Unser Blog 2022




30.6.

Neuigkeiten an der Hundefront

Zwei Systeme und ein Hund. Zusätzlich noch zwei alte Kaninchen. Es funktioniert gut mit unseren drei Tieren. Wir sind stolz auf alle drei. An einem Sonntagabend versuchten kleine aus dem System mit einem neuen Spielzeug mit unserer Hündin zu spielen. Dabei handelt es sich um ein Intelligenzspielzeug. Noch schafft sie es nicht, das Spiel selbstständig zu lösen. Freude hat sie daran dennoch. Das ist schön zu sehen. Sie freut sich über jeden Erfolg, über jedes Futterstückchen was sie ergattern kann.

An einem anderen Tag war der Weg zur Bahn Haltestelle schon ziemlich schwierig. Viele Menschen, viele Autos und laute vorbeifahrende LKWs und Bahnen machten unserer Hündin den Gang zur Bahn Haltestelle echt schwer. Es war nicht schön, sie so leiden zu sehen. In der Bahn drinnen war es dann aber in Ordnung. Sie hat sich an den Rolli gelegt, die Länge der Bahnfahrt interessiert Sie definitiv nicht. Ja, länger mit ihr Bahn zu fahren wird sicher in Zukunft möglich sein. Am Ziel angekommen, wollte sie nicht wirklich laufen. Es gibt Tage, an denen wir sie nicht freilaufen lassen können. Bisher ist dies weiterhin nicht auf Wegen möglich, sondern nur auf großer freier Fläche. Insgesamt ist sie ziemlich geräuschempfindlich. Dass ist ein Thema, was wir auf jeden Fall mit der Hundetrainerin noch mal besprechen müssen.


28.6.

Weiter gehts mit unserem Hundetagebuch

Die Zeit vergeht wahnsinnig schnell mit ihr, unserer liebevollen, bezaubernden und ängstlichen Hündin. Ein Kind bei uns im System hat gesagt, Angst kennt sie auch. Und dass sie sie lieb hat, auch wenn sie Angst hat und obwohl es schwierig ist. Genauso wie sie ist. Und das ist auch eine wundervolle Erklärung dieses Mädchens von uns an unsere Hündin.

Mit einer Freundin machen wir uns auf den Weg mit unserer Hündin. Machen einen Spaziergang da, wo wir mehrfach die Woche sind. Der Spaziergang hat an diesem Tag gut geklappt, am Ende des Spaziergangs haben wir sie noch etwas an der Schleppleine laufen lassen. Zu diesem Zeitpunkt haben wir es noch nicht geschafft oder zugetraut, unsere Hündin ohne die Anwesenheit der Schmetterlinge frei laufen zu lassen. Dies hat sich inzwischen geändert.



26.6.

Manche Menschen stehen uns Nahe

Eine WhatsApp Nachricht der Mutter einer Freundin lässt uns aufschrecken. Wir machen uns Sorgen, plötzlich schießen Tränen ins Gesicht. Wir haben uns verdammt lange nicht gesehen und bei dieser Nachricht tut uns das unendlich leid. Die Mutter informiert über die gesundheitliche Situation. Sie liegt auf Intensiv. So verdammt weit weg von uns. Wir können also nicht mal eben hingehen. Mal abgesehen davon, dass das in Krankenhäusern derzeit mit Corona richtig schwierig ist. Leider immer noch. Haben also nicht die Möglichkeit, uns ein eigenes Bild zu machen. Ihre Mutter hält uns auf dem Laufenden. Einige Tage später bekommen wir die Info, dass wir unsere Freundin anrufen können, wenn wir wollen. Das machen wir sofort. Es fühlt sich verdammt vertraut an. So als sei nicht so viel Zeit vergangen.

Es gibt einfach Menschen im Leben, die einem wichtig sind auch wenn sie am aktiven Leben nicht mehr so viel beitragen. Sie weit weg leben, man sich vielleicht schon länger nicht gesehen hat. Für uns ist reisen nicht mehr so einfach. Jetzt mit unserer Hündin noch weniger. Kurze Fahrten sind durchaus machbar, fremde Umgebungen sind aber immer eine Herausforderung. Es tut uns leid, dass wir uns lange nicht gesehen haben und ich weiß auch, dass wir daran gerade nichts ändern können. Wir quatschen lange, man merkt wie erschöpft sie ist. Hoffentlich bleibt ihr noch etwas Lebenszeit. Sie will einfach ein bisschen was aus meinem Leben wissen, was ich gerade mache und wie es im Assistenz Team läuft. Auch sie hat eine Behinderung und kennt die Tücken und Lebenswirklichkeiten, in denen man auf andere Menschen angewiesen ist.

Vielleicht rüttelt das auf, auch andere Kontakte nicht „einschlafen“ zu lassen. Insbesondere bei einer Freundin möchten wir das jetzt auf jeden Fall in Angriff nehmen. Vor Corona haben wir uns das letzte Mal gesehen, sie lebt mehrere 100 km von uns entfernt. Wir schreiben eine Nachricht, hoffen auf Antwort.



25.6.

Das erste Foto von uns zu fünft!

Wir haben es gewagt. Die beiden Kaninchen saßen auf unserem Schoß, die Schmetterlinge hielten die Hündin an der Leine. Nun gibt es endlich Bilder von uns allen, komplett so wie wir jetzt sind. Das ist für uns wirklich sehr schön. Wir hatten schon überlegt wie wir ein Foto so zusammen Postern, dass alle Tiere zusammen drauf sind. Doch das ist nun nicht mehr nötig, weil alle drei Tiere das gemeinsam gut hinbekommen. Wir sind stolz auf alle drei!


20.6.

Was ich alles an der Wohnung mag: 

Ein eigenes Bett haben. 

Die Sonnenblumen kommen mit ihrem Rolli überall hin.

Den Balkon mit vielen Pflanzen. 

Genug Platz für Alle.

Die schönen Bilder von den Sonnenblumen anschauen zu können.

Selbstgekochtes Essen zu riechen und zu essen. 

Die Kaninchen und die Hündin bei sich zu haben. 



19.6.

Stadtbahn fahren mit Hund

Nach einigen Wochen des zusammenlebens, sind wir das erste Mal mit der Bahn etwa eine Viertelstunde mit ihr gefahren. Der Weg zur Haltestelle war ziemlich stressig. In der Bahn drinnen war es dann in Ordnung. Sie hat sich dicht an den Rolli gekuschelt. Die Länge der Bahnfahrt interessiert sie nicht. Wir denken, dass längere Fahrten problemlos möglich sind. Das eröffnet auch die Möglichkeit, irgendwann mit ihr mit der Deutschen Bahn unterwegs zu sein und in den Urlaub zu fahren. Unser Plan ist, dies im September zu tun. Wir werden auf jeden Fall üben und berichten.

Wir sind in ein Gewitter geraten. Das hat ihr schon Angst gemacht. Ein Gewitter während sie in der Wohnung ist, macht ihr zum Glück nichts aus.

 


16.6.

Wie geht man mit Traurigkeit um?

Oder besser gesagt, wie können wir den Sonnenblumen helfen, wenn sie etwas ganz traurig macht, sodass sie weinen müssen? Durch unsere Depression/Leeregefühl ist das gar nicht so einfach. Aber das heißt nicht, dass uns nicht bewusst ist, dass es dem anderen System gerade nicht gut geht. Wir haben Angst da was Falsches zu sagen. Oder dass wir sie in den Arm nehmen und Sie gerade lieber alleine sind. Ich glaube, dafür gibt es kein festes Konzept. Wir sollten fragen, was ihnen gerade guttut. Am Liebsten ist es uns natürlich, wenn es Ihnen gut geht, aber das ist leider nicht immer der Fall. 


15.6.

Hund hatte Geburtstag

Vor einigen Tagen wurde unsere Hündin drei Jahre alt. Und wir haben Besuch von einer Freundin bekommen, die wir nicht so oft sehen, weil sie in einer anderen Stadt lebt. Sie hat unsere Hündin nun auch kennenlernen dürfen. Als Geburtstagsgeschenk hat unsere Hündin ein schwierigeres „Intelligenz Spielzeug“ bekommen. Daran tüftelt sie noch rum, aber das ist gut so. Ein anderes, einfacheres „Intelligenz Spielzeug“ fand sie nach fünf Minuten langweilig. Die Freundin war vier Tage bei uns. Hündin und Besuch kamen total gut miteinander klar. Die Hündin war ihr gegenüber sehr aufgeschlossen und hat sich sogar sofort auf den Rücken gelegt und am Bauch kraulen lassen. Der Spaziergang alleine mit der Freundin und unserer Hündin hat erstaunlich gut funktioniert. Obwohl die beiden sich noch gar nicht kannten. Für unseren Besuch war es ein bisschen beängstigend wie nah die Hündin am Rollstuhl läuft. Daran hat sie sich aber schnell gewöhnt.

Da die Schmetterlinge einen Termin hatten, waren wir mit unserer Besucherin und unsere Hündin draußen unterwegs. Eineinhalb Stunden Spaziergang, erst waren wir im Schlosspark unterwegs, dann war sie noch knapp eine halbe Stunde an der Schleppleine. Das Laufen hat richtig gut geklappt.

An einem Tag hatten wir keine Zeit einen größeren Ausflug mit unserer Hündin zu machen. Da haben wir sie natürlich erstens in der Wohnung mehr ausgepowert als sonst und zweitens hier in unserem kleinen Park auch. Doch da kann sie noch nicht freilaufen, zu nah sind die Straßen und es ist viel los.



14.6.

Neue Assistenz und unsere Hündin

Die erste neue Assistentin seit unsere Hündin bei uns lebt wurde vor ein paar Tagen eingearbeitet. Deren zurückhaltender Umgang mit unserer Hündin, indem sie ihr wenig Beachtung geschenkt hat, hat sich ausgezahlt. Es hat gut funktioniert, besser als wir dachten. Unsere Hündin hat auf jeden Fall ihr o. k. zu dieser Person gegeben und dass ist uns sehr viel wert. Denn jemand, den sie „nicht riechen kann“, kann nicht für uns arbeiten. Denn das macht für uns einfach keinen Sinn. Sie gehört jetzt zu unserem Leben dazu.


12.6.

Mehr aus unserem Hundealltag

An einem Tag Ende April auf der eingezäunten Hundewiese waren leider vor allem große und wilde Hunde dar, sodass unsere eher zurückhaltend war und alles beobachtet hat. Kurz hat sie auch gespielt. Danach sind wir da noch auf eine andere Wiese mit Schleppleine mit ihr. Auf der Wiese habe ich mit ihr geübt, den Beutel zu verstecken und sie durfte ihn suchen.

Taxifahren mit unserem Rollstuhltaxi klappt richtig gut mit ihr.

Wir hatten einen langen Tag. Abends hatten die Schmetterlinge noch eine online Veranstaltung. So sind wir mit einer Assistentin und unserer Hündin abends raus. Das hat richtig gut geklappt an diesem Tag. Wir waren so unfassbar stolz. Es war super, es hat alles prima funktioniert. Sie war auch noch eine Weile an der Schleppleine auch das ging gut. 

Wie schaffen wir es, dass unsere Hündin es akzeptiert, dass eine Assistentin ihr ihr Geschirr anzieht? Wir haben uns jetzt ein System überlegt, mit dem sie zu uns aufs Fußbrett hochkommt. Somit können wir ihr das Geschirr über den Kopf ziehen und brauchen lediglich Hilfe, dass jemand die anderen Schnallen noch zumacht. Mal gucken, wie schnell sich unsere Hündin daran gewöhnt.

Bahnfahren. Das üben wir weiter. An der Haltestelle kann Sie sich jetzt manchmal schon etwas entspannen. Sie springt freiwillig in die Bahn, dass ist kein Problem. Wir sind so stolz auf sie, und üben regelmäßig.


7.6.

 Hundetagebuch Fortsetzung

An einem sonnigen Apriltag haben wir einen Ausflug in eine benachbarte Stadt gemacht. Dieser Ausflug war leider eine richtige Katastrophe. Das Einzige was wirklich gut geklappt hat war auf der Parkbank sitzen. Es war wirklich sehr stressig für sie die große Straße hatte ihr zu schaffen gemacht. Nach dem Ausflug war sie sehr überdreht. Das war einfach noch zu viel. Es ist traurig, dass sie so viel Stress hatte. Da fühlt man sich total hilflos.

An einem Freitag im April sind wir mal wieder dahin gefahren, wo wir häufig unterwegs sind. Zunächst waren wir Sonnenblumen, die Schmetterlinge, eine Assistenz und unsere Hündin gemeinsam unterwegs. Der Freilauf hat auf der Wiese gut geklappt. Vormittags war die Haushaltshilfe da, die kommt zweimal im Monat und macht so einen groben Grundputz der Wohnung. Das spart definitiv Zeit mit unseren Assistenten. An diesem Tag klappte es in der Wohnung mit der Assistentin und unserer Hündin nicht so gut. Draußen aber war es viel besser. Auf dem Rückweg ist unser System mit der Assistentin und unserer Hündin durch den Park gejoggt, während die Schmetterlinge den kürzeren Weg wählten und sich schon auf einen anderen Weg machten.

Das Anleihen vom Rolli aus klappt inzwischen prima. Das macht sie wundervoll. Das Üben zahlt sich aus. Dann haben wir zum ersten Mal in der Wohnung einen Parkour für sie aufgebaut. Das hat echt gut geklappt das machen wir jetzt öfter. Abends um den Block rum hat es an diesem Abend gut mit ihr geklappt.



6.6.

Das Hundetagebuch geht weiter

Weiter geht es mit dem Futterbeutel Training. Neben dem Futterbeutel werfen und zurückbringen üben wir nun auch, unsere Hündin ins „bleib“ an eine Stelle zu setzen. Von dort wegzufahren, den Futterbeutel auslegen, zurück zu unserer Hündin zu fahren und sie dann aufzufordern den Beutel zu suchen. Innerhalb der Wohnung verstecken wir den Beutel auch in anderen Zimmern. Klappt prima.

Sie hat eine Hundefreundin kennengelernt. Einmal auf der Hundewiese gab es einen netten Kontakt mit einer anderen Hündin, einer eher ängstlichen Hündin. Die beiden haben sich super verstanden. Deshalb haben wir Sie die „Hundefreundin von der Hundewiese“ genannt.

Auch an Feiertagen steht selbstverständlich Hundeprogramm auf dem Tagesplan. Auch an für uns schwierigen Tagen. Zu Ostern hat sie ein halbes gekochtes Ei bekommen. Ihr Kuscheltier schleppt sie von einem Zimmer ins andere, am liebsten dahin wo sie gerade selber ist. Zum Pause machen liebt sie es ihr Kuscheltiere bei sich zu haben. Häufig legt sie ihren Kopf auf das Tier. Wenn wir irgendwann in den Urlaub fahren werden, wird das Kuscheltiere mitmüssen. An einem Abend sind wir spät auf die Hundewiese gefahren. Zunächst hat sie mit zwei Hunden gespielt. Später waren wir dann alleine mit ihr auf der Wiese. Und das System der Sonnenblumen war diesem Tag das erste Mal mit unserer Hündin alleine auf der eingezäunten Hundewiese. Das hat sich wirklich sehr gut angefühlt.

Immer mal wieder gibt es Situationen, in denen wir in unserem manuellen Rollstuhl sitzen. Nicht häufig, aber doch immer mal wieder. Wir möchten daran arbeiten, dass ich die Hündin an der Leine haben kann während mich jemand schiebt. Das wäre etwas, was sicher den Alltag noch etwas erleichtern wird.

 


2.6.

Kinderfilm

Gestern haben wir den Kinderfilmklassiker „Pünktchen und Anton“ am Laptop anschauen dürfen. Den Kindern der Sonnenblumen hat der Film gut gefallen. Das haben wir richtig „gespürt“. Für uns sind so Filme leider immer schwierig. Wir erschrecken, wenn jemand im Film schreit, werden unruhig, wenn gestritten wird und fangen an zu weinen, weil wir uns so klein und einsam fühlen. Zwischenmenschliche Konflikte können wir nur schlecht aushalten. Wenn im Film jemand eine Person anschreit, sagen wir oft: „Bitte nicht schreien, es tut mir leid“. Ich glaube, das kommt aus unserer Vergangenheit. Wir haben nie gelernt, wie man mit Konflikten richtig umgeht. Wir fühlen uns sofort schuldig, haben Angst und würden uns am liebsten „in Luft auflösen“.


