Erfahrungen mit Therapie, Beratungsstellen und Arztbesuchen...

 

Hallo,

ich bin eine erwachsene Persönlichkeit. Seit mehreren Jahren, gehen wir zu einer ambulanten Psychotherapeutin. Immer öfter wird uns bewusst, wie wertvoll diese Stunden sind. Vieles wäre für uns ohne Therapie unmöglich gewesen. Ich meine jetzt nicht das was unmittelbar mit dem Kult zusammen hängt, sondern „andere Baustellen“: Wir haben gelernt, dass es Gefühle gibt, dass fühlen zwar oft „weh tut“, aber dass es auch sehr schöne Gefühle gibt. Dass es okay ist seine eigene Meinung zu sagen.  Auch was bei akuter Panik hilft, „Tricks“ wenn wir depressiv sind, Krisenplan verfasst. Oft merkt man die Fortschritte nicht gleich, aber plötzlich ist man in einer schwierigen Situation. Da ist man sehr froh, für solche Situationen „Trockenübungen“ gemacht haben. Ich muss dazu sagen dass wir eine sehr gute ambulante Psychotherapeutin haben. Dieses Glück hat sicher nicht jeder „Multi". Schmetterlinge

 

Arztbesuche, Erfahrungen mit Ärzten...

Gynäkologin

Vor einiger Zeit waren beide Systeme zusammen beim Frauenarzt. Traumatisierte Menschen wissen was das für eine enorme „Leistung“ ist“. Ein System alleine hätte sich das nicht geschafft. Aber zusammen schon! Es war jedoch nicht selbstverständlich für uns. Wir dachten versuchen können wir es ja einmal! Die Frauenärztin behandelt fast ausschließlich sexuell missbrauchte Menschen.  Wir haben uns dort super sicher gefühlt. Sie hat uns alles erklärt und nur das gemacht was für uns ok war. Und nicht das was „medizinisch“ wichtig ist.  Letztendlich hat es geklappt, dass beide Körper untersucht werden konnten, ohne Panik und erneute Retraumatisierung!  Wir sind soooo glücklich! Eins regt mich und noch viele andere aus beiden Systemen dabei aber voll auf: Ich weiß nicht ob ihr das wisst, aber  sexueller Missbrauch hinterlässt so gut wie keine Spuren. Die Ärztin hat uns erklärt, dass da unten die Schleimheute so gut durchblutet sind, dass Wunden, Verletzungen… schon nach kurzer Zeit nicht mehr nachweißbar sind! Das macht  diesen „Sch…“(ok: es heißt Sexualstraftätern) deutlich leichter, weil man Ihnen kaum eine Tat beweisen (im Sinne von hinterlassenen Spuren) kann. Sogar bei uns, die wir seit Geburt immer wieder schwer sexuell missbraucht und gefoltert wurden, sieht man keine eindeutigen Spuren, nur ein paar innere Verwachsungen. Das kann doch nicht sein!!! Wir hatten sicher viele schwere Verletzungen. Wenn man sich überlegt, was es für den Körper eines Kleinkindes bedeutet, wenn ein Mann  es vergewaltigt kann man kaum glauben dass  das keinen bleibenden körperlichen Spuren hinterlässt.

Was mich voll aufregt: Manche (instabilere) Persönlichkeiten, hier ein Kind denken so: Fuer mich isd so dass ich jez deng ich lüge. ich denk so schlim kann gar nicht sein war wen körber gesund isd. Bilde ich mier viel nur ein? Lüg ich? Wi menner gesagt kinder finden dass tol, vileichd tol isd ich nur nichd weis. NEIN du lügst nicht! Kein Kind hat einen Grund zu lügen, egal ob ein Kind multipel ist oder nicht. 

