Unser (neuer) Alltag mit einer 3 jährigen Hündin



Hundealltag- letzte Woche entstanden (Anfang Februar 2022)

Heute lebt unsere Hündin seit acht Tagen bei uns. Gestern war es genau eine Woche. Schon lustig, wie schnell diese Zeit vergangen ist. Allmählich finden wir uns in einem gemeinsamen Alltag ein.  Eine neue, interessante, spannende, aufregende und erfahrungsreiche Woche liegt hinter uns. Kurz bevor sie bei uns eingezogen ist, wurde sie noch kastriert.

Seit sie bei uns ist, schläft sie die Nächte im Wohnzimmer. Das war am Anfang nicht klar, ob das klappen wird. Bisher hat sie mit mehreren Hunden die Nächte verbracht. Die ersten beiden Abende hat sie sich ein paar Minuten schwergetan mit dem alleine sein. Ist dann aber total gut zur Ruhe gekommen. Seit dem dritten Tag an dem sich hier ist, ist es bis jetzt nicht mehr vorgekommen. Heute beim Spazierengehen fragte mich eine ältere Dame, ob der Hund nicht friere und einen Mantel brauche. Dies habe ich verneint. Es war zwar nur eine ganz kurze Begegnung mit dieser Frau, doch wir sind sicher, dass wir ohne Hund nicht ins Gespräch mit ihr gekommen wären. Es schon interessant, wie anders man wahrgenommen wird. Hundebesitzer grüßen uns, wir grüßen zurück. Perspektivisch suchen wir auf jeden Fall Hundebesitzer in unserer Nähe, mit denen wir manchmal gemeinsam rausgehen können. Zum einen das unsere Hündin kontinuierlichen Hundekontakt hat und zum anderen auch für uns, dass wir mit anderen Hundebesitzer in Kontakt treten. Online haben wir uns schon mal ein bisschen umgesehen, es gibt echt viele Foren und Blogs zum Thema Hund. Für uns besonders interessant sind jene, die mit diesen wundervollen Tieren und einer Behinderung in Verbindung stehen. Da fühlen wir uns irgendwie zugehörig. Vor ein paar Tagen haben wir eine andere Rollifahrerin mit Hund online angeschrieben. Mal gespannt, ob sie sich bei uns melden wird.

An dem Abend an dem wir mit der Hündin nach Hause kamen, waren beide Systeme samt Hund echt erschöpft. Nach der Fahrt war natürlich die erste Gassi Runde notwendig. Das war ganz schön aufregend. Das erste Mal mit unserem Hund hier im Park in der Nähe. Ein neues und aufregendes Gefühl. Und gleichzeitig das Gefühl der großen Verantwortung derer wir uns natürlich bewusst sind. Für den Montag haben wir es dann so geregelt, dass die Assistentin nur kürzer kam. Erstens waren wir einfach noch total erschöpft und wir wollten der Hündin die Gelegenheit geben, erst ein kleines bisschen anzukommen. Deshalb haben wir die Assistentin an dem Tag ein paar Dinge außerhalb der Wohnung erledigen lassen. Rückgabe von Sachen für die Stadtbibliothek, einkaufen ohne uns. Die pflegerischen Tätigkeiten liefen natürlich wie immer weiter. Trotzdem war es sowohl für die Schmetterlinge als auch uns gut, da noch etwas Abstand zu haben um erst mal die aller ersten zarten Pflanzen einer Bindung zueinander entstehen lassen zu können. Ohne Beobachtung. Ohne dass jemand Fremdes dabei ist.

Die erste gemeinsame Nacht war aufregend. Früh waren der Hund und wir auf. Die Schmetterlinge machten sich auf zur ersten Gassi Runde am Morgen. An diesem Dienstag war eine andere Assistenz da, als an dem Montag. Vor Einsatzbeginn haben wir alle Assistentinnen über ein paar Hunderegeln informiert. Dies ist für unser Zusammenleben unabdingbar. Und uns ist natürlich wichtig, dass unsere Hündin sich an uns als Menschen gewöhnt. Die anderen Leute die wir brauchen um uns zu helfen, kommen und gehen. Wir finden es wichtig das beide Systeme ein sicherer Hafen für die Hündin werden. Mit Sicherheit wird sich einiges an den Regeln noch ändern, ergänzen oder vielleicht auch irgendwann nicht mehr notwendig sein. Doch das wissen wir ja heute noch nicht. Die Assistentin war der Hündin gegenüber eher vorsichtig und zurückhaltend. Darum hatten wir sie und alle anderen Helferinnen auch gebeten. Man merkt, dass unsere Hündin sich ein wenig anders verhält, wenn noch andere Menschen mit anwesend sind. Dann ist sie ruhiger, zieht sich mehr zurück. Liegt ihr auf ihren vorgegebenen Liegeplätzen als irgendwo quer in der Wohnung rum.