28.5.

Thrombose

Krank, Notfallpraxis! Sie schickten uns gleich weiter in die Notaufnahme wo wir viele Stunden verbracht haben. Zum Glück durften die Schmetterlinge uns dabei begleiten. Aber Krankenhaus über Nacht hätten wir wegen der Hündin alleine schaffen müssen. Ob die es gestattet hätten, dass eine Assistenz die Nacht bei uns bleibt, wissen wir nicht. Uns machen solche Situationen ziemlich viel Angst. Die Hilflosigkeit, das ausgeliefert sein. Womöglich den eigenen Rolli nicht direkt bei uns zu haben ist für uns ein totaler Albtraum. 

Nach vielen Stunden steht die Diagnose: Thrombose im Unterschenkel. Mist!!! Aber wir müssen zum Glück nicht in der Klinik bleiben.

Wir bekommen ein Medikament zur Blutverdünnung verschrieben. Außerdem brauchen wir Kompressionstrümpfe. Bis dahin soll das Bein gewickelt sein. Kompressionsstrümpfe, die wir für den Übergang bekommen haben sind einfach nur Mist. Schneiden ein, passen nicht wirklich. 


26.5.

Neues aus dem Hundetagebuch

Mitte April war unsere Hündin dann das erste Mal an der Leine mit den Schmetterlingen im Wasser. Die Schmetterlinge noch mit Gummistiefeln, da es noch relativ kalt ist. Die Hündin fand das Wasser an den Pfoten recht angenehm und hat sich auf ein Spiel eingelassen. Richtig rein ins Wasser ist sie an diesem Tag noch nicht. Mal schauen, wann das möglich sein wird. Laut Vorbesitzerin schwimmt sie gerne.

Dann stand das Üben mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf unserem Trainingsplan. Zunächst begannen wir, an einer Endhaltestelle zu üben. Die stehende Bahn anzugucken, den Bahnsteig entlang zu gehen, stehen zu bleiben. Den Verkehr und die Menschen auszuhalten. Im nächsten Schritt sind wir dann in die Bahn rein, ohne Gefahren zu sein. Und dann, sind wir das erste Mal zusammen Bahn gefahren. Sie hat das richtig gut gemacht und macht es weiterhin toll! Der Weg zur Bahn ist für sie noch stressig, das Warten an der Haltestelle schon auch. Insbesondere die Tatsache, dass wir mit Rolli nicht in jede Bahn kommen macht diese Übungen schwieriger. Am liebsten liegt sie dann zwischen den Schmetterlingen und uns, sie hüpft freiwillig in die Bahn rein und raus. Das hätten wir zu Beginn nicht gedacht. Inzwischen fahren wir regelmäßig mit der Bahn mit ihr.


24.5.

Unsere Hündin war krank

Vor ein paar Tagen war unsere Hündin gegen 0:00 Uhr plötzlich total unruhig. Also fuhren wir mit unserem Rolli zu ihr um zu schauen was los ist. Der Raum stank, sie hatte starke Blähungen. Die Schmetterlinge gingen mit ihr raus. Ergebnis: Durchfall! In dieser Nacht haben wir so gut wie überhaupt nicht geschlafen, am Vormittag dann endlich mal eineinhalb Stunden. Es tut uns so leid, dass es ihr schlecht geht. Man sieht, dass sie Schmerzen hat. Sie hat Durchfall und erbricht sich. Also kontaktierten wir unsere Tierärztin. Der Kot wird nun untersucht, um herauszufinden, was los sein könnte. Ansonsten Schonkost und langsam machen. Das haben wir natürlich so gemacht und es ging ihr langsam besser. Darüber waren wir unglaublich erleichtert. Doch dann kam ein Rückschlag, es ging ihr wieder schlechter. Wieder viel Durchfall und Erbrechen, sie ist schlapp. Also Tierärztin kontaktiert. Hoffentlich ist das Ergebnis der Untersuchung schnell dar. Damit wir einfach wissen was ihr diese Probleme macht.

Daraufhin haben wir dann umstrukturiert und ungeplant. Dinge abgesagt, die einfach mit krankem Hund derzeit nicht gehen. An einem Tag waren wir Sonnenblumen mit einer Assistentin in der Therme. Dass fühlte sich seltsam an, da es unserer Hündin immer noch nicht richtig gut ging. Selbstverständlich ist sie bei den Schmetterlingen in sehr guten Händen gewesen und so konnten wir es trotz ihrer Erkrankung wagen, einen Tag Auszeit zu nehmen. Abends waren wir froh, wieder zu Hause zu sein. Als erstes gingen wir gemeinsam mit den Schmetterlingen mit unserer Hündin raus als wir nach Hause kamen. Nun heißt es also abwarten auf das Ergebnis. Wir hoffen sehr, dass nichts Schlimmes dahintersteckt. Die vergangenen Tage mit krankem Hund waren schon anstrengender, als normalerweise. Insbesondere auch das wenige schlafen steckt einem in den Knochen. Wir hoffen sehr, dass sich das alles schnell wieder gibt.

Letztendlich hatte sie zum Glück nur einen Magen-Darminfekt, der sie jedoch ganz schön schlauchte.



23.5.

Einblicke in unser Leben mit Hund

Nachdem die ersten Hundetraining Stunden immer zu Hause stattgefunden haben, sind wir nun auch mit der Hundetrainerin unterwegs. Wir haben ein gutes Gefühl mit ihr, und sind froh, Unterstützung und Begleitung auf unserem Weg mit unserer Hündin zu bekommen. Wir haben gelernt, mehr Ruhe in den Alltag zu zubringen. Das tut uns allen gut. Für viele Dinge haben wir Gewohnheiten entwickelt, beispielsweise wie sie in den Freilauf starten darf. Unsere Hündin hat gelernt abzuwarten, an der Frustrationstoleranz wurde auch geübt. Zur eingezäunten Hundewiese fahren wir nach wie vor. Nicht mehr so oft wie am Anfang, da sie jetzt ja auch auf anderen Wiesen freilaufen kann. Doch dort trifft man auf jeden Fall andere Hundebesitzer deren Interesse es ist, dass der eigene Hund Kontakt zu anderen Hunden hat. Dass ist unterwegs auf anderen Wiesen und in Parks nicht immer gegeben. Unsere Hündin reagiert unterschiedlich auf andere Hunde. Insbesondere Hunde ihrer eigenen Rasse findet sie super spannend. Das ist echt interessant. Woran sie wohl erkennt, dass der andere Hund auch ein Australien Shepherd ist? Manchmal ist sie zunächst zurückhaltend. Dann aber doch häufig interessiert.

An unserem Elektrorollstuhl üben wir im Moment das „Einparken“. Über ein Suchspiel lenken wir sie in die richtige Richtung sodass sie vorne bei uns an der Fußstütze auf unserer rechten Seite „zum Stehen“ kommt. Zunächst haben wir das geübt, ohne dass sie ihr Geschirr anhatte. Inzwischen üben wir es, damit es uns möglich ist sie vom Rolli aus bequem anleinen zu können. Das klappt immer besser.


19.5.

Weiter im Hundetagebuch

Am Sonntag, den 3. April hat unsere Hündin das erste Mal den Futterbeutel apportiert. Damals noch nicht in die Hand. Aber sie hat ihn zurückgebracht. Das war ein großes Highlight für unser System. Wir haben es sehr lange und intensiv mit ihr geübt. Und es hat Erfolg gezeigt. Jetzt ca. einen Monat später bringt sie das erste Mal den Ball zurück. Das ist noch sehr unsicher, sie kennt scheinbar solche Spielsachen aus ihrem vorherigen Leben nicht.

Dann haben wir das Alleinsein geübt. Das klappt wirklich gut. Für diesen Zweck haben wir eine Kamera aufgestellt, damit wir sehen können was sie gerade tut. Diese ist nun leider defekt, wir sind schon in Kontakt mit dem Verkäufer. Hoffentlich bekommen wir einen Ersatz oder aber zumindest ein Teil unseres Geldes zurück.

Auf großen Wiesen ohne Straßenverkehr in der Nähe können wir sie inzwischen „freilaufen“ lassen. Das ist auf Wegen bisher noch nicht möglich. Wir werden berichten, wenn wir auch diesen Meilenstein erreicht haben.

Die Stadt macht ihr weiterhin Angst. Wir üben daran jeden Tag. Aber wir merken, dass sich etwas tut und das ist wundervoll. Die Hundetrainerin meint, dass es noch eine lange Zeit dauern wird bis sie sich an die Stadt gewöhnt hat.


14.5.

Hundetagebuch

Die Zeit vergeht so unglaublich schnell. In unserem Gefühl rennt die Zeit, unsere Hündin ist jetzt schon mehr als drei Monate bei uns. Für uns hat mit ihr ein neues Leben begonnen, ein anderes, bunteres und für uns einzigartiges Leben mit Hund. Die Prioritäten verschieben sich, sie ist immer in der Planung mit dabei. Es geht ja auch nicht anders.

Auch an das Leben mit Assistenz hat sie sich immer mehr gewöhnt. Ist offener geworden, sowohl Besuchern als auch den Leuten gegenüber die wir benötigen um unser Leben am Laufen zu halten. Auch der Physiotherapeut ist inzwischen akzeptiert, mit dem hatte sie am Beginn etwas Probleme. Es ist schön zu sehen, dass sich was tut. Sich etwas Positives tut.

Unser Hundetraining hilft uns allen zusammen weiter. Inzwischen ist es auch möglich, dass Kinder aus den Systemen mit unserer Hündin draußen unterwegs sind beispielsweise an der Schleppleine. Das ist richtig toll. Insbesondere vier kleine Mädchen sind total stolz darauf. Ein anderes Mädchen liebt es sie zu bürsten, sagt es wäre als würde man ein Pferd striegeln. Und in der Tat, die Büste sieht etwas aus wie ein Striegel.


12.5.

Wir freuen uns auf den Urlaub, auf das Packen nicht so sehr – entstanden letztes Jahr, vorm Urlaub

Aktuell steht leider kein Urlaub an. Vielleicht ja im Herbst?

Wenn verschiedene Persönlichkeiten im System „umherhüpfen“ und jeder etwas sagen will, am besten alle gleichzeitig, ist Chaos vorprogrammiert. Wir Schmetterlinge tun uns beim strukturierten Planen sowieso schwer. Das andere System ist uns da eine große Stütze! Zusammen mit einer Assistenz wird der Koffer gepackt. Das klappt echt gut. Bei uns endet Kofferpacken in einem riesigem Chaos. Wir verlieren da voll den Überblick. Vor allem wenn dann auch noch platzsparend gepackt werden muss wird es kompliziert. 



7.5.

Die Sonnenblumen haben mit einem Amt von dem sie abhängig sind, Probleme. Das Amt ist einfach doof. Davon haben Sonnenblumen schon oft berichtet. Für uns Schmetterlinge ist es schwer, dass wir da nicht wirklich helfen können. Wir versuchen für sie da zu sein und zuzuhören, aber an der Situation können wir leider nichts ändern. Sonst würden wir das sofort.

 

 

 

5.5.

Wieder Probleme mit dem Amt

Nach langen Wochen des Wartens und in der Luft Hängens haben wir wieder Post von der Behörde bekommen, die unsere Grundsicherung bei voller Erwerbsminderung bezahlt. Dort gab es einen Sachbearbeiter Wechsel. Mitgeteilt wurde uns das nicht. Wir haben es nur jetzt auf dem neuen Bescheid gesehen. Endlich haben wir das Geld für die Nebenkostenabrechnung erhalten. Wir sind erleichtert, das Geld nun zu haben. Dem Amt ist beim Überweisen ein Fehler unterlaufen. Deshalb mussten wir uns jetzt wieder an das Amt wenden, ich schätze bei dieser Angelegenheit werden sie nun schnell sein, da sie uns zu viel Geld überwiesen haben. Dass es ja anders als wenn wir was wollen und brauchen.

Es soll ein Kostensenkungsverfahren bezüglich der Wohnung eingeleitet werden. Wir würden so gerne einfach hier in unserer Wohnung bleiben können. Ob das letztendlich so sein wird wissen wir aktuell nicht. Der neue Bescheid über die Grundsicherung ist bis Juli befristet, die Frage stellt sich ob wir schon wieder einen Weiterbewilligungsantrag stellen müssen. Zumal der vorherige Bescheid der für das komplette Jahr 2022 vorgesehen war. Auch deshalb müssen wir uns mal wieder an diese Behörde wenden.

Jetzt will die Behörde jede Menge Zeug von uns. Auch Dinge, die sie längst hat. Bewohnen wir eine behindertengerechte Wohnung? Auch so irrsinnige Fragen wie wann der Einzug in die Wohnung erfolgte. Das liegt denen doch alles vor. Egal, wenn sie das wiederhaben möchten, suchen wir alles raus. Wir haben einen riesigen Papierstapel kopieren lassen. (von einer Assistentin). Den Wohnberechtigungsschein von damals, die Zustimmung der anderen Behörde für den Umzug. Die Wohnung wurde damals über das Wohnungsamt unserer Stadt vergeben. An die Personengruppe „Rollstuhlfahrer“. Das trifft auf uns zu. Dann haben sie noch gefragt, ob es Besonderheiten in der Wohnung gibt. Dass ist auf jeden Fall der Fall. Es wird ein ärztliches Attest gefordert. Weiter geht es mit der Frage, ob ein Umzug oder eine Untervermietung der Wohnung möglich ist! Für uns klingt das schon alles sehr danach, dass die Behörde die Kosten nicht weitertragen will. Das macht uns riesengroße Angst. Wir haben in unserem Leben schon viele große Baustellen die sehr belastend sind. Ein möglicher Umzug wäre dies allemal und käme zu allem anderen noch obendrauf dazu. Die andere Frage ist natürlich ob man eine billigere Wohnung finden kann, die für einen E- Rollifahrer wie uns geeignet wäre. Nur stufenfrei in die Wohnung reinkommen reicht da bei weitem nicht aus. Es verunsichert uns, beunruhigt uns und bereitet uns schlaflose Nächte. Welche Möglichkeiten haben wir? Eine Untervermietung der Wohnung kommt für uns nicht infrage. Wir haben so schon immer wieder fremde Leute und uns rum die in unserem Privatleben ihren Arbeitsplatz haben. Das reicht. Mit einer völlig fremden Person jetzt zusätzlich noch Küche und Bad zu teilen und Tür an Tür innerhalb einer Wohnung zu leben ist für uns eine absolute Horrorvorstellung. Als junge Erwachsene Frau haben wir mal eine Zeit in einer WG gelebt. Das war damals schon nichts für uns. Wir brauchen unseren Rückzugsraum, der unser eigen ist. Um uns wohlfühlen zu können und sicher! Nun haben wir hier ein soziales Umfeld gefunden, kommen in den nächsten Supermarkt, zur nächsten Bank etc. hinein was auch noch nicht immer unbedingt gegeben ist als Rollifahrer. Es gibt zumindest zeitweise öffentliche Verkehrsmittel die für uns nutzbar sind. Nun ja, und nun brauchen wir natürlich auch noch eine Wohnung, in der unsere Hündin erlaubt ist. Das macht die Chancen auf dem Wohnungsmarkt sicher nicht gerade größer. Wir fühlen und einfach schlecht mit diesem Wissen im Hintergrund.

Unserer Psychiaterin haben wir bereits ein Brief geschrieben, dass wir ein Attest von ihr benötigen, das werden wir jetzt unserer Hausärztin auch noch schreiben. Hoffentlich können deren Atteste uns weiterhelfen. Aber ob wir dann trotzdem raus müssen, wissen wir nicht. Wir sind wirklich niemand der oft heult, aber beim Schreiben dieser Zeilen laufen uns einfach nur die Tränen über das Gesicht. Wir werden berichten, wie‘s weitergeht.