 

Zahnarzt

Hallo, mir geht‘s beschissen. Wir waren beim zahnärztlichen Notdienst, weil wir Sonnenblumen starke Schmerzen und einen abgebrochenen Zahn. Dort war es ganz furchtbar. Zuerst haben wir ewig gewartet, ein Wartezimmer völlig überfüllt. Eine Garderobe gab‘s dort auch nicht. Als wir dann endlich an der Reihe waren, begann die Katastrophe. Lauter Beschimpfungen wie zum Beispiel „sie putzen nicht ordentlich ihre Zähne“…. das müsste man ja merken und, und, und. Außerdem hat der Arzt einfach geduzt, weil wir als offensichtlich behinderter Mensch ist wohl nicht wert waren gesiezt zu werden. Dann steckte er uns endlich hier am Ort ansässige Körperbehinderteneinrichtung, ohne zu fragen ob wir da tatsächlich wohnen. Nein, tun wir nämlich nicht! Mit denen hat er uns verglichen. Und die Aussage mindestens zwei Zähne müssen sofort raus, hat uns ganz schön schockiert. Infektionsrisiko, Sepsis waren Worte die wir um die Ohren geschmissen bekommen haben. Wir wissen, dass unsere Zähne ziemlich schlecht sind. Aber das hat wohl eher weniger mit dem Putzen zu tun. Für uns war es unglaublich schwierig heute zu diesem Zahnarztnotdienst zu gehen, und nach der Erfahrung wird es wohl nie wieder vorkommen. Und wir sind ja auch zum Zahnarzt gegangen, weil wir Schmerzen haben. Warum wollen die uns immer Zähne rausreißen, ohne uns zu fragen, ohne mit uns zu reden, ohne uns ernst zu nehmen. Ohne mal ein paar Worte mit uns gesprochen zu haben, nein nur der Zahn muss raus. Und das am besten schon gestern. Über uns hinweg wurde besprochen, wir nicht einbezogen. Es fühlt sich beschissen an so behandelt zu werden. Zahnarztbesuche sind sowieso für uns schon vornherein sehr kompliziert, da Untersuchungen im Mund und an den Zähnen sehr Triggern. Von daher ist es eigentlich schon gut, so einen Arztbesuch überhaupt zu schaffen. Glück war die Schmetterlinge ja dabei, alleine werden wir dann wohl nicht hingegangen. Und trotz dass wir nun zwei Systeme waren, wurden wir wieder behandelt wie der letzte Dreck. Das ist doch echt nicht gerecht.

 

Diabetologe

Unfreundlichkeit war an der Tagesordnung in der ersten diabetologischen Praxis in der wir waren. „Sie müssen, sie müssen, Sie müssen...“ So etwas haben wir zuvor noch nie in diesem Ausmaß erleb. Und dummerweise hat uns das so handlungsunfähig gemacht, dass wir überhaupt nicht mehr richtig reagiert haben. Zwei Minuten Arztgespräch. Das ist kein gutes Gefühl. Aber im Nachhinein haben wir zumindest die Konsequenz daraus gezogen und uns jetzt eine andere Praxis gesucht. Vielleicht ist auch das schon ein Schritt Selbstfürsorge, auch wenn er sicher schon in der Situation selber hätte anfangen sollen. Doch dazu waren die Schmetterlinge und wir nicht in der Lage.