Eine Hündin

In ein paar Tagen lernen wir eine wundervolle Mini Australian Shepherd Hündin kennen. Wir sind schon eine ganze Weile auf der Suche nach einer Hündin. Auf dieser Suche haben wir schon verschiedene Dinge ausprobiert. Neulich haben wir beschlossen, selber eine Anzeige im Internet aufzugeben, dass wir eine erwachsene Hündin suchen. Wir haben schon mit verschiedenen Hundebesitzern Kontakt gehabt. Leuten, die ihr Tier abgeben wollen oder müssen.

Für eine Hündin hatten wir schon die Zusage für das Probewohnen bei uns. Doch dann hat sich die Besitzerin nicht mehr gemeldet. Das war wirklich schade. Aber gerade fühlt es sich so an, als hätten wir unseren persönlichen Jackpot an Hündin gefunden. Wir sind so gespannt, sie am Wochenende kennen zu lernen. Da das eine Strecke entfernt ist von der Stadt in der wir leben haben wir beschlossen, dann eine Nacht in einem Hotel zu übernachten. Am Samstag werden wir dorthin fahren. Gleich morgens geht es los. Später lernen wir dann die Hündin kennen, und auch ihre jetzige Besitzerin. Der bisherige Kontakt zu ihr lief wirklich super gut. Schnelle Antwort, viele Erklärungen und ein nettes Telefonat liegen hinter uns. Sie verkauft zwei Hündinnen, doch schnell war klar, dass die eine für uns wohl die besser Geeignete ist. Das können wir selbstverständlich noch nicht beurteilen da wir beide Hunde noch nicht kennen. Die Hündin ist wunderschön. Die Vorbereitungen sind nun ganz konkret am Laufen. Fast haben wir alles zusammen. Wir haben uns Gedanken darüber gemacht welche Regeln für uns wichtig sind. Unter anderem auch was uns für die Assistentin im Umgang mit dem Hund relevant erscheint. Diese Liste wird sich sicher noch ausweiten, ist ja auch kein Problem. Man lernt durch Erfahrung.

Wir möchten so vieles wie irgendwie geht richtig machen. Da fragt man sich, wer möchte das wohl nicht? Das stimmt bestimmt. Morgen werden wir Kontakt zu einer Hundetrainerin aufnehmen, die auch Rollstuhlfahrerin ist. Mit einer anderen Rollstuhlfahrenden Hundetrainerinnen hatten wir schon mal Kontakt. Doch das ist etwas außerhalb unserer Stadt. Von daher ist die uns jetzt empfohlene Hundetrainerin wahrscheinlich leichter zu erreichen. Wir werden sehen. 

Auf unser Kennenlernen Wochenende sind wir sehr gespannt und wir freuen uns riesig. Wir werden berichten, wie es war. Viele Grüße



Hundealltag- letzte Woche entstanden

Heute lebt unsere Hündin seit acht Tagen bei uns. Gestern war es genau eine Woche. Schon lustig, wie schnell diese Zeit vergangen ist. Allmählich finden wir uns in einem gemeinsamen Alltag ein.  Eine neue, interessante, spannende, aufregende und erfahrungsreiche Woche liegt hinter uns. Kurz bevor sie bei uns eingezogen ist, wurde sie noch kastriert.

Seit sie bei uns ist, schläft sie die Nächte im Wohnzimmer. Das war am Anfang nicht klar, ob das klappen wird. Bisher hat sie mit mehreren Hunden die Nächte verbracht. Die ersten beiden Abende hat sie sich ein paar Minuten schwergetan mit dem alleine sein. Ist dann aber total gut zur Ruhe gekommen. Seit dem dritten Tag an dem sich hier ist, ist es bis jetzt nicht mehr vorgekommen. Heute beim Spazierengehen fragte mich eine ältere Dame, ob der Hund nicht friere und einen Mantel brauche. Dies habe ich verneint. Es war zwar nur eine ganz kurze Begegnung mit dieser Frau, doch wir sind sicher, dass wir ohne Hund nicht ins Gespräch mit ihr gekommen wären. Es schon interessant, wie anders man wahrgenommen wird. Hundebesitzer grüßen uns, wir grüßen zurück. Perspektivisch suchen wir auf jeden Fall Hundebesitzer in unserer Nähe, mit denen wir manchmal gemeinsam rausgehen können. Zum einen das unsere Hündin kontinuierlichen Hundekontakt hat und zum anderen auch für uns, dass wir mit anderen Hundebesitzer in Kontakt treten. Online haben wir uns schon mal ein bisschen umgesehen, es gibt echt viele Foren und Blogs zum Thema Hund. Für uns besonders interessant sind jene, die mit diesen wundervollen Tieren und einer Behinderung in Verbindung stehen. Da fühlen wir uns irgendwie zugehörig. Vor ein paar Tagen haben wir eine andere Rollifahrerin mit Hund online angeschrieben. Mal gespannt, ob sie sich bei uns melden wird.