2.5.

Worte, die du nicht einfach schnell zur Seite legt, weil man sie in einer Karte gefühlt einhundertmal an diesem Tag im Jahr bekommt. Nein, so soll diese Karte nicht sein.


1.5.

Leere…

Mal wieder kein Antrieb, Leere und das Gefühl ein Versager zu sein. Im Moment ist dieser Zustand wieder stärker da. Ich glaube, das hat auch mit den äußeren Umständen zu tun. Daran kann ich leider nichts ändern. Zum Glück haben wir jetzt zusätzlich „Peaches“. Die Hündin motiviert mich aus der Leere rauszukommen. Aber auch ein Hund ist leider kein Wundermittel gegen Depression.

Manchmal ist es für die Sonnenblumen schwer, dass wir so wenig „fühlen“. Das verstehen wir, aber wir können es leider nicht ändern. Wir lieben euch von ganzem Herzen (auch wenn wir es oft euch nicht so zeigen können)


28.4.

Mobilitätshilfe

Wir haben es ja schon befürchtet, nun haben wir es schriftlich. Unser Rolli Taxi Unternehmen erhöht die Preise deutlich. Für uns bedeutet das nun folgendes: Wir müssen uns an das Amt wenden, das im Rahmen der Sozialhilfe die Mobilitätshilfe für schwerbehinderte Menschen mit Mobilitätseinschränkungen regelt. Dass sich da schnell was tun wird, halten wir für ziemlich unwahrscheinlich und aussichtslos. Bei der letzten Preiserhöhung im Sommer 2020 hat es bis November gedauert, bis wir den neuen Betrag angepasst an die neuen Preise erhalten haben. Und dann auch nicht rückwirkend für die vergangenen Monate, sondern ab dem Monat November damals.

Nun haben wir das Taxiunternehmen gebeten, uns eine Liste zu erstellen mit unseren regelmäßigen Fahrten, und was diese mit dem alten Preis und dem neuen Preis kosten. Damit man eine Aufstellung hat. Dies wollte die Behörde das letzte Mal auch haben. Um dem vorzugreifen, haben wir das gleich beim Rolli Taxiunternehmen angefordert. Ein Brief weniger, der im Idealfall hin und her geht. Wir werden sehen…

Der Brief für die Behörde ist fertig, mit der Übersicht der neuen Preise, dem Schreiben der Preiserhöhung und unserem Anschreiben. Wir sind gespannt ob unser Budget tatsächlich an die neuen Preisen angepasst wird. Bei der letzten Preiserhöhung des Taxiunternehmens wollte die Behörde zunächst die Differenz nicht bezahlen. Es kein schönes Gefühl, wenn man weiß, dass man irgendwie auf Kulanz angewiesen ist. Aber unser Fahrbedarf ändert sich ja nicht mit den steigenden Preisen des Transportdienstes. Das ist unsere hauptsächliche Argumentation.

Für uns wird das bedeuten erst mal deutlich weniger Taxi fahren zu können. Bis das finanziell geregelt ist. Unser Taxiunternehmen zahlen wir immer am Ende des Monats mit einer Sammelrechnung. Von unserer Grundsicherung könnten wir das niemals bezahlen. Eine Assistentin meinte neulich, es wäre doch toll ein umgebautes rollstuhlgerechtes Auto zu haben. Ja klar aber klar wäre das super, doch das werden wir uns nie leisten können. Leider. Das würde den Alltag leichter machen aber so ist es eben nicht.



26.4.

Geld. Ist schon etwas her, dass wir das hier geschrieben haben.

 

Uns wurde eine hohe Summe Geld vom Amt nicht ausgezahlt. Warum, warum nicht? Keine Ahnung. Auf eine andere Summe Geld von der Nebenkosten Abrechnung warten wir ebenfalls. Warten, wir warten seit 3 Monaten. Hätten wir das Geld nicht schon gezahlt, wäre es möglich, dass wir nicht mehr in der Wohnung weiterhin wohnen könnten. Sowas macht Angst. Darauf würde sich die Wohnbaugesellschaft der unsere Mietwohnung gehört bestimmt nicht eingelassen. Es ist eine bekannte Wohnbaugesellschaft, die nicht unbedingt für ihre soziale Ader bekannt ist. 


23.4.

Liste

Die Liste stapelt sich. Jemanden Anrufen, 2 Briefe an eine Behörde fertig machen. Einen an eine Versicherung. Außerdem die Assistenz Abrechnung, an die Planung für Mai schon mal denken und überlegen, ob es da was Besonderes gibt. Ist da eine Assistenz im Urlaub, wenn ja wer und wann. Zeiten überbrücken. Termine besprechen. Und weiter Assistenz suchen.  Da es aktuell so mau im Team aussieht haben wir uns entscheiden eine Stelle nur für eine Haushaltshilfe auszuschreiben. Dafür gibt s ein Budget der Pflegekasse, was wir nutzen wollen. Jemand auf Minijob Basis. Für´s einkaufen, kochen und putzen. Abends haben wir heute einen schönen Termin. Liste Sonnenblumen, Liste Schmetterlinge und Liste Hund. Ordnung schaffen im Termin Chaos. Bloß nix vergessen und übersehen. Doch genau das ist vor ein paar Tagen passiert. Das tut uns leid.   



21.4.

Hundetrainingstagebuch

Wir habe beschlossen eine Art Tagebuch anzulegen für unser Hundetraining mit unserer wundervollen Hündin. Ihre Angst ist unsere größte Baustelle. In dem Tagebuch notieren wir einfach wichtige Dinge, Meilensteine die wir erreicht haben. Aber auch Rückschritte, Dinge wo wir erarbeiten müssen. Außerdem notieren wir ein paar Dinge, die wir beim nächsten Hundetraining klären möchten. Unsere Trainingsaufgaben, also quasi die Hausaufgaben vom Hundetraining auch. Sie bringt uns viel Freude in unser Leben, zweieinhalb Monate ist sie nun hier. Unglaublich, wie diese Zeit vergangen ist. Für unser Gefühl hat sich in der Zeit wirklich viel getan. Wir haben eine tolle Bindung zu ihr aufgebaut, beide Systeme. Und auch Kleine aus den Systemen üben mit der Hündin, freuen sich, mit ihr zu spielen und zu kuscheln. Ich bin jemand, die gerne Listen schreibt, Dinge strukturiert, gliedert und am besten abhaken kann. Mir gibt sowas Sicherheit und es fühlt sich gut an. Und es macht unserem System Freude, das Tagebuch zu schreiben. Denn zu einem späteren Zeitpunkt kann man, wenn man möchte, es noch mal zur Hand nehmen und schauen, wie die Zeit vergangen ist. Was uns am Anfang bewegt und beschäftigt hat und immer noch tut. Wir werden sehen.

Gerade üben wir mit ihr, dass Signal „bleib“ zu verlängern. Das Signal „steh“ haben wir gestern eingeführt. „Platz“ klappt inzwischen ganz gut. Und das apportieren des Futterbeutels auch. Das ist ein total großer Erfolg für uns und wunderschön. Inzwischen klappt das auch unter Ablenkung auf einer Wiese. Sie läuft immer besser am Rolli was uns ganz doll freut. Vor uns liegt noch viel Arbeit, aber das ist gut und richtig so für uns. Der Alltag mit unserer Hündin hat sich einfach verändert, ist reicher geworden. Bunter und vielfältiger. Draußen sind wir jetzt auf jeden Fall mehr. Wir werden immer mal wieder das Trainingstagebuch zur Hand nehmen, zurückschauen und überlegen. Unser Eindruck ist, dass das eine sinnvolle Sache ist.



20.4.

Osterfeiertage

Wir sind einfach nur froh, wenn wir die aktuellen Feiertage hinter uns haben. Die Feiertage fühlen sich u.a.  durch unsere Hündin schon ein bisschen anders wie früher an. Und doch machen sie Angst, verunsichern und die Schmetterlinge sind ziemlich schreckhaft. In unserem System hat ein kleines Mädchen ganz besondere Angst vor dem Osterfeuer. Davon hat sie heute Nacht geträumt. Kein schöner Traum! Sie sagt das es doof ist, dass sie nicht aufgewacht ist. Und so immer weiter geträumt hat. Das ist natürlich nicht gut. Aber auch leider nicht zu ändern.

Die Schmetterlinge meinen, dass wir das total gut hinkriegen. Für uns fühlt es sich irgendwie nicht so an. Und doch freuen wir uns irgendwie über das Lob und die Anerkennung, denn im Gegensatz zu noch vor einigen Jahren haben wir da viel erreicht. Wir können auch an solchen Tagen funktionieren, agieren. Außenstehenden die uns nicht sehr gut kennen würden unsere Not an so einem Tag von außen wohl kaum erkennen können. Irgendwie ist das auch ein gutes Gefühl. Es ist einfach nicht so offensichtlich was nicht funktioniert. Noch vor einigen Jahren haben wir solche Tage komplett in unserer Wohnung verbracht, oft alles gegeben um die Zeit irgendwie zu überstehen. Das ist gemeinsam mit den Schmetterlingen viel besser geworden. Die Erinnerungen an gewisse Feiertage werden immer bleiben auch wenn wir besser gelernt haben damit zu leben. 



18.4.

Ostern

Gestern Morgen kam der Osterhase zu uns. Leider waren die Schokohasen echt klein. Größere Kinder im System haben erklärt, dass das so ist, weil beide Systeme eher dick sind und man da nicht so viel Schokolade bekommt. Ob das der Osterhase weiß?

Ein Kind von den Schmetterlingen



16.4.

Vokabelliste für unsere Hündin

Wir haben uns entschieden, eine Liste zu erstellen mit allen Begriffen, die wir für unsere Hündin verwenden. Manche der Begriffe hat sie mitgebracht, andere haben wir hier neu aufgebaut. Und da kommen auch sicher im Laufe der Zeit noch mehr dazu. Insgesamt befinden sich noch einige Begriffe im Aufbau. Aber wir haben auch schon einige etablieren können. Momentan suchen wir nach einem passenden Begriff, den wir verwenden können, wenn die Hündin aus dem Weg gehen soll. In den Systemen gibt es dafür interessante Ideen. Ein kleiner Junge aus unserem System meint, „tut tut“ wäre doch sehr passend. 😉

Außerdem hat das Kuscheltier von ihr inzwischen einen Namen. Der Koalabär heißt jetzt Otto. Also wieder ein Begriff für unsere Hündin. Aus unserem System wollte Jemand die sehr weit innen im System wohnt das Tier unbedingt „Pinguin“ nennen. Weil Pinguin für sie ein sehr wichtiges Tier ist und das eine tiefere Bedeutung für diese Jugendliche hat. Die Schmetterlinge waren nicht so glücklich mit dem Namen. Also haben wir nach was anderem gesucht. Das ist bei zwei multiplen Systemen nicht ganz einfach. Letztendlich hat sich ein kleiner Junge durchgesetzt mit dem Namen Otto. Zum einen, weil es ein männlicher Name ist und der Hund ja weiblich ist. Zum anderen, weil der Name kurz und verständlich ist. Beide Systeme sind mit der Wahl des neuen Namens einverstanden.

Ein wichtiges Signal ist natürlich der Rückruf. Da die Hündin früher in einem Rudel von Hunden gelebt hat ist sie es gewöhnt, dass man zu dem Wort „hier“ auch ihren Rufnamen sagt. Das haben wir nicht so beibehalten. Der Rückruf klappt immer besser. Da hat sich schon einiges im Positiven getan. Zu den Hörzeichen, also dem Wort wie zum Beispiel „hier“ kommt ein Sicht Zeichen hinzu. Ähnlich einer Gebärde.

Grundvokabeln wie beispielsweise Sitz, bleib, und prima für ein Lob sind Bestandteile unseres Lebens geworden. Auch ein Wort um die Situation aufzulösen begleitet uns im Alltag. Da sind wir noch am üben, dass sie auch so lange beispielsweise im „Sitz“ bleibt. Ein weiteres für uns sehr wichtiges Wort ist Nein. Sie auf ihre Decke schicken klappt immer besser. Ist aber noch nicht perfekt. Dass sie innerhalb der Wohnung dorthin kommt, wo man sie hin ruft war am Anfang eher ein Glücksspiel. Das ist inzwischen gut etabliert und funktioniert zumindest meistens. Auch da üben wir natürlich weiter. Dann verändern wir auch die Umgebung, in der wir die Dinge üben. Draußen auf einer Wiese oder der eingezäunten Hundewiese ist die Situation natürlich noch mal eine andere. Aber auch da klappen unsere Trainingseinheiten immer besser und zeigen deutlichen Erfolg. Dann haben wir auch Vokabeln eingeführt, wo sie sich zum Beispiel im Aufzug hinsetzen soll wenn wir mit dem Aufzug das Wohnhaus verlassen. Da der Aufzug hier im Hause nicht ganz so groß ist, ist die richtige Aufteilung von Menschen und Hund hier wirklich wichtig. Selbstverständlich gibt es noch mehr Vokabeln in unserem Alltag mit ihr.

Was bis jetzt nicht wirklich klappt, ist die Position „Platz“. Da haben die Schmetterlinge angefangen mit ihr zu üben, da wir sie unten auf dem Boden nicht belohnen können. Von daher ist es eine Vokabel, die erst mal die Schmetterlinge etablieren sollen. Zu einem späteren Zeitpunkt können wir da sicher auch einsteigen. Aber jetzt um damit zu beginnen ist das für uns nicht möglich. Da ist es gut, dass wir uns ergänzen können. 



15.4.


„Pazipan“ (Marzipan Ei)

Ein kleines Mädchen aus dem System der Sonnenblumen fragt, ob sie „Pazipan“ haben darf. Die Schmetterlinge schauen ratlos. Überlegen, was das Mädchen meinen könnte. Fragen im Innen nach, ob wer ne Idee hat. Irgendwann sagt das Mädchen, ein „Pazipan Ei“. Da fällt der Groschen. Sie möchte ein Marzipan Ei.



10.4.

Müde, erschöpft und kraftlos

Manchmal sind schöne Sachen auch richtig anstrengend. Mal mehr und mal weniger. 

Wir sind mit einer Assistentin mit dem Zug zu unserer Lieblingstherme gefahren. Mit umsteigen, ohne zu wissen ob das wirklich klappt und da jemand ist, der oder die uns die Rampe hinlegen. Die Fahrt zum Bahnhof war schon nervig. Es hat ziemlich doll geregnet, also entschlossen wir uns die Stadtbahn zu nehmen. In die erste kamen wir nicht rein, danach kam ne ganz neue Bahn und die ist für Rollifahrer leider schlechter als die älteren. Das finden wir echt ärgerlich! Der Winkel in die Bahn hinein ist viel steiler. Beim ersten Mal, in unserem dritten Gang vom Rolli und da hat er echt viel Power und kommt normalerweise locker in die Bahn. Doch dieses Mal nicht. Also noch Anlauf nehmen, und 4. Gang. Auch damit kamen wir nicht ganz hoch und baten die Assistenz uns einen Schubs von hinten zu geben. Endlich waren wir in der Stadtbahn. Am Ziel angekommen stiegen wir aus. Wieder war der Winkel total steil. Unsere Hinterräder verhakten sich und wir kamen kurz nicht mehr vor und auch nicht mehr zurück. Das ist kein angenehmes Gefühl!

 

Okay, endlich am Bahnhof angekommen hatten wir nun keine Zeit mehr zum Bäcker zu fahren und rollten direkt zu dem entsprechenden Gleis. Die Bahn mit der wir fuhren ist eine kleine Bahngesellschaft in unserem Bundesland. Also nicht die deutsche Bahn. Prinzipiell klappt s für uns da besser als mit der deutschen Bahn. Da sind Hebebühnen und Rampen im Zug mit dabei. Wir fuhren zum Zuganfang, der Lockführer schickte uns dann wieder ans Zugende um auf den Zugbegleiter zu warten. Dieser meinte, warum wir denn nicht vorne an der Türe warten… Naja. Endlich waren wir im Zug, 2 Minuten vor Abfahrt.