Die zweite Praxis hat aber auch eine Komik für sich, ist in gewisser Weise genau das Gegenteil. Der Arzt bei dem wir dort waren, war langsam wie eine Schnecke. Vielleicht hatte er eine Schlaftablette eingenommen, auf jeden Fall war er sehr verlangsamt. Eine ganze Stunde waren wir in seinem Sprechzimmer, ohne dass dabei irgendetwas Sinnvolles herausgekommen wäre. Naja außer dass wir vor dem Zahneingriff keine blutzuckersenkende Tablette nehmen sollen. Blutdruck messen konnte dieser Arzt nicht, schob es dann auf die „ungünstigen Untersuchungsbedingungen“, wobei ich nicht weiß weshalb diese vorgelegen haben sollen. Das tippen eines Arztes mit „Ein Finger- Suchsystem“ in seinen Computer während der Patient daneben sitzt ist schon etwas amüsant. Zum Glück gibt es in dieser Praxis noch andere Ärzte, so dass wir hoffen dass wir dort gut aufgehoben sind. Naja, wer weiß. Was uns aber überhaupt nicht gefällt ist, dass die Arztpraxen versucht haben uns noch bevor wir überhaupt mit dem Arzt persönlich gesprochen haben für ein Patientenprogramm zu gewinnen. Nach Recherchen sind wir sehr froh dass wir dies nicht unterschrieben haben, es dient ausschließlich den Krankenkassen zur Informationsgewinnung. Unglaublich, wie viele Menschen wahrscheinlich einfach unterschreiben. Und wer weiß, ob die dann gemachten Angaben nicht irgendwann gegen sie verwendet werden.

 

Machtposition einer Ärztin:

Hey. Bin ne Jugendliche von den Sonnenblumen. Die Schmetterlinge haben einen Arztbrief bekommen, von nem Arzt Gespräch wo wir dabei waren. Zur Unterstützung. Was in dem Arztbrief steht, ist eine bodenlose Frechheit!! Erstens wurde das nicht mit uns besprochen, und zweitens entspricht nicht der Realität. Da die Klinik aber in der Machtposition ist, haben wir wohl kaum eine Chance uns zu wehren. Und selbst wenn, es wird wohl keinen interessieren. Da die Schmetterlinge und wir nicht weiter wussten, haben wir versucht unsere Unterstützung für die Situation zu holen. Das ist etwas, was wir jahrelang üben mussten. Und jetzt das. Es macht alles nur noch schlimmer! Noch schlimmer als die Situation vorher sowieso schon war. Verdammt, warum haben wir um Unterstützung gebeten? Wir wollten euch nur helfen Schmetterlinge. Haben alles aber noch schlimmer gemacht. Das tut uns leid denn das wollten wir sicher nicht. Fühl mich so verdammt hilflos, weil ich nichts an der Situation ändern kann… Nichts an den Tatsachen, nichts dafür dass es leichter wird. Wir haben schon genug Probleme, Baustellen und Bereiche für die wir sowieso Tag für Tag kämpfen müssen. Jede zusätzliche macht unser Leben noch komplizierter, anstrengender und lässt wieder zweifeln. Tränen. Schlotter vor tränen... alles zu viel. „Manchmal fühl ich mich nur falsch, nicht richtig. Falsch in dieser Welt, auf diesem Planeten.“ R.


2016

Immer wieder gehen „unsere Helfer“. Das bezieht sich sowohl auf unsere Assistentinnen wie auch auf diverse Ärzte und Therapeuten. Wenn man auf ein großes Netzwerk an Menschen angewiesen ist, gehört dies leider zum Alltag. So auch jetzt wieder gerade. Eine Assistentin zieht kurzfristig in eine andere Stadt. Es ist schwierig, immer wieder neue Menschen in unser Leben zu lassen. Bis sich Abläufe eingespielt haben vergeht viel Zeit. Es ist ein Kommen und Gehen… Also wieder alles von Anfang an: Was sind die Aufgaben, was ist uns besonders wichtig! Dies kann man nicht in wenigen Tagen erreichen. Jemand in unser Privatleben rein lassen mit allem was dazu gehört.  Unsere Wohnung ist deren Arbeitsplatz. Keine Firma oder ein Büro, sondern unser Privatleben und Rückzugsort. Und es ist meine Lebenszeit….