An dem Abend an dem wir mit der Hündin nach Hause kamen, waren beide Systeme samt Hund echt erschöpft. Nach der Fahrt war natürlich die erste Gassi Runde notwendig. Das war ganz schön aufregend. Das erste Mal mit unserem Hund hier im Park in der Nähe. Ein neues und aufregendes Gefühl. Und gleichzeitig das Gefühl der großen Verantwortung derer wir uns natürlich bewusst sind. Für den Montag haben wir es dann so geregelt, dass die Assistentin nur kürzer kam. Erstens waren wir einfach noch total erschöpft und wir wollten der Hündin die Gelegenheit geben, erst ein kleines bisschen anzukommen. Deshalb haben wir die Assistentin an dem Tag ein paar Dinge außerhalb der Wohnung erledigen lassen. Rückgabe von Sachen für die Stadtbibliothek, einkaufen ohne uns. Die pflegerischen Tätigkeiten liefen natürlich wie immer weiter. Trotzdem war es sowohl für die Schmetterlinge als auch uns gut, da noch etwas Abstand zu haben um erst mal die aller ersten zarten Pflanzen einer Bindung zueinander entstehen lassen zu können. Ohne Beobachtung. Ohne dass jemand Fremdes dabei ist.

Die erste gemeinsame Nacht war aufregend. Früh waren der Hund und wir auf. Die Schmetterlinge machten sich auf zur ersten Gassi Runde am Morgen. An diesem Dienstag war eine andere Assistenz da, als an dem Montag. Vor Einsatzbeginn haben wir alle Assistentinnen über ein paar Hunderegeln informiert. Dies ist für unser Zusammenleben unabdingbar. Und uns ist natürlich wichtig, dass unsere Hündin sich an uns als Menschen gewöhnt. Die anderen Leute die wir brauchen um uns zu helfen, kommen und gehen. Wir finden es wichtig das beide Systeme ein sicherer Hafen für die Hündin werden. Mit Sicherheit wird sich einiges an den Regeln noch ändern, ergänzen oder vielleicht auch irgendwann nicht mehr notwendig sein. Doch das wissen wir ja heute noch nicht. Die Assistentin war der Hündin gegenüber eher vorsichtig und zurückhaltend. Darum hatten wir sie und alle anderen Helferinnen auch gebeten. Man merkt, dass unsere Hündin sich ein wenig anders verhält, wenn noch andere Menschen mit anwesend sind. Dann ist sie ruhiger, zieht sich mehr zurück. Liegt ihr auf ihren vorgegebenen Liegeplätzen als irgendwo quer in der Wohnung rum.



Hundealltag Teil 2 - Mittwoch

Da die Hündin ja vor einigen Tagen kastriert wurde, mussten die Fäden bei ihr gezogen werden. Dazu hatten wir unsere Tierärztin gebeten bei uns zu Hause vorbeizukommen. Die Tierärztin die wir auch von unseren Kaninchen ja schon viele Jahre kennen (ich denke es sind inzwischen fast acht Jahre) haben wir gebeten zum einen die beiden Kaninchen zu impfen. Wie jedes Jahr, bekommen die beiden ihre Impfungen. Der komplette Impfpass der Kaninchen hat nur Stempel von dieser einen Tierärztin. Wir sind mit ihr total zufrieden und glücklich, dass wir sie haben. In den vielen Jahren haben wir ein angenehmes Vertrauensverhältnis aufgebaut. Zu Zeiten, wo‘s den Kaninchen mal nicht gut ging hat sie uns prima unterstützt. Und sie hatte uns gefragt ob sie das Gehege von den beiden fotografieren darf um es anderen Kunden zu zeigen. Da haben wir gerne zugestimmt denn wir finden es wichtig, dass Kaninchen nicht in einem Käfig gehalten werden. Unsere haben ein tolles Gehege. 