7.4.

Wia hapn füa Ostan Hasis aus Holz gemachd. Di sint vol col. Di sint aus holz. Wia Kintas hapn di anmalt. Unt klekert. Mit akrülfabn wia di anmalt habn. Wia ain bilt schickn dan ir schaun könt wi wude.



5.4.

 

Budget

Da uns die Behörde immer noch eine große Summe Geld nicht ausgezahlt hat, merken wir so langsam das unsere geringen Reserven schwinden. Das ist kein schönes Gefühl und erinnert uns an früher. In unserem Leben gab es immer wieder Phasen, in denen wir sehr wenig Geld hatten oder haben. Da wir von Grundsicherung leben was finanziell ähnlich ist wie Arbeitslosengeld zwei können wir keine großen Sprünge machen. Aber man kann davon leben, man gewöhnt sich daran mit wenig auszukommen. Nun kommt natürlich unsere Hündin dazu mit den Dingen die sie braucht. Das alles soll sie natürlich bekommen und es ist wichtig für uns, dass es unseren Tieren als auch unser Kaninchen da nichts fehlt. Logisch!

Die ganze Grundausstattung für die Hündin war natürlich auch nicht ganz preiswert. Für diesen Wunsch habe schon lange immer ein wenig Geld zur Seite gelegt. Und für unsere Kaninchen sowieso, zum Beispiel für die jährliche Impfung. Aber auch z.B. für Tierarztbesuch. Dann hat unsere Hündin noch eine Operationsversicherung die sie auf jeden Fall braucht man eine OP einen riesigen Berg an finanziellen Anforderungen mit sich bringen könnte. Dagegen wollen wir sie und auch uns absichern. Selbstverständlich bringt sie noch andere laufende Kosten mit sich, wie gesundes Hundefutter, Kauartikel, Spielzeug, erste Hilfeausstattung, eine Transportsicherung für Auto und Rollitaxi usw. Da kommt echt einiges zusammen. Am meisten Geld haben wir glaube ich für Geschirre ausgegeben. Die Hündin kam zu uns mit einem nicht passenden Brustgeschirr. Dieses wollten wir schnell auswechseln. Das war absolut die richtige Entscheidung. Dann bestellten wir ein Geschirr nach den Maßen, die wir beim Ausmessen von ihr ermittelt haben. Das Geschirr passte nicht wirklich, wurde also wieder zurückgeschickt. Ein weiteres wurde dann bestellt, dieses passte einigermaßen. Doch die Hündin akzeptierte das Geschirr echt schlecht. Bis zu dem Zeitpunkt war uns nicht klar, dass wir auf jeden Fall ein Sicherheitsgeschirr für unsere Hündin benötigen. Das hat sich erst einige Tage nach dem sie eingezogen ist herausgestellt. Also brauchen wir wieder ein anderes. Wir lasen Berichte im Internet, Festungen und auf was ist zu achten ist. Noch kurz zur Info, ein Sicherheitsgeschirr bei Kunden bedeutet, dass diesen dritten Riemen der Brust hat. Dadurch ist es Hunden kaum möglich, sich aus dem Geschirr herauszufinden. Denn genau diese Situation hatten wir. Dies ist ein viel zu großes Sicherheitsrisiko, weil unsere Hündin Angst hat und manchmal Panik bekommt. Sie kennt die Stadt nicht, alles ist hier neu in der Großstadt für sie. Das erste Sicherheitsgeschirr was wir gekauft haben hat die Hündin erst mal angeknabbert. Wir brauchen also noch mal was anderes. Da wir kein Geschirr in Konfektionsgrößen finden konnte das wirklich passt haben wir uns nun entschlossen, ein Geschirr anfertigen zu lassen nach ihren Maßen. Dieses ist noch nicht eingetroffen und wir hoffen wirklich, dass das jetzt endlich passt und richtig ist. Das ist bequem für sie ist, die notwendige Sicherheit bietet.

Was ich noch als Fehlkauf herausstellte war eine Hundepfeife. Diese empfahl die Hundetrainerin. Doch unsere Hündin hat davor total Angst, sodass das nichts ist was wir verwenden können. Plus, eine benutzte Pfeife natürlich nicht zurückschicken. Die war wirklich teuer.

Versteht uns nicht falsch, wir kriegen das alles hin. Gar keine Frage. Und trotzdem müssen wir uns ein bisschen umstrukturieren was ja völlig okay ist und es allemal wert ist auch unsere wundervolle  Hündin bei uns zu haben.


2.4.

Die Zeit vergeht unglaublich schnell.

Unsere Hündin lebt jetzt seit zwei Monaten bei uns. Zwei Monate! Unglaublich, wie schnell diese Zeit vergangen ist. Der Alltag hat sich durch das Zusammenleben mit ihr geändert, wir sind vielmehr draußen als vorher. Das gute Wetter macht das Rausgehen einfacher. Wir freuen uns, dass der Frühling kommt. Endlich Frühling. Endlich die ersten Frühlingsblumen und die warme Sonne. Die Menschen, aus den Häusern gehen in die Parks. Dort ist alles plötzlich sehr voll. Wo diese Leute wohl den ganzen Winter über gewesen sind?

Trotzdem sollte es für den Naturschutz endlich mal regnen. Gestern ist unsere Hündin total staubig geworden, weil es so trocken ist. Sie lag hinter mir, machte es sich bequem. Gerne liegt sie hinterm Rolli. Wir fahren nicht mehr los, ohne uns um gekuckt zu haben wo der Hund gerade ist. Es wäre für uns der totale Horror, sie mit dem E Rolli zu erwischen. Das macht uns schon irgendwie Angst, dass das passieren könnte.



31.3.

Auf der eingezäunten Hundewiese

Leider war unser letzter Besuch auf der eingezäunten Hundewiese außerhalb unserer Stadt nicht besonders gut. Die ersten paar Minuten waren wir alleine, da war alles völlig in Ordnung für uns und unsere Hündin. Wieder sind wir mit dem Rollitaxi dorthin gefahren, weil der Ort echt schlecht erreichbar ist. Ist also kein ganz preiswerter Spaß für uns. Trotzdem finden wir es total wichtig das regelmäßig zu machen und ihr diese Möglichkeit anbieten zu können. Und bisher war es auch immer wirklich richtig super dort.

Nun war es also anders. Schade war das! Relativ zeitnah nachdem wir auf der Wiese eingetroffen waren, kam eine Frau mit einem großen Rüden an. Die beiden haben sich jetzt nicht super verstanden aber es war dennoch in Ordnung. Plötzlich kam ein weiterer Rüde dazu. Da kippte die Stimmung komplett. Der neu eingetroffene Hund mit seiner Besitzerin hat uns relativ schnell dazu veranlasst, die Wiese mit unserer Hündin zu verlassen. So ein Zusammentreffen mit diesen Hunden macht für uns keinen Sinn. Erscheint uns eher gefährlich, und wir möchten nicht das unsere kleine Hündin dort unter die Räder kommen. Gleichwohl wollen wir nicht, dass sie schlechte Erfahrungen macht. Natürlich ist das Spiel mit anderen Hunden wichtig und das soll sie auch haben. Aber bei diesen Hunden kann man nicht von einem Spiel reden, keiner Kommunikation. Der Hund der als letztes dazugekommen ist, hat die ganze Zeit geknurrt und laut geklafft. Die beiden Rüden sind sich auf üble Art und Weise hinterhergerannt. Dass es zu keinen Verletzungen kam erstaunte uns. Die beiden Besitzerinnen meinten, dass das doch schon sehr gut sei wie die Hunde miteinander klarkommen. Wenn das schon gut ist, will ich nicht wissen was schlecht ist! Natürlich liegt es nicht an den Hunden, sondern an den Menschen. Die beiden Menschen haben sich nicht sehr für ihre Hunde interessiert, haben nicht geschaut was sie machen. Das fiel uns auch noch auf, nachdem wir die Wiese verlassen hatten. Und zurück zum Taxi zu kommen, mussten wir in der Nähe der Wiese noch mal vorbei. Wir haben erfahren, dass die mit den Rüden sich immer unter der Woche um 14:00 Uhr dort treffen. Diese Zeit werden wir nun meiden. Es wurden noch weitere Hunde erwartet als wir gingen. 

Wir gingen dann mit der Hündin noch ein bisschen spazieren. Auf einer Wiese konnte sie an die Schleppleine laufen. Dafür hat man natürlich auch als Möglichkeit ohne so weit rausfahren zu müssen. Nun ja, wir werden es trotzdem wieder machen um ihr das freie Laufen zu ermöglichen. In der Hoffnung, dass es das nächste Mal besser läuft.

 


29.3.

Sieben Wochen mit Hund

Unglaublich, wie unsere Zeit rennt seit unsere Hündin bei uns lebt. In ein paar Tagen ist sie schon zwei Monate bei uns. Verrückt, was für ein langer Zeitraum. Und doch kommt uns der Zeitraum eher kurz vor.

Seit sie bei uns lebt vergehen die Tage viel schneller, auch wenn der Tag weiterhin 24 Stunden hat so denken wir doch immer wieder, der Tag könnte noch ein paar Stunden mehr haben. Hat er aber nicht. Unser System wird auch für den nächsten Monat wieder eine Liste erstellen, wer von uns wann für die Hündin verantwortlich ist. Welches Multisystem von uns beiden wichtige Termine hat, bzw. wo‘s wichtig ist, dass die andere den Hund übernimmt. Eine weitere Spalte zeigt auf, welche „Termine“ und Ausflüge mit der Hündin geplant sind. Zeiten, wo wir uns hier in der Umgebung aufhalten und mal ein Stück weiter wegwollen, machen wir natürlich spontan. 

Aber manche Termine und Ausflüge müssen wir planen. Müssen wir planen, weil wir dazu unter anderem auch auf unser Rollitaxi angewiesen sind. Wir sind unglaublich glücklich und dankbar, dass die Hündin dort mitfahren kann. Das haben wir jetzt auch schon mehrfach gemacht und klappt prima. Ein gutes Gefühl! So sind wir alle zusammen deutlich mobiler geworden. Manchmal springt sie sogar beim Aussteigen wieder ins Auto hinein.

Vor ein paar Tagen waren wir auf der Hundewiese. Auf der eingezäunten Wiese. Dort konnten wir sie wieder laufen lassen. Das war richtig schön. Unser Wunsch ist, dass wir das etwa einmal die Woche machen können, weil das sowohl dem Hund als auch uns Menschen guttut. Ist natürlich immer eine Überraschung, wer sich gerade auch auf dieser Wiese aufhält. Einmal haben wir tatsächlich gar kein Hund getroffen. Die anderen Male mehrere. Beides hat sein für und wider. Für uns als optimal herausgestellt hat sich, zeitweise die Zeit mit anderen Hunden auf der Wiese verbringen zu können und noch eine Trainingseinheit einzulegen, ohne dass andere Hunde und ihre Besitzer anwesend sind.

Das Alleinsein klappt immer besser. Dies bekommen wir mit, da wir eine Kamera installiert haben die wir laufen lassen, während sie alleine zu Hause ist. Gibt irgendwie ein bisschen Sicherheit zu wissen, was zu Hause los ist. Inzwischen sind wir da schon viel entspannter geworden. Die ersten Male sie allein zu lassen war schon spannend.



25.3.

Corona und das Assistenzteam

momentan gibt es wahnsinnig viele Coronainfektionen in unserem Assistenzteam bzw. „Drumherum“. Auch heute schrieb wieder eine Assistentin, dass sie die zwei Einsätze diese Woche nicht kommen kann, weil ihre Freundinnen einen positiven Covid Test hat. Das hatten wir in den letzten Wochen echt häufig. Eine Assistentin war auch selbst betroffen. Bei der anderen die Tochter, jetzt bei der die Partnerin. Das häuft sich schon massiv. Schwierig ist es die Einsätze zu überbrücken. Gerade wenn so viele Leute in einem Monat immer wieder ausfallen. Wir sind so glücklich, dass die Schmetterlinge in so einem Fall wie jetzt einfach einspringen. Unser Eindruck ist, dass Menschen die diese Möglichkeit nicht haben, dass eine Person privat einspringen kann, echt riesengroße Schwierigkeiten haben mit der Assistenz Planung und den Krankheitszeiten und jetzt in der Situation In der so viele Leute entweder Corona haben Kontaktperson sind.

Danke liebe Schmetterlinge, dass ihr uns so toll unterstützt!

Antwort Schmetterlinge: Das machen wir doch gerne, ihr seit auch immer für uns da, wenn wir euch brauchen.

 


24.3.

Besuch

Wir hatten einige Tage Besuch. Das war richtig schön. Auch hier ging die Zeit ganz schnell vorbei. Gemeinsam haben wir schöne Dinge gemeinsam erlebt, waren in der Therme und in einem Wildpark. An den beiden Tagen sind die Schmetterlinge dann bei unserer Hündin geblieben. Uns hat jeweils eine Assistentin begleitet. Dadurch wurden die Ausflüge mit unserem Besuch möglich. Bevor unsere Hündin bei uns gelebt hat haben wir das auch schon mal gemacht, dass die Schmetterlinge dabei waren. Aber das ist jetzt bei einem Tagesausflug nicht mehr möglich, weil wir der Hündin nicht zumuten wollen, solange allein zu sein. 


20.3.

Können wir das? Machen wir das wirklich gut?

Diese Fragen treiben uns gerade um. Wir geben auf jeden Fall unser Bestes. Manchmal fühle ich zu viel. Zu intensiv, zu schmerzhaft und zu unsicher. Einatmen, Ausatmen, Durchatmen. Sinnvolle Entscheidungen zu treffen ist nicht das einfachste der Welt für uns. Dinge, hinter denen wir absolut stehen. Manchmal straucheln wir, geraten innerlich in Turbolenzen. Tränen, Tränen der Freude haben wir kennengelernt. Aber auch Tränen der Verzweiflung, der Selbstzweifel und unglaublicher Traurigkeit. Das sind unterschiedliche Tränen und doch ist es rein physiologisch kein Unterschied. In der Emotion hingegen ist es ein großer Unterschied für uns. 



19.3.

Eingezäunte Hundewiese (schon vor etwa 2 Wochen entstanden)

Nun lebt unsere Hündin schon vier Wochen bei uns. Für uns ist diese Zeit wahnsinnig schnell vergangen. Es gab so vieles neues, interessantes und aufregendes in dieser Zeit. Aber auch manche Sorgen kamen auf. 

Weil unsere Hündin noch nicht frei ohne Leine laufen kann, haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, um dies in einem geschützten Umfeld trainieren zu können. Dafür haben wir nach eingezäunten Hundewiesen gesucht. Wie leben wir hier in der Großstadt, aber in unserer Stadt gibt es keine einzige öffentliche Hundewiese, die komplett eingezäunt ist. Das hätten wir wirklich nicht gedacht. Gestern sind wir also raus aus der Stadt gefahren, Fahrzeit etwa eine halbe Stunde. Denn da hatten wir gelesen, dass es eine eingezäunten Hundewiese gibt. Gesagt, getan, wir machten uns auf den Weg dorthin.

Momentan fährt die Hündin noch nicht mit Rolli Taxi. Also sind die Schmetterlinge separat mit dem Auto mit ihr gefahren, und wir mit unserem Taxi. Unser Ziel ist es, in den nächsten zwei Wochen anzugehen, dass die Hündin mit uns Taxi fahren kann. Das Taxiunternehmen hat zum Glück nichts dagegen. Selbstverständlich wird die Hündin für die Fahrt entsprechend gesichert. Nun hatten wir noch etwas Zeit, waren zu früh zurück beim Taxi. Da haben wir die Schmetterlinge gebeten, dass sie sich mit der Hündin doch das Taxi mal angucken. Der Fahrer, der diese Fahrt übernommen hat fand das völlig in Ordnung. Ein paar Tage zuvor hatte sie schon mal geschaut, wie das mit der Hebebühne so aussieht. Mit der wir in das Taxi befördert werden. Als wir dann drin im Taxi saßen, lockten die Schmetterlinge sie mit Leckerlies in das Taxi hinein. Sie kam zu uns, hat sich neben uns gesetzt. Hat erstaunlich gut geklappt. Klar, wir sind jetzt noch nicht losgefahren oder so. Trotzdem denken wir, dass so eine schrittweise Annäherung an diese Dinge wichtig ist. Perspektivisch wäre es natürlich schon gut, wenn die Hündin problemlos auch mit dem Rolli Taxi mitfährt. Das erleichtert unseren Alltag und unsere organisatorischen Dinge.   Selbstverständlich wollten wir sie damit nicht von Anfang an überfordern.