Eine besonders gute Therapie für uns Sonnenblumen

Kunsttherapie- selbst im künstlerischen Bereich tätig zu sein und einfach die Gedanken zu Papier zu bringen tut gut. Auf einem hohen Berg in der Nähe haben sich ganz viele Menschen versammelt. Ich sehe sie wie Ameisen oben auf der Bergspitze, und bin mir sicher dass viele mit ihrem Fotoapparat dabei sind. Denn gleich geht die Sonne unter, und es scheint ein wunderschöner Sonnenuntergang zu werden. Die Farben sind so intensiv, und das Blau (nachdem die Sonne untergegangen ist) ist einzigartig wie sonst zu keiner Zeit. Tja, wir würden auch gerne mal wieder zum Sonnenuntergang. Nach der Sonne greifen und ein Stück von ihrer wunderbaren Vielfalt einfangen können. Ist das Wetter nicht etwas verrückt? Eben noch fast drückend schwül, dann von einem Moment zum nächsten ein unglaubliches Unwetter. Hagel, Sturm und Gewitter. Da sollte man alle losen Gegenstände schnell sichern, wenn es nicht bereits geschehen ist. Nur eine Stunde später ist alles wieder trocken, als wäre nichts gewesen. Die Sonne scheint wieder…


Zahnarzt- „Au Backe“. Die Sonnenblumen hatten mal wieder ein Zahnarzttermin. Es ist schwer zuschauen zu müssen, wenn ihr Schmerzen haben. Ich bin voll froh, dass ich mit meinen Zähnen keinerlei Probleme hab. LG


Bin auf hundertachtzig. Stopp, Moment mal. Was hat mich an den Punkt gebracht? Was hilft wieder runter zu kommen… Malen, ohne die Kunst wäre ich die letzten Monate eingegangen. Gedanken in ein Bild zu verpacken ist manchmal leicht als sie auszusprechen. Manchmal ist mir am Anfang gar nicht klar wohin mich dieses Bild führt. Ab und an habe ich auch sehr klare Vorstellung von dem, was sich aufs Papier bringen möchte. Doch dann kanns noch an der Umsetzung hapern. Mir ist kalt, innerliche oder äußere Kälte? Gelegen das Erste kann man nicht viel tun, das Zweite trifft wohl eher nicht zu.


2017

Ein riesengroßes Dankeschön an alle Menschen, die uns im letzten Jahr auf unterschiedlichster Art und Weise unterstützt haben. Es bedeutet beiden Systemen viel, dass es da draußen Menschen gibt die zu uns halten. Die uns zuhören, wenn wir es am Nötigsten brauchen. Menschen, die einfach da sind und mit ihrer Anwesenheit schon unendlich viel helfen. Wir sind stolz darauf, dass wir ein solches Netzwerk außerhalb der professionellen Helferinnen haben. Selbstverständlich sei auch herzlich gedankt für Ihre Unterstützung in diesem Jahr. In schwierigen Zeiten erlebt man auch mal auf eine ganz andere Art und Weise wie zwischenmenschliche Beziehungen sich gestalten. Umso toller, wer nicht  den einfacheren Weg wählt, den Katastrophen mit nur Unglauben zu begegnen. Wer hinterfragt, hinhört, Menschen mit denen wir lachen und weinen können. Freundschaften sind ein unglaublich hohes Gut. Wir sind niemand der in online Netzwerken unendliche Mengen an sogenannten "Freunden" hat, aber das ist gar nicht schlimm. Wahre Freundschaft ist viel wichtiger. Danke euch allen!


Ergotherapie

Heute habe ich wieder Ergotherapie. Das tut mir gut und lenkt vom Nachdenken ab. Ich mag mich immer nachdenken. Fühle mich so nutzlos.

Gestern hatte ich wieder Ergotherapie. Das tut mir echt gut. Ressourcen suchen, was für sich tun, das tut gut. Ergotherapie ist bei uns keine aufarbeitende Traumatherapie sondern dient lediglich der Stabilisierung. Und das ist auch gut so. Wir machen Konzentrationsübungen, spielen Spiele, häkeln…  Wichtig ist, dass man dabei im „hier und jetzt“ bleibt. Ich habe das Gefühl meiner Ergotherapeutin Vertrauen zu können. Das fällt Multis oft gar nicht so leicht. Sie akzeptiert uns so wie wir sind, das ist uns wichtig.