Nachdem die beiden Kaninchen geimpft waren ging es ans Fäden ziehen für die Hündin. Da sich die Hündin gerade im Schlafzimmer aufhielt, baten wir die Tierärztin in unser Schlafzimmer. Schon irgendwie lustig. Aber unser Schlafzimmer ist anders wie bei den meisten Menschen gar nicht so privat wie man jetzt denkt. Dadurch dass da immer die Assistentin und auch der Physiotherapeuten am Werken sind ist der Raum öffentlicher als bei Menschen ohne Assistenzbedarf. Die Hündin durfte gleich als sie Tierärztin in die Wohnung kam erst mal schnuppern. Dann hat die Tierärztin die Kaninchen geimpft. Anschließend ging es dann ans Fäden ziehen. Die Schmetterlinge nahmen die Hündin auf den Schoß. So hat es die Tierärztin vorgeschlagen. Sie war total ruhig, kuschelte mit den Schmetterlingen und ließ sich ohne Protest die Fäden ziehen. Unsere Tierärztin hat es hingekriegt, gleich einen guten Draht zu ihr aufzubauen. Das finden wir recht gut und wichtig. Wir sind so froh, nicht irgendwie raus in eine Tierarztpraxis zu müssen. Klar kann es Situationen geben, wo das trotzdem nötig sein wird. Aber für alles, was zu Hause machbar ist werden wir bei unserer Tierärztin bleiben. Es ist weniger Stress für das Tier bzw. die Tiere, aber es ist auch weniger Stress für uns Menschen. Und das alles insgesamt wirkt sich positiv auf das Tier aus.

Freitag war wieder eine andere Assistentin da, die die Hündin noch nicht kannte. Mit dieser Assistentin kommen wir als System sehr gut klar. Sie hat uns Sonnenblumen abends zur Selbsthilfegruppe gebracht. Das war dann der erste Abend, an dem wir viereinhalb Stunden von der Hündin getrennt waren. Die Schmetterlinge holten uns um kurz vor elf mit der Hündin beim Rolli Taxi ab. Da war sie ziemlich ängstlich. 



Unsere Hündin 

Heute ist der fünfte Tag mit unserer Hündin. Fünf Tage, die wunderschön und auch anstrengend waren. Wir haben ein neues Familienmitglied! Sie wird bald drei Jahre alt. Bevor sie zu uns kam lebte sie bei einer Züchterin. Jetzt wird unsere Hündin erst mal hier ankommen. Wir finden uns gemeinsam ein. Gemeinsam ein, mit ihr und unserem neuen Leben. Jeden Tag wachsen wir ein Stück weiter zusammen.

Durch sie ändert sich unser Tagesablauf. 

Dadurch, dass wir auf persönliche Assistenz angewiesen sind, sind immer wieder Menschen in unserer Wohnung die nicht zu ihrem Rudel gehören. Man merkt, dass sie sich anders verhält, wenn noch Personen von außen in der Wohnung sind. Es ist bei uns Menschen ja auch nicht anders. 

Zwei multiple Systeme und eine Hündin. Da kommt viel zusammen. Manche von den Kleinen finden die Hündin total super. Ein Mädchen von uns, vier Jahre alt, beneidet die Hündin, dass sie immer so viel schlafen darf. Dieses Mädchen von uns ist ziemlich oft müde und möchte gerne außen sein bei der Mittagspause und manchmal auch beim Mittagsschlaf. Einen kleinen Jungen von den Schmetterlingen hat die Hündin gestern kurz getriggert. War zum Glück aber schnell wieder vorbei.

Wir haben uns professionelle Unterstützung gesucht die uns hilft, die Hündin auch an all unsere speziellen Bedingungen mit Rolli zu gewöhnen. Sie selbst ist nämlich auch Rollstuhlfahrerin. Mal schauen, wie das laufen wird. Auch habe ich gelesen, dass es in einer Hundeschule ein bisschen außerhalb unserer Stadt die Möglichkeit gibt, an einer Gruppe teilzunehmen wo auch andere Rollifahrer mit ihren Hunden sind. Das klingt für mich eigentlich ganz gut und interessant. 

Die organisatorischen Dinge wie Anmeldung, Haftpflicht Kasse, Hundesteuer und Tasso sind erledigt. Wir halten euch auf dem Laufenden, wie unser Leben mit Hund so weiter geht.