Wir Sonnenblumen waren zuerst am Ziel. Schauten uns den Weg zur Hundewiese an. Da fiel uns gleich ein sehr hoher Bordstein auf und ein nicht befestigter Weg. Dass ist für uns natürlich ein Problem. Wir fuhren also ein bisschen weiter und versuchten hinten an die Hundewiese ranzukommen. Das ist zum Glück problemlos gegangen. Keine Stufen, wir würden zwar durch das Tor nicht durchkommen, aber das müssen wir auch nicht. Haben uns da dann schon mal ein bisschen umgeschaut, bis die Schmetterlinge mit der Hündin ankamen. Zu dem Zeitpunkt war eine Gruppe mit mehreren Hundebesitzern auf der Wiese. Diese verließen die Wiese aber etwa 10 Minuten später. Unsere Hündin ist eine Mini Australian Shepherd Hündin. Auf der Wiese angekommen schaute sie sich zuerst einmal ein wenig um. Das erste Mal ohne Leine bei uns. Für Sie also das erste Mal seit vier Wochen außerhalb unserer vier Wände. Sie schaute sich genau um, lief die Wiese ab um sich einen Überblick zu verschaffen. Zwei relativ junge Hunde tobten über die Wiese. Unsere Hündin war schnell daran interessiert. Ließ sich auf ein Spiel ein. Spielte ausgelassen, hatte viel Freude. Dem Treiben der zu dem Zeitpunkt anwesenden Hunden inklusive unserer zuzuschauen war richtig toll. Auch das Beobachten der Körpersprache fanden wir interessant vor allem, da unsere Hündin ja das erste Mal freilaufen konnte und sich so den entsprechenden Raum schaffen konnte. Irgendwann ging dann einer der Hunde, danach war noch ein junger Australian Shepherd Rüde mit uns auf der Wiese. Die beiden Hunde hatten richtig viel Spaß zusammen, spielten ausgelassen miteinander. Diese beiden Hunde haben sich gut miteinander verstanden. Irgendwann verließ auch der Besitzer mit diesem Hund die Wiese. Nebenbei kamen kurze Gespräche mit den anderen Hundehaltern zustande. Leute, mit denen wir nicht in Kontakt kommen würden hätten wir keinen Hund. Dass es also recht neu für uns. Hat sich aber gut angefügt.

Nun hatten wir die ganze Wiese für uns. Zugegeben, das Areal ist deutlich kleiner als wir erwartet hätten. Aber egal, wir hatten ja genug Raum mit unserer Hündin. Nun stellten sich die Schmetterlinge ziemlich weit entfernt von uns hin. Wir übten den Rückruf. Wir riefen sie zu uns was total gut geklappt hat. Sie tobt über die Wiese, rannte zwischen den Schmetterlingen und uns hin und her und hatte sichtlich Freude an der Freiheit in der Bewegung. So schnell rennen habe sie noch nicht gesehen. Wie auch, es ist an der Leine oder Schleppleine in dem Maße auch gar nicht möglich. Beiden Systemen tat diese Spielen auf der Hundewiese total gut. Auch stärkt es irgendwie die Beziehung zum eigenen Hund. Das werden wir auf jeden Fall bald wiederholen. Wir hoffen, dass wir auch dann wieder Hunde antreffen werden mit denen es gut passt. Was man selbstverständlich in Voraus nicht wissen kann. Doch auch die Umgebung dort ist ganz schön. Von daher wäre es auch unproblematisch, wenn es für uns gerade auf der Wiese nicht passt dort etwas spazieren zu gehen. Die Wiese ist etwa 15 km von unserem Wohnort entfernt. 

Sehr schade ist es, dass wir nicht näher, eine geeignete eingezäunten Wiese haben. Zwar findet man online noch eine Wiese in privater Hand. Doch das ist alles geschlossen aufgrund der Pandemiesituation. Zudem auch kostenpflichtig. Wir werden weiter Ausschau halten, ob es jetzt oder in Zukunft noch weitere Möglichkeiten geben wird. Perspektivisch ist natürlich das Ziel, das nicht mehr zu brauchen. Wir nutzen diese Wiese damit sie Kontakt zu anderen Hunden hat und um zu trainieren. 


16.3.

Zeit für die Kleinen.

Momentan sind unsere Tage richtig voll, vollgestopft mit notwendigen und zusätzlich dem, was unsere Hündin braucht. Da wir nächste Woche Besuch bekommen werden, versuchen wir jetzt alles was noch notwendig ist in die Tage davor zu packen. Deshalb ist der Terminplan entsprechend voll. Das merken insbesondere manche Kleine aus dem System. Für sie ist gerade weniger Zeit wie normal. Das tut uns auch wirklich leid und wir versuchen das dringend zu ändern. Eine Geschichte am Abend, sich an jemand Großen aus dem anderen System ran kuscheln. All diese Sachen brauchen unsere Kleinen in den Systemen. Manche der Kleinen fordern das vehement ein. Andere hingegen nicht. Wir versuchen das immer im Auge zu behalten, eben auch denen genug Raum zu geben, die nicht so fordernd sind. Ein siebenjähriges Mädchen mit einer Bürste, die so ähnlich aussieht wie ein Striegel für Pferde. Nur kleiner eben. Da dieses Mädchen absolut Pferde begeistert ist, ist das eine Aufgabe für Sie, in der sie aufgeht. Sie findet es so toll das machen zu dürfen, wenn sich die Hündin an einen ran kuschelt. Größere von unseren Kleinen im System können auch schon manche Aufgaben übernehmen die unsere Hündin benötigt. Mit jemand Großen im Hintergrund sind zwei kleine Mädchen mit der Hündin spazieren gegangen. An einem Ort, wo außer Wiese und Feldern nichts ist. Keine Autos, keine Radfahrer und auch sonst nichts, was für den Hund und uns als Menschen gefährlich werden könnte. Da die Hündin auf diesem Weg total entspannt war, war das möglich. Die Kinder in den Systemen waren unglaublich stolz darauf. Langfristig gesehen denken wir, dass es auf jeden Fall noch besser werden wird. Auch wenn die Hündin entspannter wird. Und das wird sie zum Glück. Spielen, was vorlesen, Rätsel lösen oder in einem Heft für Kinder irgendwelche Aufgaben machen. Das sind Dinge, die unsere Kleinen lieben. Aber auch kuscheln, Nähe und Wärme sind für sie sehr wichtig. Oft ist das aus dem gegenüberliegenden System einfacher wie aus dem eigenen. Was natürlich nicht bedeutet, dass sie das im eigenen System nicht bekommen. Das Intelligenzspielzeug für die Hündin zu befüllen finden manche Kinder super. Ihr dabei zuzuschauen ist wirklich faszinierend. 

 


14.3.

Hoher Krankenstand

im Assistenz Team und auch so um uns herum sind im Moment echt viel Glück Leute krank. Eine Freundin die wir aus der Stadt kennen, in der wir gelebt haben (bevor wir hier in die Schmetterlingsstadt gezogen sind) hat eine Coronainfektion. Wir hoffen sehr, dass sie die Infektion gut übersteht und es ihr bald besser gehen wird. Auch im Assistenzteam hat sich jemand mit dem Corona Virus angesteckt. Von einer anderen Assistentin hatte die Tochter eine entsprechende Infektion weshalb diese auch ausgefallen ist. Das bringt uns schon Probleme insbesondere, wenn es so viele Leute gleichzeitig betrifft wie das jetzt letzte Woche der Fall war. Doch ändern können wir es nicht. Wenn es keine andere Lösung gibt müssen leider die Schmetterlinge einspringen. Wir versuchen sehr, Ersatz zu finden. Doch das ist nicht immer möglich. Wir sind unglaublich glücklich und froh darüber, dass die Schmetterlinge einspringen können und das auch gerne für uns machen. Trotzdem ist der Sinn unserer Assistentin nicht, dass die Schmetterlinge übernehmen… Keine Ahnung wie das funktioniert bei Menschen, die niemanden privat kennen, die oder der bei Bedarf einspringen kann. In unserem aktuellen Team würde das nicht funktionieren. Keine schöne Feststellung, aber leider die Realität.

Mit zwei unsere aktuellen Assistenten kommen wir sehr gut klar. Es ist schön und einfach. Das tut uns gut. Die ganze Organisiererei die der Krankenstand so mit sich bringt, ist es nervig und ermüdend. Immer wieder würden wir uns ein wenig mehr Flexibilität von bestimmten Assistenten wünschen. Das beziehen wir nicht auf das komplette Team, sondern auf bestimmte Leute die für uns arbeiten. Wir hoffen, dass es nächste Woche besser wird und nicht mehr so viele Leute krank sind.

 

 


10.3.

Unsere Hündin tut uns gut

Seit über einem Monat ist unser Leben um ein wundervolles und liebenswertes Lebewesen reicher geworden. Unsere tolle Hündin. Wir schaffen das mit ihr gut. Es erfüllt beide Systeme mit Stolz. Da sind so viel Liebe und Zutrauen zu ihr. Selbstvertrauen, schwingt in ungeahnten Bahnen. 

Gerade die erste Woche hatten wir manchmal das Gefühl, ist es wirklich das Richtige für unsere Hündin? So ein Leben bei und mit uns? Inzwischen sind wir darüber hinweg und glauben, alle Herausforderungen schaffen zu können und ein bunteres und reicheres Leben mit dem bunten Aussehen von ihr zu haben. Da zu sein für sie ist schön, aber sie ist auch auf ihre Weise für uns da. Sie ist so wundervoll und wir sind glücklich, gemeinsam das Wagnis Hund in Angriff genommen zu haben. Abends, wenn wir „Feierabend“ haben (d.h. bei uns, wenn die Assistenten Feierabend haben und wir dann nur noch „unter uns“ sind) legen wir eine Kuscheleinheit mit der Hündin ein. Sie genießt es so sehr, und wir auch. Für die Schmetterlinge ist das spontaner möglich, da sie sich jederzeit auf den Boden zu ihr setzen können was bei uns einfach unmöglich ist. Wir haben einen speziellen Sitzsack für Menschen mit einer Behinderung in dem wir einigermaßen gut sitzen können. Darauf kommen wir am nächsten an die Hündin ran. Sie hat aber auch gelernt, sich mit den Vorderpfoten auf unser Fußbrett vom Rolli zu stellen damit wir sie besser streicheln können. 

Manche Dinge sind für uns (noch) nicht selbstständig mit ihr möglich, Das macht uns hin und wieder traurig. Wir erleben die Grenzen unserer Behinderung nochmal anders und intensiver…


5.3.

Neuer Fahrer beim Rolli Taxi

Zu unseren Arzt- und Therapieterminen sowie auch manchmal für Freizeitaktivitäten sind wir mit einem Rollstuhltaxi Unternehmen unserer Stadt unterwegs. Während das bei den Therapie- und Arztfahrten die Krankenkasse unter bestimmten Bedingungen bezahlt gibt es eine Art der Sozialhilfe in Form der Eingliederungshilfe, die sich Mobilitätshilfe nennt. Diese beziehen wir über den Sozialhilfeträger. Damit bekommt man entweder als Sachleistung eine gewisse Anzahl an Fahrten monatlich, oder einen Geldbetrag mit dem man sich die Leistung dann selbst einkaufen kann. Dies ist in unterschiedlichen Bundesländern, verschiedenen Städten und Gemeinden unterschiedlich. In unserer Stadt hat man die Wahl, ob man den Betrag ausgezahlt bekommen möchte oder die Behörde das direkt mit dem Taxiunternehmen abrechnet.

Mit diesem Rolli Taxiunternehmen sind wir regelmäßig unterwegs. Im Großen und Ganzen klappt das alles prima. Meistens keine Verspätungen, freundliche Fahrer und Fahrerinnen und mit manchen von ihnen entstehen auch mal Gespräche während der Fahrt.

Doch mit diesem Fahrer klappt es für uns gar nicht…

 


4.3.

Schmerzen in der rechten Hand

Zur „Abwechslung“ ;-( mal wieder macht unsere rechte Hand verstärkt Probleme. Die Überlastung ist deutlich wahrzunehmen. Die Gelenke beginnen wieder sich zu entzünden. Die Haut ist gerötet, gespannt. Manche Bewegungen tuen mehr weh als andere. 


2.3.

Zwei Systeme und ein Hund. Und zwei Kaninchen. Jemand von außen hat gesagt, jetzt seid ihr zu fünft. Also die beiden Kaninchen, die Schmetterlinge, wir und die Hündin. Sie liegt gerade hinter mir, und träumt. Ihre Pfoten bewegen sich, scheint ein schöner Traum zu sein. Vielleicht läuft sie gerade über eine Wiese. Ein bisschen so sieht es jedenfalls aus. Der Alltag verändert sich durch unsere Hündin. Ist eng getaktet, nach den Bedürfnissen aller. Momentan gehen wir Sonnenblumen noch nicht mit einer Assistentin mit der Hündin raus. Das wollen wir am Sonntag in einer Woche mal probieren. Da ist eine hundeerfahrene Freundin zu Besuch. Mit ihr wollen wir das ausprobieren. Werden auf jeden Fall berichten, wie das geklappt hat. Aufzug fahren geht inzwischen auch ganz gut. Das kannte sie vorher nicht, da sie vom Land kommt. Inzwischen ist es auch kein Problem mehr, dass die Schmetterlinge, wir, und die Hündin gemeinsam in unserem kleinen Aufzug hier im Wohnhaus fahren. Das haben wir die ersten Tage nicht zusammen gemacht, um sie an die Situation mit dem Aufzug zu gewöhnen. Schön, dass sie das jetzt schon so gut schafft. Natürlich ist der neue Alltag auch anstrengend und herausfordernd. Man will alles so gut wie möglich machen. Doch natürlich werden auch Fehler gemacht. Denn niemand ist perfekt. Wir hoffen dies so gering wie irgendwie möglich zu halten und wissen doch, dass sie große Auswirkungen haben können. Große und Kleine in den Systemen sind neugierig auf die Hündin. Wollen mit dir spielen, herausfinden, was sie so mag. Heute haben wir ein Intelligenzspielzeug getestet. Hat sie sofort kapiert. Spaß hatte sie glaube ich trotzdem dabei doch es könnte noch schwieriger sein. Müssen wir mal überlegen, wie man das Spiel noch etwas verkomplizieren kann. Das mit dem Spiel haben wir Sonnenblumen mit ihr gemacht. Davon haben wir ein Video gedreht. Unsere Nächte sind kürzer als ohne Hund. Doch wir gewöhnen uns erstaunlich schnell daran. Manchmal sind wir klar etwas müde, aber dann kann man ja auch eine Pause einlegen. Die Hündin schläft ja auch über Tag einige Stunden. Und bekommt natürlich auch mache Ruhephasen. Unsere Hündin ist auf jeden Fall eine Hündin die gerne schnüffelt. Mit der Nase arbeitet. 

 


27.2.

Manchmal schwer und manchmal leicht

In unserem Leben ist einiges schwierig, nervenaufreibend, anstrengend und zermürbend. Wichtig ist es für uns, irgendwie einen positiven Ausgleich neben all dem Negativen zu schaffen. Doch manchmal reicht die Kraft dazu leider nicht aus. Zeiten in denen äußerlich schwierige Dingen passieren, haben wir häufig erlebt und werden wir vermutlich ebenso häufig noch erleben. Die größte Belastung versuchen wir in den Hintergrund treten zu lassen, doch das ist gar nicht so einfach. Mal gibt es Tage wo das besser klappt und dann wiederrum welche, wo das einfach nicht gelingen will. 