Das ist eine Therapieform für mich, die mir gut im Alltag hilft. Etwas mit den Händen zu machen hilft auch meiner Psyche. Und alles was hilft ist gut! Es muss nicht immer reden sein, handwerkliche Sachen zu machen wie z.B. etwas häkeln hilft mir mich zu strukturieren und auf etwas Positives zu konzentrieren.


Meine Physiotherapeutin hat gekündigt. Schon wieder ein Wechsel in der Physio, wo ich mehrmals die Woche bin. Ein Jahr und ein paar Wochen hatte ich nun dieselbe Physiotherapeutin und nun kommt schon wieder wer Anderes. Es ist anstrengend, immer wieder neue „Profi Menschen“ kennen lernen zu müssen… immer und immer wieder von neuem. Nach einem guten halben Jahr hatten wir uns soweit aneinander gewöhnt, dann noch ein halbes Jahr und nun schon wieder ein Bruch. Tja, es ist ja nur ihr Job, dass wir aber viel von unserer Zeit mit diesen verschiedensten Menschen verbringen und nicht immerzu hin und hergereicht werden möchten… ist nicht realisierbar. Vor allem ist es schwer, dass sich das immer wieder wiederholt.

 

Der Satz einer Ärztin brachte mich heute zum Weinen. „Leben Sie jetzt und hier und denken Sie nicht an morgen“. Das ist leichter gesagt als getan. Fühle mich schrecklich und manchmal einfach nur noch wütend…


2018

Therapeuten Wechsel

Wir müssen uns mal wieder eine neue Physiotherapie Praxis suchen. Der Grund ist diesmal ziemlich verrückt. Ein Therapeut der Praxis hatte einen Arbeitsunfall mit einem anderen Rollstuhlfahrer. Deshalb dürfen dort Rollifahrer nicht mehr behandelt werden… Arbeitsrechtliche Auflage. Kurios. Eigentlich sollte man doch davon ausgehen dass ein Physiotherapeut in der Lage sein sollte Jemanden von seinem Rollstuhl z.B. auf die Behandlungsliege zu transferieren. Mein Vorschlag einen Lifter einzusetzen für diejenigen, die es bräuchten wurde abgelehnt. Wir waren dort schon einige Rollifahrer. Und für uns bedeutet das halt wieder Therapeuten Wechsel, wieder neu irgendwo anfangen zu müssen. Jemand geeigneten haben wir noch nicht gefunden. Das ist gar nicht so einfach. Denn es sollte ja möglichst gut erreichbar sein und auch fachlich und menschlich passen. Schließlich verbringen wir wirklich viel Zeit mit diesen Menschen. Machen uns jetzt nochmal auf die Suche, bis bald. Sonnenblumen