Zwei Systeme und ein Hund. Und zwei Kaninchen. Jemand von außen hat gesagt, jetzt seid ihr zu fünft. Also die beiden Kaninchen, die Schmetterlinge, wir und die Hündin. Sie liegt gerade hinter mir, und träumt. Ihre Pfoten bewegen sich, scheint ein schöner Traum zu sein. Vielleicht läuft sie gerade über eine Wiese. Ein bisschen so sieht es jedenfalls aus. Der Alltag verändert sich durch unsere Hündin. Ist eng getaktet, nach den Bedürfnissen aller. Momentan gehen wir Sonnenblumen noch nicht mit einer Assistentin mit der Hündin raus. Das wollen wir am Sonntag in einer Woche mal probieren. Da ist eine hundeerfahrene Freundin zu Besuch. Mit ihr wollen wir das ausprobieren. Werden auf jeden Fall berichten, wie das geklappt hat. Aufzug fahren geht inzwischen auch ganz gut. Das kannte sie vorher nicht, da sie vom Land kommt. Inzwischen ist es auch kein Problem mehr, dass die Schmetterlinge, wir, und die Hündin gemeinsam in unserem kleinen Aufzug hier im Wohnhaus fahren. Das haben wir die ersten Tage nicht zusammen gemacht, um sie an die Situation mit dem Aufzug zu gewöhnen. Schön, dass sie das jetzt schon so gut schafft. Natürlich ist der neue Alltag auch anstrengend und herausfordernd. Man will alles so gut wie möglich machen. Doch natürlich werden auch Fehler gemacht. Denn niemand ist perfekt. Wir hoffen dies so gering wie irgendwie möglich zu halten und wissen doch, dass sie große Auswirkungen haben können. Große und Kleine in den Systemen sind neugierig auf die Hündin. Wollen mit dir spielen, herausfinden, was sie so mag. Heute haben wir ein Intelligenzspielzeug getestet. Hat sie sofort kapiert. Spaß hatte sie glaube ich trotzdem dabei doch es könnte noch schwieriger sein. Müssen wir mal überlegen, wie man das Spiel noch etwas verkomplizieren kann. Das mit dem Spiel haben wir Sonnenblumen mit ihr gemacht. Davon haben wir ein Video gedreht. Unsere Nächte sind kürzer als ohne Hund. Doch wir gewöhnen uns erstaunlich schnell daran. Manchmal sind wir klar etwas müde, aber dann kann man ja auch eine Pause einlegen. Die Hündin schläft ja auch über Tag einige Stunden. Und bekommt natürlich auch mache Ruhephasen. Unsere Hündin ist auf jeden Fall eine Hündin die gerne schnüffelt. Mit der Nase arbeitet. 



Unsere Hündin tut uns gut

Seit über einem Monat ist unser Leben um ein wundervolles und liebenswertes Lebewesen reicher geworden. Unsere tolle Hündin. Wir schaffen das mit ihr gut. Es erfüllt beide Systeme mit Stolz. Da sind so viel Liebe und Zutrauen zu ihr. Selbstvertrauen, schwingt in ungeahnten Bahnen. 

Gerade die erste Woche hatten wir manchmal das Gefühl, ist es wirklich das Richtige für unsere Hündin? So ein Leben bei und mit uns? Inzwischen sind wir darüber hinweg und glauben, alle Herausforderungen schaffen zu können und ein bunteres und reicheres Leben mit dem bunten Aussehen von ihr zu haben. Da zu sein für sie ist schön, aber sie ist auch auf ihre Weise für uns da. Sie ist so wundervoll und wir sind glücklich, gemeinsam das Wagnis Hund in Angriff genommen zu haben. Abends, wenn wir „Feierabend“ haben (d.h. bei uns, wenn die Assistenten Feierabend haben und wir dann nur noch „unter uns“ sind) legen wir eine Kuscheleinheit mit der Hündin ein. Sie genießt es so sehr, und wir auch. Für die Schmetterlinge ist das spontaner möglich, da sie sich jederzeit auf den Boden zu ihr setzen können was bei uns einfach unmöglich ist. Wir haben einen speziellen Sitzsack für Menschen mit einer Behinderung in dem wir einigermaßen gut sitzen können. Darauf kommen wir am nächsten an die Hündin ran. Sie hat aber auch gelernt, sich mit den Vorderpfoten auf unser Fußbrett vom Rolli zu stellen damit wir sie besser streicheln können. 

Manche Dinge sind für uns (noch) nicht selbstständig mit ihr möglich, Das macht uns hin und wieder traurig. Wir erleben die Grenzen unserer Behinderung nochmal anders und intensiver…



Eingezäunte Hundewiese (schon vor etwa 2 Wochen entstanden)

Nun lebt unsere Hündin schon vier Wochen bei uns. Für uns ist diese Zeit wahnsinnig schnell vergangen. Es gab so vieles neues, interessantes und aufregendes in dieser Zeit. Aber auch manche Sorgen kamen auf. 

