anruf. Mag ich gar nicht. Zurückrufen, das ist alleine schwer. Zusammen etwas leichter, aber immer noch schwierig genug. Warum macht mir diese Person solche Angst? Wahrscheinlich ist es die Machtposition, das Gefühl unterlegen zu sein und keine Rechte zu haben. Fühlt sich nicht gut an, eigentlich sogar ziemlich schlecht. Mein Herz klopft schnell, die Finger zittern. Stress Symptome, ziemlich üble. Muss jetzt weiter, bis dann.

 

9.1.

Zum Glück nur ein Traum

heute Nacht habe ich etwas Schlimmes geträumt. Unser Körper war noch nicht erwachsen, sondern vielleicht zehn Jahre alt. Ich liege in einem fremden Bett. Ein Mann steht vor mir. Er zieht mich einfach aus. Ich mag das nicht. Mir ist kalt und ich fühle mich so nackig. Dann zieht er sich aus. Sein Gesicht kann ich nicht sehen und er hat eine komische Maske auf. Er nimmt seinen Gürtel und haut damit auf meine Beine. Das tut weh: er sagt "du willst es doch auch!" Ich will laut schreien "nein", aber irgendwie ist meine Stimme weg. Dann liegt der plötzlich auf mir. Es fühlt sich so an als würde er mich erdrücken. Er ist so schwer und stinkt nach Bier und Schweiß. Ich ekle mich so! Zum Glück wache ich an dieser Stelle auf. Ich weiß, dass ich heute in Sicherheit bin und unser Körper erwachsen ist. Trotzdem fühlt sich im Traum die Vergangenheit so echt an. Ich bin übrigens ein Mädchen von den Schmetterlingen. Heute geht es mir gut weil mir niemand mehr weh tut. Am liebsten schaue ich am Computer "Schloss Einstein".

 

5.1.

Wir wünschen euch allen ein gutes Neues Jahr!

Sich lieb haben: Wir haben euch sehr lieb. Nie hätten wir gedacht, dass wir einen Menschen so vertrauen können. Als Kind haben  wir Vertrauen nie gelernt. Wir wissen dass wir euch bedingungslos vertrauen können. Ihr seid die wichtigsten Menschen in unserem Leben. Wenn wir in euren Armen liegen, fühlen wir uns geborgen. Wir können alles um uns herum vergessen… Schmetterlinge

So sah unser Silvestertag aus: Zunächst einmal haben wir lange geschlafen, fast bis Mittag. Haben es wohl beide gebraucht. Nach einem leckeren Frühstück mit Kaffee für die Großen und Kakao für die Kleinen machen wir uns fertig zu einem kleinen Ausflug. Wir wollen ein Stück raus aus der Stadt und Landluft schnuppern. Dafür haben wir ein wunderschönes kleines Plätzchen gefunden, zu dem wir immer wieder fahren. Dort fühlen wir uns sehr wohl. Wenn wir dann gegen frühen Abend wieder zu Hause sind werden wir das Raklett essen vorbereiten. Unsere beiden Kaninchen müssen an diesem  Abend ihren Balkon verlassen, da die Knallerrei sie in Angst und Schrecken versetzt. Außerdem sollten wir für die Beide den Stress so gering wie möglich halten wegen ihrer e.c. Deshalb dürfen sie den Abend bis in die Nacht in unserem Flur verbringen. Das kennen die Beiden nun schon zu genüge und vor allem einer von beiden wird darauf wenig Lust haben. Kann man jedoch nicht ändern. Er mag sich nämlich nicht gerne hoch nehmen lassen, bei dem anderen Kaninchen ist es nicht so schwierig. Doch wenn er erst mal auf meinem Schoß sitzt genießt er es gestreichelt zu werden. Freuen uns schon sein warmes Fell zu spüren zu können. So gegen 23:00 Uhr werden wir dann Blei Gießen, um Mitternacht werden wir raus auf den Balkonen fahren. Dort möchte L. ein paar Feuerwerksfotos machen, naja wahrscheinlich werden es eher sehr viele. Bis die Kaninchen wieder raus dürfen vergeht dann noch etwas Zeit. Soviel für den Moment, bis bald.