"Neue Menschen" sind für uns wie hohe Berge

Schon wieder sind beide Systeme mit neuen Menschen konfrontiert. Nachdem es in der alten Physiopraxis nicht mehr weiterging haben wir uns nun eine neue gesucht. Dort waren wir heute zum dritten Mal. So schmerzhaft wie dort war noch nie eine Physiotherapiebehandlung für uns. Angenehm war es für uns selten, aber es muss halt sein. Am effektivsten und schmerzärmsten ist für uns die Physiotherapie im Bewegungsbad. Da gehen wir wirklich sehr gerne hin. Wenn das mal ausfällt dort merken wir das sehr schnell. Neue Menschen so dicht an uns ran zu lassen wie es in der Physiotherapie eben notwendig ist mit Körperkontakt, Transfer etc. fällt uns wirklich schwer. Deshalb haben wir im Moment noch immer jemanden dabei der mitgeht. Vielen Dank! Das von Anfang an alleine zu machen wäre für uns noch viel schwieriger. Nun ist der Physiotherapeut auch noch ein Mann was die Situation nicht einfacher macht. Die letzten Jahre waren wir überwiegend bei Frauen in Physiotherapie, noch in der alten Stadt in der wir lebten bevor wir 2013 hierhergezogen sind hatten wir auch noch Ergotherapie. Mit dem dortigen Ergotherapeuten haben wir uns sehr gut verstanden und haben bis heute noch Kontakt zueinander. Dies ist allerdings eher die Ausnahme. Zurück zur neunen Physiotherapie, mit dem Rolli etwa 10 Minuten von der Wohnung entfernt. Läuft jemand neben her so dass wir nicht mit 6 KM/H fahren können planen wir lieber 15 Minuten ein. Was in der Praxis etwas merkwürdig ist, ist die Tatsache, dass es dort keine einzelnen Räume gibt. Stattdessen finden die Therapien von allen Patienten in einem großen Raum statt. Ausschließlich durch Vorhänge abgetrennt so dass man zwangsläufig die anderen Gespräche mit hört. Das erleben wir als nicht so angenehm. Denn immer wieder plärrt irgendjemand durch die Gegend oder die Therapeuten unterhalten sich untereinander. Das kennen wir so nicht. Wir haben jetzt entschieden dass wir das eine Rezept dort auf jeden Fall einlösen und gegen Ende des Rezeptes bevor dieses beendet ist dann entscheiden ob wir in diese Praxis weitergehen werden. Da es nicht ganz einfach ist eine Physiotherapiepraxis für uns zu finden versuchen wir es auf jeden Fall erst einmal. Heute hat sich der Therapeut Schulter und Nacken vorgenommen. Klingt vielleicht für manch einen Menschen nach einer Art Wellnessprogramm, für uns hingegen ist es sehr schmerzhaft. Besonders schmerzhafte Punkte wurden per Triggermethode behandelt, anschließend wurden wir auch noch geschröpft. Auch nicht angenehm. Der Physiotherapeut kam zu dem Ergebnis das viel zu tun sei, das ist nichts Neues für uns... Was das Ziel dieser Therapie für uns ist? Den jetzigen Stand erhalten, von Verbesserung kann man leider nicht ausgehen. Bis bald, Sonnenblumen


Heute habe ich erfahren, dass unsere Physiotherapiepraxis umzieht. Bleibt die Frage, ob wir den Umzug mitmachen? Oder doch eine andere Praxis suchen was dann näher ist? Es spricht einiges dafür und anderes dagegen. Irgendwie haben wir gerade keine Lust auf Physiotherapie, die meistens schmerzhaft für uns ist. Vielleicht einfach mal auf ein Minimum runterfahren und eine Pause einlegen? Ins Bewegungsbad (Physio im Wasser) würden wir auf jeden Fall weiterhin gehen da uns das wirklich sehr viel bringt. Uns ist schon klar, dass es langfristig gesehen für uns nicht ohne Physiotherapie geht. Ist ja auch in Ordnung, können wir akzeptieren. Ich rufe jetzt mal eine Freundin an, bis bald.