Weil unsere Hündin noch nicht frei ohne Leine laufen kann, haben wir nach einer Möglichkeit gesucht, um dies in einem geschützten Umfeld trainieren zu können. Dafür haben wir nach eingezäunten Hundewiesen gesucht. Wie leben wir hier in der Großstadt, aber in unserer Stadt gibt es keine einzige öffentliche Hundewiese, die komplett eingezäunt ist. Das hätten wir wirklich nicht gedacht. Gestern sind wir also raus aus der Stadt gefahren, Fahrzeit etwa eine halbe Stunde. Denn da hatten wir gelesen, dass es eine eingezäunten Hundewiese gibt. Gesagt, getan, wir machten uns auf den Weg dorthin.

Momentan fährt die Hündin noch nicht mit Rolli Taxi. Also sind die Schmetterlinge separat mit dem Auto mit ihr gefahren, und wir mit unserem Taxi. Unser Ziel ist es, in den nächsten zwei Wochen anzugehen, dass die Hündin mit uns Taxi fahren kann. Das Taxiunternehmen hat zum Glück nichts dagegen. Selbstverständlich wird die Hündin für die Fahrt entsprechend gesichert. Nun hatten wir noch etwas Zeit, waren zu früh zurück beim Taxi. Da haben wir die Schmetterlinge gebeten, dass sie sich mit der Hündin doch das Taxi mal angucken. Der Fahrer, der diese Fahrt übernommen hat fand das völlig in Ordnung. Ein paar Tage zuvor hatte sie schon mal geschaut, wie das mit der Hebebühne so aussieht. Mit der wir in das Taxi befördert werden. Als wir dann drin im Taxi saßen, lockten die Schmetterlinge sie mit Leckerlies in das Taxi hinein. Sie kam zu uns, hat sich neben uns gesetzt. Hat erstaunlich gut geklappt. Klar, wir sind jetzt noch nicht losgefahren oder so. Trotzdem denken wir, dass so eine schrittweise Annäherung an diese Dinge wichtig ist. Perspektivisch wäre es natürlich schon gut, wenn die Hündin problemlos auch mit dem Rolli Taxi mitfährt. Das erleichtert unseren Alltag und unsere organisatorischen Dinge.   Selbstverständlich wollten wir sie damit nicht von Anfang an überfordern.

Wir Sonnenblumen waren zuerst am Ziel. Schauten uns den Weg zur Hundewiese an. Da fiel uns gleich ein sehr hoher Bordstein auf und ein nicht befestigter Weg. Dass ist für uns natürlich ein Problem. Wir fuhren also ein bisschen weiter und versuchten hinten an die Hundewiese ranzukommen. Das ist zum Glück problemlos gegangen. Keine Stufen, wir würden zwar durch das Tor nicht durchkommen, aber das müssen wir auch nicht. Haben uns da dann schon mal ein bisschen umgeschaut, bis die Schmetterlinge mit der Hündin ankamen. Zu dem Zeitpunkt war eine Gruppe mit mehreren Hundebesitzern auf der Wiese. Diese verließen die Wiese aber etwa 10 Minuten später. Unsere Hündin ist eine Mini Australian Shepherd Hündin. Auf der Wiese angekommen schaute sie sich zuerst einmal ein wenig um. Das erste Mal ohne Leine bei uns. Für Sie also das erste Mal seit vier Wochen außerhalb unserer vier Wände. Sie schaute sich genau um, lief die Wiese ab um sich einen Überblick zu verschaffen. Zwei relativ junge Hunde tobten über die Wiese. Unsere Hündin war schnell daran interessiert. Ließ sich auf ein Spiel ein. Spielte ausgelassen, hatte viel Freude. Dem Treiben der zu dem Zeitpunkt anwesenden Hunden inklusive unserer zuzuschauen war richtig toll. Auch das Beobachten der Körpersprache fanden wir interessant vor allem, da unsere Hündin ja das erste Mal freilaufen konnte und sich so den entsprechenden Raum schaffen konnte. Irgendwann ging dann einer der Hunde, danach war noch ein junger Australian Shepherd Rüde mit uns auf der Wiese. Die beiden Hunde hatten richtig viel Spaß zusammen, spielten ausgelassen miteinander. Diese beiden Hunde haben sich gut miteinander verstanden. Irgendwann verließ auch der Besitzer mit diesem Hund die Wiese. Nebenbei kamen kurze Gespräche mit den anderen Hundehaltern zustande. Leute, mit denen wir nicht in Kontakt kommen würden hätten wir keinen Hund. Dass es also recht neu für uns. Hat sich aber gut angefügt.