24.2.

Unsere Hündin- ist schon ne Weile her, dass wir das geschrieben haben. 

 

Heute ist der fünfte Tag mit unserer Hündin. Fünf Tage, die wunderschön und auch anstrengend waren. Wir haben ein neues Familienmitglied! Sie wird bald drei Jahre alt. Bevor sie zu uns kam lebte sie bei einer Züchterin. Jetzt wird unsere Hündin erst mal hier ankommen. Wir finden uns gemeinsam ein. Gemeinsam ein, mit ihr und unserem neuen Leben. Jeden Tag wachsen wir ein Stück weiter zusammen.

Durch sie ändert sich unser Tagesablauf. 

Dadurch, dass wir auf persönliche Assistenz angewiesen sind, sind immer wieder Menschen in unserer Wohnung die nicht zu ihrem Rudel gehören. Man merkt, dass sie sich anders verhält, wenn noch Personen von außen in der Wohnung sind. Es ist bei uns Menschen ja auch nicht anders. 

Zwei multiple Systeme und eine Hündin. Da kommt viel zusammen. Manche von den Kleinen finden die Hündin total super. Ein Mädchen von uns, vier Jahre alt, beneidet die Hündin, dass sie immer so viel schlafen darf. Dieses Mädchen von uns ist ziemlich oft müde und möchte gerne außen sein bei der Mittagspause und manchmal auch beim Mittagsschlaf. Einen kleinen Jungen von den Schmetterlingen hat die Hündin gestern kurz getriggert. War zum Glück aber schnell wieder vorbei.

Wir haben uns professionelle Unterstützung gesucht die uns hilft, die Hündin auch an all unsere speziellen Bedingungen mit Rolli zu gewöhnen. Sie selbst ist nämlich auch Rollstuhlfahrerin. Mal schauen, wie das laufen wird. Auch habe ich gelesen, dass es in einer Hundeschule ein bisschen außerhalb unserer Stadt die Möglichkeit gibt, an einer Gruppe teilzunehmen wo auch andere Rollifahrer mit ihren Hunden sind. Das klingt für mich eigentlich ganz gut und interessant. 

Die organisatorischen Dinge wie Anmeldung, Haftpflicht Kasse, Hundesteuer und Tasso sind erledigt. Wir halten euch auf dem Laufenden, wie unser Leben mit Hund so weiter geht.


22.2.

Gefühle fühlen ist manchmal schwer

In uns drin sind gerade so viele unterschiedliche Gefühle. Anstrengung, abwarten. Hoffen und bangen, schon wieder. Wie mag das wohl weiter gehen? Wann wissen wir endlich endgültig Bescheid? Und wie wird es sein, wenn wir es dann wissen werden? Wie kann dies unser weiteres Leben beeinflussen?

So verdammt viele Fragezeichen im Kopf. Anwendbar auf unterschiedliche Situationen in unserem leben. Leben, jeden Tag voller Leben genießen und nicht die Ohnmacht und Hilflosigkeit zu stark werden zu lassen. Unsere Hündin ist uns da eine willkommene Abwechslung. Eine neue wunderschöne Begegnung mit ihr die unser Leben bunter und schöner macht. Aber natürlich auch neue Herausforderungen mit sich bringt. 

Doch das Schwere ist nicht weg. Leider. Die Anstrengung über die viele parallellaufenden Dinge macht sich schon bemerkbar. Und wieder warten wir wie s weiter geht. Wieder ist alles offen… 

 


20.2.

Hundealltag Teil 2 - Mittwoch

Da die Hündin ja vor einigen Tagen kastriert wurde, mussten die Fäden bei ihr gezogen werden. Dazu hatten wir unsere Tierärztin gebeten bei uns zu Hause vorbeizukommen. Die Tierärztin die wir auch von unseren Kaninchen ja schon viele Jahre kennen (ich denke es sind inzwischen fast acht Jahre) haben wir gebeten zum einen die beiden Kaninchen zu impfen. Wie jedes Jahr, bekommen die beiden ihre Impfungen. Der komplette Impfpass der Kaninchen hat nur Stempel von dieser einen Tierärztin. Wir sind mit ihr total zufrieden und glücklich, dass wir sie haben. In den vielen Jahren haben wir ein angenehmes Vertrauensverhältnis aufgebaut. Zu Zeiten, wo‘s den Kaninchen mal nicht gut ging hat sie uns prima unterstützt. Und sie hatte uns gefragt ob sie das Gehege von den beiden fotografieren darf um es anderen Kunden zu zeigen. Da haben wir gerne zugestimmt denn wir finden es wichtig, dass Kaninchen nicht in einem Käfig gehalten werden. Unsere haben ein tolles Gehege. 

Nachdem die beiden Kaninchen geimpft waren ging es ans Fäden ziehen für die Hündin. Da sich die Hündin gerade im Schlafzimmer aufhielt, baten wir die Tierärztin in unser Schlafzimmer. Schon irgendwie lustig. Aber unser Schlafzimmer ist anders wie bei den meisten Menschen gar nicht so privat wie man jetzt denkt. Dadurch dass da immer die Assistentin und auch der Physiotherapeuten am Werken sind ist der Raum öffentlicher als bei Menschen ohne Assistenzbedarf. Die Hündin durfte gleich als sie Tierärztin in die Wohnung kam erst mal schnuppern. Dann hat die Tierärztin die Kaninchen geimpft. Anschließend ging es dann ans Fäden ziehen. Die Schmetterlinge nahmen die Hündin auf den Schoß. So hat es die Tierärztin vorgeschlagen. Sie war total ruhig, kuschelte mit den Schmetterlingen und ließ sich ohne Protest die Fäden ziehen. Unsere Tierärztin hat es hingekriegt, gleich einen guten Draht zu ihr aufzubauen. Das finden wir recht gut und wichtig. Wir sind so froh, nicht irgendwie raus in eine Tierarztpraxis zu müssen. Klar kann es Situationen geben, wo das trotzdem nötig sein wird. Aber für alles, was zu Hause machbar ist werden wir bei unserer Tierärztin bleiben. Es ist weniger Stress für das Tier bzw. die Tiere, aber es ist auch weniger Stress für uns Menschen. Und das alles insgesamt wirkt sich positiv auf das Tier aus.

Freitag war wieder eine andere Assistentin da, die die Hündin noch nicht kannte. Mit dieser Assistentin kommen wir als System sehr gut klar. Sie hat uns Sonnenblumen abends zur Selbsthilfegruppe gebracht. Das war dann der erste Abend, an dem wir viereinhalb Stunden von der Hündin getrennt waren. Die Schmetterlinge holten uns um kurz vor elf mit der Hündin beim Rolli Taxi ab. Da war sie ziemlich ängstlich. 


15.2.

Hundealltag- letzte Woche entstanden

Heute lebt unsere Hündin seit acht Tagen bei uns. Gestern war es genau eine Woche. Schon lustig, wie schnell diese Zeit vergangen ist. Allmählich finden wir uns in einem gemeinsamen Alltag ein.  Eine neue, interessante, spannende, aufregende und erfahrungsreiche Woche liegt hinter uns. Kurz bevor sie bei uns eingezogen ist, wurde sie noch kastriert.

Seit sie bei uns ist, schläft sie die Nächte im Wohnzimmer. Das war am Anfang nicht klar, ob das klappen wird. Bisher hat sie mit mehreren Hunden die Nächte verbracht. Die ersten beiden Abende hat sie sich ein paar Minuten schwergetan mit dem alleine sein. Ist dann aber total gut zur Ruhe gekommen. Seit dem dritten Tag an dem sich hier ist, ist es bis jetzt nicht mehr vorgekommen. Heute beim Spazierengehen fragte mich eine ältere Dame, ob der Hund nicht friere und einen Mantel brauche. Dies habe ich verneint. Es war zwar nur eine ganz kurze Begegnung mit dieser Frau, doch wir sind sicher, dass wir ohne Hund nicht ins Gespräch mit ihr gekommen wären. Es schon interessant, wie anders man wahrgenommen wird. Hundebesitzer grüßen uns, wir grüßen zurück. Perspektivisch suchen wir auf jeden Fall Hundebesitzer in unserer Nähe, mit denen wir manchmal gemeinsam rausgehen können. Zum einen das unsere Hündin kontinuierlichen Hundekontakt hat und zum anderen auch für uns, dass wir mit anderen Hundebesitzer in Kontakt treten. Online haben wir uns schon mal ein bisschen umgesehen, es gibt echt viele Foren und Blogs zum Thema Hund. Für uns besonders interessant sind jene, die mit diesen wundervollen Tieren und einer Behinderung in Verbindung stehen. Da fühlen wir uns irgendwie zugehörig. Vor ein paar Tagen haben wir eine andere Rollifahrerin mit Hund online angeschrieben. Mal gespannt, ob sie sich bei uns melden wird.

An dem Abend an dem wir mit der Hündin nach Hause kamen, waren beide Systeme samt Hund echt erschöpft. Nach der Fahrt war natürlich die erste Gassi Runde notwendig. Das war ganz schön aufregend. Das erste Mal mit unserem Hund hier im Park in der Nähe. Ein neues und aufregendes Gefühl. Und gleichzeitig das Gefühl der großen Verantwortung derer wir uns natürlich bewusst sind. Für den Montag haben wir es dann so geregelt, dass die Assistentin nur kürzer kam. Erstens waren wir einfach noch total erschöpft und wir wollten der Hündin die Gelegenheit geben, erst ein kleines bisschen anzukommen. Deshalb haben wir die Assistentin an dem Tag ein paar Dinge außerhalb der Wohnung erledigen lassen. Rückgabe von Sachen für die Stadtbibliothek, einkaufen ohne uns. Die pflegerischen Tätigkeiten liefen natürlich wie immer weiter. Trotzdem war es sowohl für die Schmetterlinge als auch uns gut, da noch etwas Abstand zu haben um erst mal die aller ersten zarten Pflanzen einer Bindung zueinander entstehen lassen zu können. Ohne Beobachtung. Ohne dass jemand Fremdes dabei ist.

Die erste gemeinsame Nacht war aufregend. Früh waren der Hund und wir auf. Die Schmetterlinge machten sich auf zur ersten Gassi Runde am Morgen. An diesem Dienstag war eine andere Assistenz da, als an dem Montag. Vor Einsatzbeginn haben wir alle Assistentinnen über ein paar Hunderegeln informiert. Dies ist für unser Zusammenleben unabdingbar. Und uns ist natürlich wichtig, dass unsere Hündin sich an uns als Menschen gewöhnt. Die anderen Leute die wir brauchen um uns zu helfen, kommen und gehen. Wir finden es wichtig das beide Systeme ein sicherer Hafen für die Hündin werden. Mit Sicherheit wird sich einiges an den Regeln noch ändern, ergänzen oder vielleicht auch irgendwann nicht mehr notwendig sein. Doch das wissen wir ja heute noch nicht. Die Assistentin war der Hündin gegenüber eher vorsichtig und zurückhaltend. Darum hatten wir sie und alle anderen Helferinnen auch gebeten. Man merkt, dass unsere Hündin sich ein wenig anders verhält, wenn noch andere Menschen mit anwesend sind. Dann ist sie ruhiger, zieht sich mehr zurück. Liegt ihr auf ihren vorgegebenen Liegeplätzen als irgendwo quer in der Wohnung rum.

 



14.2.

Freude

Wir freuen uns. Freuen uns auf eine Auszeit. Eine Auszeit aus dem Alltag. Ein bisschen wie Urlaub ist das. Wir bekommen Besuch. Auch für uns bedeutet das auch ein wenig Urlaub. Ein Ausbruch aus dem Alltäglichen. Es sind Ausflüge geplant. Wir werden einen Tag in die Therme fahren. Hoffentlich spielt das Wetter mit. In dieser Zeit haben wir weniger Assistenz als sonst. Auch das bedeutet irgendwie Urlaub für uns. Nicht dauernd diese Leute bei uns zu haben. Physiotherapie haben wir für die Woche auch schon abgesagt. Das brauchen wir natürlich regelmäßig, aber mal eine Woche Pause fühlt sich gut an.

  

Is fräum mis auf besur vil. Da kön wia schpiln. Wia cole sachn machen woln. 

 

    


10.2.

Unser Rolli musste ins Sanitätshaus

Anfang Februar musste unser E Rolli für einen Tag ins Sanitätshaus. Es ist eine größere Sache zu machen weshalb es keinen Sinn macht, dort im Sanitätshaus direkt auf die Reparatur zu warten. Mit dem Mitarbeiter habe ich besprochen, dass dieser den Rolli etwa gegen 10:00 Uhr am Vormittag abholen wird. Zum Glück haben wir noch einen Ersatzrolli. Da sind wir echt erleichtert. Wäre dem nicht so, wäre das ein Tag den wir im Bett verbringen müssten. Das ist irgendwie keine angenehme Vorstellung. Der Rolli fühlt sich irgendwie fast an, als wäre er ein Körperteil von uns. Denn er ist immer da, wo wir gerade sind. Das mag vielleicht skurril und merkwürdig klingen. Es ist doch nur ein Gegenstand. Ja, der Rollstuhl ist ein Gegenstand und trotzdem Teil von uns. Der Elektro Rolli ist unser Alltagsrolli, indem verbringen wir die allermeiste Zeit. Außer, wir liegen gerade im Bett oder nutzen ein anderes Hilfsmittel. Eine klassische Situation bei der das so wäre ist beispielsweise, wenn wir jetzt im Winter bei Schnee, Eis und Nässe draußen waren. Dann bleibt unser elektrischer Rolli im Badezimmer stehen damit der abtropfen kann und je nach Verschmutzung in einem von einer Assistentin geputzt wird. In der Zwischenzeit wechseln wir in unseren Schieberolli. Der ist kleiner, oft sagen Menschen zu uns, dass wir in dem anderen Rolli „nicht so behindert“ wie in dem großen Rolli aussehen. Doch irgendwie hat das Ganze für uns eine Crux. Denn selbstständig sind wir nur mit unserem elektrischen Rolli. Sitzen wir im Schieberolli sind wir von anderen Menschen abhängig. Noch mehr als sowieso schon jeden Tag. Von daher hat das nichts mit aktiver oder weniger behindert sein zu tun für uns, sondern eher mit noch mehr Barrieren. Trotzdem hat auch dieser Rolli natürlich seine Berechtigung. Beispielsweise für den Tag, wo der elektrische Rolli nun im Sanitätshaus sein wird. Oder wenn wir doch mal hin wohin müssen wo eine Stufe überwunden werden muss. Dass ist mit dem Schieberollstuhl mit zwei Personen durchaus möglich während das mit unserem Elektrorollstuhl einfach nicht möglich ist. Es sei denn, es gibt eine entsprechende Rampe.

Wir haben also überlegt, wie wir diesen Tag gestalten. Und haben uns für eine Variante an dem Tag ohne Assistenz entschieden und dafür mit den Schmetterlingen. Damit fühlen wir uns deutlich wohler, als wenn wir noch abhängiger sind von einer anderen Person.

Das Sanitätshaus soll bloß ordentlich mit unserem E Rolli umgehen. Ihn vorsichtig reparieren und möglichst nicht noch irgendetwas kaputt machen. Oder eine Einstellung verändern, die für uns nicht passt. Leider sind die Fußbretter immer noch nicht exakt gleich hoch. Der Mensch aus dem Sanitätshaus meint, dass das kein Problem sei. Wir sind uns dabei nicht so sicher wie das für unsere Hüfte auf Dauer ist. Leider ist die Einstellung gar nicht mehr exakt möglich, da die Fußstütze an der einen Seite etwas ausgeleiert ist. 



9.2.

Vor der Hundeadoption entstanden


Eine Hündin

In ein paar Tagen lernen wir eine wundervolle Mini Australian Shepherd Hündin kennen. Wir sind schon eine ganze Weile auf der Suche nach einer Hündin. Auf dieser Suche haben wir schon verschiedene Dinge ausprobiert. Neulich haben wir beschlossen, selber eine Anzeige im Internet aufzugeben, dass wir eine erwachsene Hündin suchen. Wir haben schon mit verschiedenen Hundebesitzern Kontakt gehabt. Leuten, die ihr Tier abgeben wollen oder müssen.