2019

Physiotherapeutin im Bewegungsbad - schwanger

Die vergangenen Wochen wurde uns immer wieder unser wöchentlicher Termin bei einer Physiotherapeutin mit der wir wöchentlich im Bewegungsbad sind, abgesagt. So auch heute wieder. Nun sagte die Sekretärin, dass die Therapeutin schwanger ist. Sie arbeitet ab sofort nicht mehr. Wieder eine Änderung in unserem Leben auf die wir keinen Einfluss haben. Mit dieser Therapeutin haben wir nun jahrelang zusammengearbeitet und es lief wirklich gut. Wir sind unendlich gerne zu ihr zur Therapie gekommen. Das lag zum einen sicher am Wasser und der schonenden Form der Therapie mit weniger Schmerzen als die Physiotherapie „an Land“, aber auch an der Therapeutin mit der wir uns menschlich wirklich gut verstanden haben. Auch sie sagte, sie freue sich immer auf den Termin, wenn ich komme. Die letzten Male bei ihr war irgendetwas anders. Sie war viel angespannter als sonst. Das haben wir gespürt. Was genau konnten wir aber nicht wissen. Schade, dass sie es uns nicht selber gesagt hat. Hätte ich mir irgendwie gewünscht. Sie hätte ja auch einfach nur kurz anrufen können. Naja, so ist es nun mal. Immer wieder verschwinden professionelle Helfer aus den verschiedensten Gründen; Wegziehen, keine Wohnung in der Stadt finden, Schwangerschaft, passt menschlich nicht, Krankheit, Psychische Krisen, Überlastung, insgesamt zu viel, der neue Arbeitgeber in der Hauptarbeitsstelle genehmigt die Nebentätigkeit nicht obwohl sowohl die Assistenz als auch wir das Arbeitsverhältnis weiterführen hätten wollen. Gestern fragte ein Kind von den Schmetterlingen eine Ärztin, wann sie denn in Rente gehe. Dies hat sie woanders mitbekommen. Diese Ärztin ist auch schon deutlich in diesem Alter. Sie meinte aber, dass sie noch Lust habe weiter zu arbeiten. Und bevor sie irgendwann geht, wird sie eine Nachfolgerin suchen, die sie auch in die Thematik Multiple Persönlichkeit einarbeiten wird. Das ist schon mal beruhigend. Wir haben jetzt mit der Sekretärin im Bewegungsbad ausgemacht, dass wir ab Mitte Juli zu einer anderen Therapeutin gehen die auch Therapie im Wasser anbietet. Sie kennen wir auch schon, da sie die Vertretung unserer bisherigen Therapeutin war. Doch vor Mitte Juli gibt es bei ihr keine Termine mehr. Und dann hat das Bewegungsbad schon bald 6 Wochen wegen Renovierung geschlossen. Hoffentlich klappt es dann danach, dass wir regelmäßig zu der neuen Therapeutin können. Alternativ gibt es nur noch zwei Männer die Therapie im Wasser anbieten. Das haben wir bereits ausprobiert und war uns sehr unangenehm. So nah am Körper eines fremden Mannes triggert einfach. Das machen wir nicht. Mal schauen, ob die Vertretungstherapeutin von jetzt noch eine weibliche Kollegin bekommt für im Wasser. Hoffentlich! Sonst können wir in ihrem Urlaub auch nicht ins Bewegungsbad. Bleibt abzuwarten.