Nun hatten wir die ganze Wiese für uns. Zugegeben, das Areal ist deutlich kleiner als wir erwartet hätten. Aber egal, wir hatten ja genug Raum mit unserer Hündin. Nun stellten sich die Schmetterlinge ziemlich weit entfernt von uns hin. Wir übten den Rückruf. Wir riefen sie zu uns was total gut geklappt hat. Sie tobt über die Wiese, rannte zwischen den Schmetterlingen und uns hin und her und hatte sichtlich Freude an der Freiheit in der Bewegung. So schnell rennen habe sie noch nicht gesehen. Wie auch, es ist an der Leine oder Schleppleine in dem Maße auch gar nicht möglich. Beiden Systemen tat diese Spielen auf der Hundewiese total gut. Auch stärkt es irgendwie die Beziehung zum eigenen Hund. Das werden wir auf jeden Fall bald wiederholen. Wir hoffen, dass wir auch dann wieder Hunde antreffen werden mit denen es gut passt. Was man selbstverständlich in Voraus nicht wissen kann. Doch auch die Umgebung dort ist ganz schön. Von daher wäre es auch unproblematisch, wenn es für uns gerade auf der Wiese nicht passt dort etwas spazieren zu gehen. Die Wiese ist etwa 15 km von unserem Wohnort entfernt. 

Sehr schade ist es, dass wir nicht näher, eine geeignete eingezäunten Wiese haben. Zwar findet man online noch eine Wiese in privater Hand. Doch das ist alles geschlossen aufgrund der Pandemiesituation. Zudem auch kostenpflichtig. Wir werden weiter Ausschau halten, ob es jetzt oder in Zukunft noch weitere Möglichkeiten geben wird. Perspektivisch ist natürlich das Ziel, das nicht mehr zu brauchen. Wir nutzen diese Wiese damit sie Kontakt zu anderen Hunden hat und um zu trainieren. 



Sieben Wochen mit Hund

Unglaublich, wie unsere Zeit rennt seit unsere Hündin bei uns lebt. In ein paar Tagen ist sie schon zwei Monate bei uns. Verrückt, was für ein langer Zeitraum. Und doch kommt uns der Zeitraum eher kurz vor.

Seit sie bei uns lebt vergehen die Tage viel schneller, auch wenn der Tag weiterhin 24 Stunden hat so denken wir doch immer wieder, der Tag könnte noch ein paar Stunden mehr haben. Hat er aber nicht. Unser System wird auch für den nächsten Monat wieder eine Liste erstellen, wer von uns wann für die Hündin verantwortlich ist. Welches Multisystem von uns beiden wichtige Termine hat, bzw. wo‘s wichtig ist, dass die andere den Hund übernimmt. Eine weitere Spalte zeigt auf, welche „Termine“ und Ausflüge mit der Hündin geplant sind. Zeiten, wo wir uns hier in der Umgebung aufhalten und mal ein Stück weiter wegwollen, machen wir natürlich spontan. 

Aber manche Termine und Ausflüge müssen wir planen. Müssen wir planen, weil wir dazu unter anderem auch auf unser Rollitaxi angewiesen sind. Wir sind unglaublich glücklich und dankbar, dass die Hündin dort mitfahren kann. Das haben wir jetzt auch schon mehrfach gemacht und klappt prima. Ein gutes Gefühl! So sind wir alle zusammen deutlich mobiler geworden. Manchmal springt sie sogar beim Aussteigen wieder ins Auto hinein.

Vor ein paar Tagen waren wir auf der Hundewiese. Auf der eingezäunten Wiese. Dort konnten wir sie wieder laufen lassen. Das war richtig schön. Unser Wunsch ist, dass wir das etwa einmal die Woche machen können, weil das sowohl dem Hund als auch uns Menschen guttut. Ist natürlich immer eine Überraschung, wer sich gerade auch auf dieser Wiese aufhält. Einmal haben wir tatsächlich gar kein Hund getroffen. Die anderen Male mehrere. Beides hat sein für und wider. Für uns als optimal herausgestellt hat sich, zeitweise die Zeit mit anderen Hunden auf der Wiese verbringen zu können und noch eine Trainingseinheit einzulegen, ohne dass andere Hunde und ihre Besitzer anwesend sind.

Das Alleinsein klappt immer besser. Dies bekommen wir mit, da wir eine Kamera installiert haben die wir laufen lassen, während sie alleine zu Hause ist. Gibt irgendwie ein bisschen Sicherheit zu wissen, was zu Hause los ist. Inzwischen sind wir da schon viel entspannter geworden. Die ersten Male sie allein zu lassen war schon spannend.