Für eine Hündin hatten wir schon die Zusage für das Probewohnen bei uns. Doch dann hat sich die Besitzerin nicht mehr gemeldet. Das war wirklich schade. Aber gerade fühlt es sich so an, als hätten wir unseren persönlichen Jackpot an Hündin gefunden. Wir sind so gespannt, sie am Wochenende kennen zu lernen. Da das eine Strecke entfernt ist von der Stadt in der wir leben haben wir beschlossen, dann eine Nacht in einem Hotel zu übernachten. Am Samstag werden wir dorthin fahren. Gleich morgens geht es los. Später lernen wir dann die Hündin kennen, und auch ihre jetzige Besitzerin. Der bisherige Kontakt zu ihr lief wirklich super gut. Schnelle Antwort, viele Erklärungen und ein nettes Telefonat liegen hinter uns. Sie verkauft zwei Hündinnen, doch schnell war klar, dass die eine für uns wohl die besser Geeignete ist. Das können wir selbstverständlich noch nicht beurteilen da wir beide Hunde noch nicht kennen. Die Hündin ist wunderschön. Die Vorbereitungen sind nun ganz konkret am Laufen. Fast haben wir alles zusammen. Wir haben uns Gedanken darüber gemacht welche Regeln für uns wichtig sind. Unter anderem auch was uns für die Assistentin im Umgang mit dem Hund relevant erscheint. Diese Liste wird sich sicher noch ausweiten, ist ja auch kein Problem. Man lernt durch Erfahrung.

Wir möchten so vieles wie irgendwie geht richtig machen. Da fragt man sich, wer möchte das wohl nicht? Das stimmt bestimmt. Morgen werden wir Kontakt zu einer Hundetrainerin aufnehmen, die auch Rollstuhlfahrerin ist. Mit einer anderen Rollstuhlfahrenden Hundetrainerinnen hatten wir schon mal Kontakt. Doch das ist etwas außerhalb unserer Stadt. Von daher ist die uns jetzt empfohlene Hundetrainerin wahrscheinlich leichter zu erreichen. Wir werden sehen. 

Auf unser Kennenlernen Wochenende sind wir sehr gespannt und wir freuen uns riesig. Wir werden berichten, wie es war. Viele Grüße


7.2.

Elektrorolli im Sanitätshaus

Heute ist der 3.2.2022. Eigentlich könnte es ein ganz normaler Tag wie immer sein, doch das ist es nicht.  Vormittags wurde unser Elektrorolli vom Sanitätshaus Mitarbeiter abgeholt. Er benötigt einen neuen Motor. Den hatte die Krankenkasse bereits Ende letzten Jahres bewilligt. Doch dann gab es wohl einen Coronafall dort im Sanitätshaus und der für uns zuständige Mitarbeiter war in Quarantäne. Nun ja, heute ist es also soweit. Und das bedeutet für uns alles andere als ein normaler Tag.

Wir sitzen jetzt in unserem anderen Rolli. Offiziell heißt dieser Rolli aktiv Rollstuhl. Doch für uns ist er genau das Gegenteil. Wir fühlen uns darin passiv, hilfloser als sonst. Können nicht entscheiden, wo wir gerade hinfahren wollen. Dass ist anstrengend und ein unangenehmes Gefühl für uns. In unserem elektrischen Rolli fühlen wir uns viel freier, selbstständiger und auch ausgeglichener. Noch mehr auf die Hilfe andere angewiesen zu sein macht und schon was aus. Hilft nun aber nichts, da müssen wir heute durch.

Beim Telefonat mit dem Mitarbeiter aus dem Sanitätshaus hieß es, dass der Rolli auf jeden Fall abends wieder zurück sei. Dies konnte er mir nun heute Morgen nicht bestätigen. Dass es echt Mist! Fühlt sich schlecht an, denn wir fühlen uns so abhängig. Unfrei, noch so viel unselbstständiger wie sonst. Wir fühlen uns nicht wirklich gut aufgehoben in diesem Sanitätshaus. Doch eine sinnvolle Alternative haben wir bisher auch nicht gefunden. Mit der aktuellen E- Rolliversorgung sind wir jetzt sowieso an dieses Sanitätshaus gebunden. Der Mitarbeiter macht seltsame Witze. Vergisst Termine, und sagte dann einmal, ich hätte gar keinen Termin mit ihm ausgemacht. Zum Glück hatte ich das aber schriftlich per E-Mail gehabt und konnte es ihm so zeigen. Freundlichkeit und Kundenservice wird da wirklich nicht hoch geschrieben. Das ist schade, da wir wissen, dass es auch anders geht (aus der Stadt wo wir vorher gelebt haben).

Nun müssen wir also den Tag in diesem Rolli verbringen. Uns tut jetzt schon der Rücken weh. Wir hoffen sehr, dass der Rolli wirklich abends zurück ist und sorgsam mit ihm umgegangen wurde. Da sind wir uns bei dem Sanitätshaus nämlich nicht so sicher. Klingt vielleicht nicht nett, aber wir haben den Rolli auch schon kaputter zurückgekriegt als wir ihn abgegeben haben. 



5.2.

Jemand fragt, wie geht es dir/ euch …

Wir können diese Frage endlich mal wieder mit gut beantworten. Das ist wundervoll und berührt mich irgendwie sehr. Wie lange haben wir das nicht sagen können? Ich glaube eine ganze Weile nicht. Natürlich ist gut gehen immer subjektiv, wir sagen halt oft, wenn jemand fragt wie es uns geht, dass es uns gut geht. In Wirklichkeit ist das aber nicht so. Nicht schlecht aber eben auch nicht gut.

Es kommt auch drauf an wer diese Frage stellt. Ist das eine Assistenz, so beantworten wir die Frage schon. Aber nicht tiefer gehend, weil gewisse Dinge auch unsere privaten Sachen bleiben sollen. Ein anderer Arbeitgeber würde sich da auch nicht zu tief in die Seele blicken lassen gegenüber einer angestellten Person. Und das sind wir, Arbeitgeber! Mit allem was dazugehört, Rechten und Pflichten. Nicht immer ist es einfach, dass das zu Hause ist. 

Daran, dass wir gerade sagen können es geht uns gut hat unsere Hündin einen großen Anteil. Mit ihr werden wir viele neue Dinge lernen. Neue Wege gehen, neue Menschen kennen lernen und neue Herausforderungen erleben. Es tut so gut, sie jetzt hier bei uns zu haben und wir sind unglaublich glücklich, dass das geklappt hat.

Natürlich ist das was außen rum uns Sorgen und Gedanken bereitet nicht weg durch die schöne Situation die wir jetzt erleben dürfen. Doch irgendwie bekommt sie ein anderes Gewicht. Dadurch dass unsere Hündin gerade viel Raum einnimmt und das Kennenlernen bestimmt, noch die eine oder andere Überraschung für uns bereithalten wird, sind wir abgelenkt. Die großen Türme ringsherum stehen nicht so im Mittelpunkt, weil einfach gerade gar nicht so viel Platz da ist.

Es geht mir gut. Ein toller Satz. Wir hoffen, dass das länger anhält.


2.2.

Post vom Amt

Wir beziehen Grundsicherung bei voller Erwerbsminderungsrente. Im Grunde ist das zwar ein anderes Sozialgesetzbuch wie Leistungen für Langzeitarbeitslose Hartz-IV-Empfänger, von dem Geld von dem wir leben kommt es aber aufs Gleiche raus. Mit dem Unterschied, dass ALG zwei Bezieher zumeist in der Lage sind ihre Situation zu ändern während wir das nicht können. Bei uns liegt eine unbefristete volle Erwerbsminderung vor. Deshalb sind wir auf unterschiedliche Ämter angewiesen, nun macht das Amt über das wir unsere Leistung zur Existenzsicherung beziehen Probleme. Die Nebenkostenabrechnung ist hoch ausgefallen. So wirklich warum das so ist verstehen wir nicht. Laut Abrechnung sind die Kosten vor allem bei der Heizung im Flur enorm. Das wollen wir überprüfen lassen ob damit alles in Ordnung ist.

Nun kommt in diesem Schreiben wieder rüber, ihre Wohnung ist ja zu groß. Ja, es stimmt, unsere Wohnung ist geräumig. Aber wir sind auf mehr Platz angewiesen aufgrund unserer komplexen Behinderung mit allen Hilfsmitteln die wir brauchen. Durch den Pflegebedarf benötigen wir Menschen, die uns im Alltag unterstützen. Zweimal im Monat kommt eine Haushaltshilfe, die so den Grundputz erledigt.  Diese Maßnahme lässt ein bisschen mehr Zeit, um mit den Assistenten mehr Freizeitaktivitäten unternehmen zu können. 

Diese verdammte Abhängigkeit ist echt schwer zu ertragen. Man hat das Gefühl, als koste das Amt das richtig aus. Das ist natürlich unser subjektives Gefühl. Wieder heißt es warten, wieder heißt nicht zu wissen wie es weitergeht. Die Nachzahlung der Nebenkosten wird in wenigen Tagen vom Konto abgebucht. Eine riesige Summe Geld, wenn man vom Existenzminimum lebt. Wir wollen einfach in dieser wundervollen Wohnung bleiben, und nicht immer und immer wieder die Angst haben hier raus zu müssen. Unsere Gedanken kreisen. Werden von der einen Gehirnhälfte auf die andere gewälzt und wieder zurück. Die Antwort an das Amt ist geschrieben. Es bleibt abzuwarten, was deren Antwort ist. Bis wir das Geld bezahlen müssen bekommen wir das Geld sicher nicht. Außerdem erhöht sich die Miete jetzt Anfang des Jahres sowieso noch mal. Zusätzlich kommt jetzt noch das mehr an Nebenkostenvorauszahlung auf uns zu. An sich ist es ganz klar, dass das Amt die Miete in angemessener Höhe bezahlt. Dazu gehören auch die Nebenkosten. 



31.1.

Gestern ist eine wundervolle, knapp 3 Jahre alte Hündin bei uns eingezogen. ;-)


28.1.

Medikamente

Manchmal nervt es mich, dass wir Medikamente nehmen müssen. Wegen verschiedener Erkrankungen kommt da leider einiges zusammen.  Bei der Einnahme gibt es Einiges zu beachten: Wann genau, wie, welcher zeitliche Abstand zu anderen Medikamenten… Vor Kurzem hat mir ein Apotheker gesagt: „Sie wissen schon, dass es wichtig ist, jedes Medikament einzeln mit einem Glas Wasser zu nehmen!“ Wie sollen wir das denn machen ohne einen richtigen Wasserbauch zu bekommen? Das funktioniert einfach nicht.


25.1.

Behinderung ist keine Krankheit

Das ist ein Unterschied! Viele Menschen setzen das gleich. Eine Behinderung ist keine Krankheit. Eine Behinderung ist erstens chronisch und zweitens meistens nicht heilbar. Ob eine Behinderung oder eine Krankheit- schlimm sein kann beides.


23.1.

Leben, ein Überleben! Kämpfen um Notwendigkeiten. Den Kampf des Überlebens haben wir bereits als Kind führen müssen. Haben es geschafft! Trotz allem, trotz all der Gewalt. Das Aufspalten in Viele war notwendig um unser Leben zu retten. Um diesen massiven Missbrauch überleben zu können. Manche multiplen Menschen werden gezielt gespalten. Dieser Mechanismus, das Kind immer wieder in Todesgefahr zu bringen, damit es sich zielgerecht weiter spaltet so wie die Verantwortlichen für diese Taten es brauchen und wünschen. Das ist einfach abartig, ungeheuerlich und für die meisten Menschen nicht vorstellbar. 

Wenn sich ein kleines Kind aufgrund beispielsweise eines Missbrauches spontan in mehrere Persönlichkeiten spaltet, sind unserer Erfahrung und Eindrücken bisher eher die, dass das System weniger verzweigt und verwinkelt in sich drin ist als ein System, das systematisch gespalten wird. Das ist natürlich nicht immer der Fall und soll hier auch in einer Weise bewertet werden bezüglich „besser“ oder „schlechter“, „schlimmer“ oder „weniger schlimm“. 


20.1.

Schock. Wut. Verzweiflung. Belastungsgrenze.

Manchmal passieren total unverständliche Dinge im Außen. Die nicht zu ändern sind. Auf die man nur reagieren kann. Eine unglaubliche Angst ist da in uns. Aufregung. Wir fühlen uns schwer belastet. Sehnen uns so sehr nach Ruhe und Urlaub. Doch dies scheint aktuell unerreichbar. Was auch wiederrum weh tut. Um Unterstützung haben wir gebeten. Versuchen es heute Nachmittag bei einer Beratungsstelle. Mal schauen, ob es hilft darüber zu sprechen. Oder auch nicht. Keine Ahnung. Unsere Geschichte ist kompliziert, verzwickt und ungewöhnlich. Das wissen wir, aber so ist unsere Realität in der wir leben. Kontinuität ist für uns etwas Wichtiges. Wir als System brauchen immer eine Weile bis wir uns an neue Menschen wie z.B. Assistenten gewöhnen. Das hängt sicherlich mit unserem erschütterten Urvertrauen zusammen. Nähe und Distanz. Wir lassen uns schon ewig nicht mehr auf die kommenden und gehenden Helfer in unserem Leben ein wie das früher war. Damals hatten die Helfernetzwerke aber auch einen anderen Stellenwert wie heute. Dadurch dass die Schmetterlinge und wir uns gegenseitig haben hat sich diesbezüglich viel verändert. Es gab eine Phase in unserem Leben, da war eine Woche bis zur nächsten z.B. Ergo- oder Psychotherapie Stunde lang…

 


19.1.

Hallo,

ich bin ein Kind vom System der Schmetterlinge. Das andere System hat eine doofe Post von einem Amt bekommen. Das macht mich wütend. Leider ist man vom Amt abhängig. Viel lieber würden Sonnenblumen selbst arbeiten und Geld verdienen, aber das geht nicht, weil Körper und Seele zu sehr kaputt sind. Aber das sucht man sich ja nicht aus! Viel schöner wäre es, wenn man Körper und Seele gesund wären!

 


17.1.

 

Tränen

Ein Abend vor ein paar Tagen: Der ganze Tag war anstrengend, schwerfällig und belastend. Zu viele Baustellen innen und außen, so viele Probleme auf einmal. Es staut sich regelrecht in uns was zusammen, kreist nur noch durch den Kopf. Auch am Abend kommen wir nicht zur Ruhe. Irgendwann laufen sie dann, die Tränen. Viele heiße, ungeweinte und aufgestaute Tränen. Wir machen alles nass, ein Taschentuch reicht bei weitem nicht aus. Irgendwie ist es schon gut, dass die Tränen herauskommen. Doch ändern sie nichts an der alltäglichen Belastung die aktuell da ist. Wir wünschten so sehr, dass wir die Situation ändern könnten. Optimistischer in die Zukunft schauen können und die positiven Seiten des Lebens im Kleinen und alltäglichen mehr genießen können. Zeitweise gelingt es uns ganz gut die schwere Belastung in den Hintergrund zu drücken. Dann wieder überhaupt nicht. Es fühlt sich ein bisschen an wie eine Waage, mit positiven und negativen Dingen. Zum Glück gibt es die Tage an denen die positiven Sachen überwiegen und sie auch gefühlsmäßig bei uns in unserem Inneren ankommen können. Doch die schwierigen Tage überwiegen leider derzeit. 

Die Gedanken kreisen und kommen zu keinem Ergebnis. Springt von hier nach dort, von einem Problem zum anderen. Dabei lässt sich das Chaos im Moment in zwei große Probleme eingrenzen. Klar gibt es da noch einige kleinere Baustellen aber die zwei großen Baustellen sind am schwierigsten und belastendsten. Wir haben einfach Angst. Angst, wie es weitergeht. Angst, was sein wird. Diese Angst zu spüren ist nicht schön. Heute früh klingelt es an der Wohnungstüre. Wir waren noch im Halbschlaf. Unser Herz hämmerte wie verrückt und konnte sich eine ganze Weile nicht beruhigen. Wer mag das wohl sein der da von außen kommt? Letztendlich war es ein Paket und nichts weiter. Doch auch da haben wir wieder die Angst gespürt.