Arzt wechselt in nicht barrierefreie Praxis

Einer unsere Ärzte, den wir viele Jahre kennen, haben wir heute zum letzten Mal gesehen. Er macht sich mit einem Freund selbstständig, doch vor der Praxis gibt es mehrere Stufen. Deshalb müssen wir jetzt zu einem fremden Arzt, der in dem medizinischen Versorgungszentrum arbeitet, wo wir schon lange in Behandlung sind. Wieder ein Erstgespräch führen, das muss wohl sein damit der neue Arzt sich ein umfassendes Bild machen kann. Eigentlich sind wir bisher dort gut gefahren, aber einer fremden Person wieder so viel von uns preis zu geben fällt immer wieder schwer. Doch wir haben keine Alternative, brauchen auch weiterhin die Medikamente sowie die Physiotherapie im Bewegungsbad. Es wird schon gehen, aber es kostet Überwindung. Zum Glück werden die Schmetterlinge uns zu diesem Termin in vier Wochen begleiten. Immerhin müssen wir da nicht mit einer Assistenz hin. Früher haben wir neuen Menschen die in unser Leben aufgrund irgendwelcher Notwendigkeiten wie Ärzten, Therapeuten oder Assistenten noch mehr von uns erzählt. Inzwischen begrenzen wir dies auf das für heute unbedingt notwendige, einfach auch um uns zu schützen. Manchen Helfern können wir mit der Zeit etwas mehr erzählen und anderen nicht. Das kommt sehr darauf an, wahrscheinlich kommt es auch darauf an ob wir mit diesem Menschen länger zu tun haben oder nicht.  Aber noch wichtiger ist die Sympathie, wobei das Alltagsteam sehr unterschiedlicher Meinung ist, was wichtig ist für die Zusammenarbeit. Mir persönlich ist die gegenseitige Sympathie das Wichtigste. Wenn diese Basis nicht stimmt, kann und will ich nicht so viel meiner Zeit mit diesem Menschen verbringen. Fachliche Kompetenzen kann man von den Assistenten nicht erwarten, es wird eben auch nur ein Betrag für -so nennt es das Amt- „Laienhelfer“ bezahlt. Die durchlaufen hier also eine Anlernphase, einen Tag können sie bei einer anderen Assistenz „mitlaufen“ um einen Eindruck zu bekommen. Aber auch um einiges selbst auszuprobieren. Das meiste der Einarbeitung passiert während der Arbeit durch uns selbst. Wir haben inzwischen auch einen Assistenzleitfaden für uns persönlich verfasst. Wo einfach so allgemeines drin steht was immer gleich ist. Trotzdem dauert es wochenlang bis eine gute Basis geschaffen ist. Die Abläufe leichter von der Hand gehen und nicht mehr jeder Handgriff erklärt werden muss. Bei professionellen Helfern ist das nochmal etwas anders. Doch auch da ist ein aneinander gewöhnen unglaublich wichtig. Denn nur so kann eine gute Zusammenarbeit funktionieren. Dadurch dass wir einfach auf so viele Menschen angewiesen sind, ist das nicht leicht.  


2020 


Wir diskutieren gerade mit meiner Hausärztin rum wegen der Verordnung von Physiotherapie als Hausbesuch. Der Therapeut würde nach Hause kommen, was für uns die beste Lösung wäre. Hatten nun schon über 2 Wochen gar keine Physiotherapie mehr, was deutlich zu spüren ist. Zum einen sind die Muskeln einfach steifer als sonst aber auch die chronischen Schmerzen nehmen leider zu. Wenn das mit der Hausärztin nicht klappt, werde ich die Ärztin im Schmerzzentrum per Mail fragen, ob ich da ein Rezept für die Hausbesuche bekommen kann. Jetzt noch wochenlang keine Physiotherapie zu haben ist einfach keine Option.


Arzttermin telefonisch ausmachen:

Das hört sich eigentlich sehr einfach an. Ist aber für viele psychisch kranke Menschen nicht einfach. Für unser System ist es zum Beispiel ein echtes Problem. Einen Termin beim Allgemeinarzt ausmachen schaffen wir noch so einigermaßen. Wir kennen die Arztpraxis lange, wir wissen was die Arzthelferin frägt usw. Aber bei einem Facharzt wo wir noch nie angerufen haben ist das telefonische Terminausmachen nicht so einfach. Lieber machen wir dann einem Termin per E-Mail aus, wenn das möglich ist. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es war als wir den ersten Termin bei unserer jetzigen Psychiaterin ausgemacht haben. Zuerst haben wir das Termin ausmachen Tag für Tag und sogar Woche für Woche verschoben. Aber wir brauchten einen Termin, da unser vorheriger Psychiater in Ruhestand ging und wir wieder unsere Psychopharmaka benötigten. Im System diskutierten wir wer von uns da nun anruft. Jeder der in Frage kam, nannte irgendeinen Grund warum er das jetzt nicht machen kann. Letztendlich waren ein paar von uns einig, dass ich das am Besten mache. Na toll, immer ich dachte ich mir. Als ich die Nummer wählte, wurden meine Hände schwitzig. Etwas unsicher fragte ich nach einem Termin. Letztendlich war es gar nicht so schlimm. Die Psychiaterin war voll nett. Im Nachhinein dachten wir uns warum haben wir uns da so angestellt! Trotzdem ist es bis heute für uns eine Herausforderung mit fremden Menschen am Telefon zu sprechen.