Wie viel Pech kann man eigentlich haben? Sagte eine professionelle Helferin zu den Schmetterlingen. Das ist eine Frage, die wir uns auch stellen.

 


15.1.

Leere

Innere Leere ist mein überwiegendes „Gefühl“. Ich weiß nicht was schlimmer ist, Leere oder Überfüllung/Druck im Kopf. Ich glaube beides ist auf seine Weise schlimm. Ohne die momentane Situation ginge es uns sicher besser. Auch die Sonnenblumen leiden unter der Situation. Das tut uns sehr leid. Gerne würde ich mehr schreiben, aber mein Kopf ist mal wieder leer. Ich werde mich jetzt erstmal in mein Bett zurückziehen…

 


12.1.

Ist auch schon wieder etwas her…

Planung für einen Tagesausflug

Wir Sonnenblumen hatten vor, einen Tagesausflug in eine andere Stadt zu machen. Dort wollten wir jemanden besuchen. 

Inzwischen konnten wir den Besuch machen, allerdings nicht an dem ursprünglich dafür geplanten Tag. 

 

Zunächst einmal mussten wir uns darüber im Klaren sein, welche Assistentin uns an diesem Tag begleiten soll. Uns ist wichtig, dass da jemand mitkommt die uns angenehm ist. Sonst würde so ein Tag wahrscheinlich ziemlich anstrengend werden. Dann haben wir geschaut, an welchem Tag das am besten passen würde. Dies haben wir dann mit der Person, die wir besuchen möchten abgesprochen. Ein paar Tage später war dann klar, dass das an diesem Tag möglich wird. Darüber freuen wir uns sehr!

Nun gingen wir an die Planung. Da wir nicht spontan mit der Bahn fahren können wegen der Ein- und Ausstieghilfe die wir in Form von einem Hub Lift benötigen um mit dem Rolli in die Bahn zu kommen müssen wir uns in so einem Fall an die Mobilitätszentrale der Bahn wenden. Diese organisiert jemanden, der uns dann hilft in den Zug zu kommen und am Zielbahnhof wieder rauszukommen. Eine unserer Jugendlichen erklärte sich bereit, die Organisation mit der Deutschen Bahn zu übernehmen. Hierfür gibt es ein Onlineformular, was ausgefüllt werden muss. Dabei werden unter anderem die Maße des Rollstuhls abgefragt, das Gewicht des Rollstuhls mit uns als Person drin und welche Hilfe genau benötigt wird. Die Einstiegshilfe mit dem Hub Lift wird über die Bahn Mitarbeiter direkt organisiert, die für den Service zuständig sind. Menschen mit anderen Behinderungen, die nicht den Hub Lift zum Ein- und Aussteigen benötigen, bekommen in der Regel über die Bahnhofsmission Hilfe. Dies kann zum Beispiel für ältere Menschen notwendig sein, die zum Beispiel nicht so weit laufen können. Oder für Leute, die mit einem Rollator unterwegs sind.

Dann suchte die Jugendliche, die sich dazu bereit erklärt hatte, eine Reiseverbindung für den Tag raus. Als dann klar war, welchen Zug wir am besten nehmen würden für die Hin- und Rückfahrt riefen wir das Onlineformular der Mobilitätszentrale der Bahn auf. Dort gaben wir alle Daten an, die Zugnummer, die Abfahrtszeit, die Ankunftszeit, auf welchem Gleis der Zug abfährt und ankommt. Dann mussten wir den Treffpunkt am Bahnhof wählen, wir wählen bei der Hinreise eigentlich in der Regel immer die Information der Deutschen Bahn. Diese findet man in jeder Stadt relativ gut, auch wenn man sich nicht gut auskennt. Am Zielbahnhof wird angegeben, dass die Hebebühne zu dem reservierten Wagen kommt. Ein Stellplatz für Rollstuhlfahrer gibt es in kurzen Zügen, in längeren Zügen im Fernverkehr auch mal zwei und in den ganz neuen ICE s der deutschen Bahn gibt es nun unglaubliche 3 Rolli Plätze. Eine Revolution!  Also muss man zunächst klären, ob dieser für die gewünschte Verbindung noch verfügbar ist. Am nächsten Vormittag bekamen wir Bescheid. Ja, sowohl für die Hinfahrt als auch für die Rückfahrt ist noch der entsprechende Rolliplatz im ausgewählten Zug frei. Dies meldet die Mobilitätszentrale dann wiederum an die Deutsche Bahn, diese muss den Service noch bestätigen. Später bekamen wir dann eine Bestätigung, dass die Bestätigung erteilt wurde. Wir haben uns riesig gefreut, dass das diesmal direkt geklappt hat. Dass es in der Tat nicht immer so. Manchmal sind wir damit konfrontiert, dass wir dann später oder früher fahren müssen, weil eben kein entsprechender Rolli Platz mehr frei ist. Spontanes Verreisen ist als Rollifahrer kaum möglich. Wenn ein Zug Verspätung hat und ein Rollifahrer an Bord ist, wird es richtig kompliziert. Denn der Anschlusszug könnte ja möglicherweise keinen entsprechenden Platz mehr frei haben. Das ist immer eine ziemliche Zitterpartie. Doch diesmal fahren wir nur eine Weile mit dem ICE und müssen nicht umsteigen. Das ist uns ganz angenehm und nimmt den Stress. Als wir dann die Bestätigung bekommen haben, dass das mit den beiden Zügen (Hin- und Rückfahrt) klappt. Dies war so die äußere Organisation unserer Reise. Wir baten die Mitarbeiter der Bahn, noch einen Sitzplatz für unsere Begleitperson zu reservieren. Für uns wurde ein Rolliplatz reserviert. Leider wird dieser immer wieder als Abstellfläche genutzt, so dass wir unseren Platz nicht erreichen können. Häufig sind die Leute hilfsbereit und stellen ihre Sachen dann weg, wir erleben aber auch immer wieder Situationen wo Leute das nicht möchten oder die Besitzer der Koffer nicht auffindbar sind im Wagen. Das kann dann schon ärgerlich sein. Denn wir haben außer diesem einen Platz keine Möglichkeit, irgendwo im Fernverkehr Zug zu stehen. Im Nahverkehr ist das noch mal etwas anders. Aber im Fernverkehr ist eben nur dieser eine Platz dafür vorgesehen und möglich. Im übrigen Zug sind die Gänge nicht breit genug, um mit einem Rollstuhl durchzukommen. Es geht also wirklich nur genau dieser Platz der extra dafür vorgesehen ist und dessen Zugang bewusst breiter ist als die restlichen Gänge im Zug. Das war so die äußerliche Organisation.

Dann gibt es beim multiplen System natürlich auch immer einiges an innerer Organisation, die nötig ist, wenn etwas geplant wird. Auf diesen Termin freuen sich wirklich viele von uns! Ein kleines Mädchen ist besonders aufgeregt. Sie freut sich so! Mit der Assistentin die uns begleiten wird haben wir besprochen, dass wir das an diesem Tag machen werden. Sie hat dann während wir uns mit der Freundin treffen Freizeit, kann in der anderen Stadt irgendetwas machen, wenn das denn Corona bedingt wieder möglich sein wird bis dahin. Wir hoffen auf gutes Wetter, da die Wohnung der Freundin leider nicht barrierefrei ist. 

 

Welche Persönlichkeiten haben Lust, ein Teil der Fahrt zu übernehmen? J., Ein fünfjähriger Junge im System möchte auf jeden Fall eine Weile mit dem Zug fahren dürfen. Das ist kein Problem, er kann das schon ganz gut. Er kann dann etwas außen sein, wenn der Schaffner die Fahrkarte kontrolliert hat. Im Übrigen macht auch anderen Persönlichkeiten Zug fahren Freude. Eine Jugendliche wird sicher etwas Musik hören, jemand anderes vielleicht etwas lesen. Wir werden so knapp zweieinhalb Stunden unterwegs sein. Da gibt es schon einiges an Zeit, die zu überbrücken ist. Wer übernimmt die Kommunikation bei der Anmeldung am Infoschalter? Für wen ist es in Ordnung, außen zu sein, wenn wir mit der Hebebühne in den Zug „befördert“ werden? Diese Situation ist manchen im System eher unheimlich und macht ein wenig Angst. Meistens ist es relativ eng im Zug, da brauchen wir auf jeden Fall jemanden außen, der sehr präzise Rolli fahren kann. Das trifft zwar auf viele im System zu, doch manche trauen sich in so einer Situation nicht nach außen um dies zu übernehmen. Macht nichts, es findet sich auf jeden Fall jemand, der das machen kann. Das Alltagsteam wird all diese Aufgaben und einzelnen Schritte übernehmen. Doch auch der ein oder andere, der nicht dazugehört möchte gerne dabei sein. Vielleicht auch nur von innen schauen, oder sich ganz nach innen zurückziehen um nichts mehr von der Zugfahrt mitzubekommen. Das alles erfordert schon eine Menge an Planungen, Absprache und Organisation. Aber wir bekommen das auf jeden Fall gut hin! Wir freuen uns sehr auf diesen Ausflug! Endlich mal etwas geplant in dieser Corona Zeit auf das man sich freuen kann. Das tut unserer Seele gut.  


9.1.

Wortfindungsstörungen

die Schmetterlinge haben öfter Wortfindungsstörungen. Heute ist der 6. Januar, als sie uns was erzählt haben, haben wir regelrecht einen Lach Flash bekommen. Sie erzählten uns, dass heute die „drei Zwerge kommen“. Ein Jugendlicher von uns lachte sofort los. Welche drei Zwerge denn, fragten wir? Dann kam, na die drei heiligen Zwerge eben. Da hatten wir kapiert, was die Schmetterlinge uns sagen wollten. Trotzdem mussten wir so lachen. Einfach weil es sich lustig angehört hat. Wir konnten gar nicht mehr aufhören zu lachen. Hatten das Gefühl, schon ein bisschen zu überdrehen. Das passiert manchmal, wenn wir uns gestresst fühlen.

Mit der Mittagspause war das heute bei uns auch nicht erfolgreich. Dabei hätte uns das bestimmt gutgetan. Wir konnten einfach nicht zur Ruhe kommen. Viele Grüße, Sonnenblumen


7.1.


Druckstellen

Seit etwa zwei Wochen kämpfen wir mit Druckstellen an der Hand im Bereich der Knöchel. Unsere linke Hand ist massiv eingeschränkt. Von daher liegt die Hand die meiste Zeit auf der Rolli Armlehne. Unterwegs auf der Handtasche. Das erste Mal, dass es so massiv wurde war Anfang Dezember als wir in der Selbsthilfegruppe waren. Nun sind wir auf der Suche nach einer gute Lagerungsmöglichkeit für die Hand um da hoffentlich schnell Entlastung zu bekommen. Noch gehen die Rötungen der Gelenke wieder weg, sobald die Hand nirgendwo längerfristig aufliegt. Doch wir haben Sorge vor dem Zeitpunkt, wenn das nicht mehr so ist. Die Haut wird jetzt schon rissig und ist unglaublich empfindlich. Wir hoffen, ne geeignete Lagerungsmöglichkeit für die Hand zu finden. 

 


6.1.

Wut. Schock. Aktionismus.

Keine Ahnung welches Gefühl gerade vorherrscht außer aktiv werden. Funktionieren, jetzt richtig agieren. Reagieren, die Frist von einer Woche nicht verstreichen lassen. Eine Liste schreiben. Wir nummerieren die Schritte des weiteren Vorgehens. Haben Angst, was kommt da gerade auf die Schmetterlinge und uns zu. 

Irgendwie agieren und konstruieren, während die Schmetterlinge sich leer fühlen, rauscht unser Kopf. Er quillt über vor lauter Gedanken. Versteht es einfach nicht. Warum nun wieder? Warum ihr? Es ist eine bodenlose Frechheit was da über euch einbricht. Und auch über uns. Wir schreiben Listen, suchen Unterlagen zusammen die relevant sein könnten. Schauen hier und da. Zwischendurch euch in den Arm nehmen. Euch ist gerade so unfassbar übel. Der Blutdruck spielt auch verrückt… Unser Kopf raucht. Abschalten können wir nicht. Auch in der Nacht gelingt uns dies nur kurz. Dafür konnten wir am Vormittag noch etwas schlafen. Das ist gut. Ordnen. Regeln. Überlegen. Was ist jetzt wichtig und richtig?

Und das alles am Freitag spätnachmittags, wo das Wochenende zwischen allen möglichen Aktivitäten liegt. 


4.1.

Feiertage- entstanden vor ein paar Tagen

Nun sind sie fast geschafft die Feiertage und darüber sind wir wirklich froh. Auch wenn die heute für uns viel erträglicher sind wie früher, gehen sie nicht spurlos an beiden Systemen vorbei. Das ist deutlich zu spüren. Heute Nachmittag als wir Mittagspause gemacht haben, haben wir totales Chaos geträumt. Von früher, von heute. Gemischt und in Wechselwirkung zueinander. Wirklich unangenehm dieser Traum. Im Außen so viel los. Eigentlich dachten wir, dass das über die Feiertage weniger wird. Wurde es aber nur sehr bedingt.

Erinnerungen, wie man als Kind die Feiertage erlebte. Spannungen, die den Alltag damals kennzeichneten. Fetzen der Erinnerungen tauchen im Kopf auf. Mal positive, mal negative. Ich glaube das Schwierigste an all der Situation ist, dass es eben auch gute und positive Erinnerung gibt. Die in Einklang mit dem Schrecklichen was ansonsten passierte zu bringen ist nicht unproblematisch oder einfach. Mal wurde ein Wunsch am Tag erfüllt und in der Nacht wurde man auf grausamste Weise gequält. Dieser Wechsel von Tag und Nacht, von Leben im Kult, Kinder- und Jugendprostitution und im ganz normalen Alltag von Kindern die heranwachsen ist ein enormer Kontrast. Das spürt man an Feiertagen besonders stark. Bestimmte Feiertage des Kultes waren für uns viele Jahre lang einfach nur schrecklich. Heute haben wir damit gelernt zu leben und können das auch meistens relativ gut. Doch die Belastung wird ein Leben lang bleiben.

Weihnachten mit seinen Feiertagen sind geschafft. Heute ist Silvester. Die Schmetterlinge und wir machen es uns bequem, genießen die Zeit miteinander. Keine Assistenz, niemand von außen. Das ist gut und fühlt sich prima an. Doch es bedeutet auch zusätzliche Aufgaben für die Schmetterlinge. Manchmal haben wir dabei ein schlechtes Gewissen den Schmetterling gegenüber. Überfordern wir sie? Es gibt einfach Dinge oder Tätigkeiten, bei denen wir sie nicht unterstützen können. Das wären zum Beispiel bestimmte Tätigkeiten im Haushalt. Wir übernehmen dafür andere Aufgaben, denen wir gerecht werden können.

Es gab leckeres Raclette. Das hat beiden Systemen sehr gut geschmeckt. Es gab ein bisschen Chaos, weil so viele Persönlichkeiten etwas von dem wundervollen Essen haben wollten. Doch das ist natürlich völlig in Ordnung. Die Geschmäcker sind unterschiedlich, doch der geschmolzene Käse mit den verschiedenen Zutaten kam ganz gut an. Wir werden jetzt die letzten Stunden des Jahres gemeinsam verbringen und am Jahreswechsel auf dem Balkon sein. Die Schmetterlinge haben ein paar lange Wunderkerzen besorgt. Diese werden wir abbrennen lassen. Wir wünschen euch da draußen einen schönen Abend. Viele Grüße.


1.1.


Wir wünschen dir/ euch ein frohes neues Jahr. 


Viele Grüße, 

Schmetterlinge und Sonnenblumen