Auf der eingezäunten Hundewiese

Leider war unser letzter Besuch auf der eingezäunten Hundewiese außerhalb unserer Stadt nicht besonders gut. Die ersten paar Minuten waren wir alleine, da war alles völlig in Ordnung für uns und unsere Hündin. Wieder sind wir mit dem Rollitaxi dorthin gefahren, weil der Ort echt schlecht erreichbar ist. Ist also kein ganz preiswerter Spaß für uns. Trotzdem finden wir es total wichtig das regelmäßig zu machen und ihr diese Möglichkeit anbieten zu können. Und bisher war es auch immer wirklich richtig super dort.

Nun war es also anders. Schade war das! Relativ zeitnah nachdem wir auf der Wiese eingetroffen waren, kam eine Frau mit einem großen Rüden an. Die beiden haben sich jetzt nicht super verstanden aber es war dennoch in Ordnung. Plötzlich kam ein weiterer Rüde dazu. Da kippte die Stimmung komplett. Der neu eingetroffene Hund mit seiner Besitzerin hat uns relativ schnell dazu veranlasst, die Wiese mit unserer Hündin zu verlassen. So ein Zusammentreffen mit diesen Hunden macht für uns keinen Sinn. Erscheint uns eher gefährlich, und wir möchten nicht das unsere kleine Hündin dort unter die Räder kommen. Gleichwohl wollen wir nicht, dass sie schlechte Erfahrungen macht. Natürlich ist das Spiel mit anderen Hunden wichtig und das soll sie auch haben. Aber bei diesen Hunden kann man nicht von einem Spiel reden, keiner Kommunikation. Der Hund der als letztes dazugekommen ist, hat die ganze Zeit geknurrt und laut geklafft. Die beiden Rüden sind sich auf üble Art und Weise hinterhergerannt. Dass es zu keinen Verletzungen kam erstaunte uns. Die beiden Besitzerinnen meinten, dass das doch schon sehr gut sei wie die Hunde miteinander klarkommen. Wenn das schon gut ist, will ich nicht wissen was schlecht ist! Natürlich liegt es nicht an den Hunden, sondern an den Menschen. Die beiden Menschen haben sich nicht sehr für ihre Hunde interessiert, haben nicht geschaut was sie machen. Das fiel uns auch noch auf, nachdem wir die Wiese verlassen hatten. Und zurück zum Taxi zu kommen, mussten wir in der Nähe der Wiese noch mal vorbei. Wir haben erfahren, dass die mit den Rüden sich immer unter der Woche um 14:00 Uhr dort treffen. Diese Zeit werden wir nun meiden. Es wurden noch weitere Hunde erwartet als wir gingen. 

Wir gingen dann mit der Hündin noch ein bisschen spazieren. Auf einer Wiese konnte sie an die Schleppleine laufen. Dafür hat man natürlich auch als Möglichkeit ohne so weit rausfahren zu müssen. Nun ja, wir werden es trotzdem wieder machen um ihr das freie Laufen zu ermöglichen. In der Hoffnung, dass es das nächste Mal besser läuft.



Die Zeit vergeht unglaublich schnell.

Unsere Hündin lebt jetzt seit zwei Monaten bei uns. Zwei Monate! Unglaublich, wie schnell diese Zeit vergangen ist. Der Alltag hat sich durch das Zusammenleben mit ihr geändert, wir sind vielmehr draußen als vorher. Das gute Wetter macht das Rausgehen einfacher. Wir freuen uns, dass der Frühling kommt. Endlich Frühling. Endlich die ersten Frühlingsblumen und die warme Sonne. Die Menschen, aus den Häusern gehen in die Parks. Dort ist alles plötzlich sehr voll. Wo diese Leute wohl den ganzen Winter über gewesen sind?

Trotzdem sollte es für den Naturschutz endlich mal regnen. Gestern ist unsere Hündin total staubig geworden, weil es so trocken ist. Sie lag hinter mir, machte es sich bequem. Gerne liegt sie hinterm Rolli. Wir fahren nicht mehr los, ohne uns um gekuckt zu haben wo der Hund gerade ist. Es wäre für uns der totale Horror, sie mit dem E Rolli zu erwischen. Das macht uns schon irgendwie Angst, dass das passieren könnte.

 

 

Die ganze Grundausstattung für die Hündin war natürlich auch nicht ganz preiswert. Für diesen Wunsch habe schon lange immer ein wenig Geld zur Seite gelegt. Und für unsere Kaninchen sowieso, zum Beispiel für die jährliche Impfung. Aber auch z.B. für Tierarztbesuch. Dann hat unsere Hündin noch eine Operationsversicherung die sie auf jeden Fall braucht man eine OP einen riesigen Berg an finanziellen Anforderungen mit sich bringen könnte. Dagegen wollen wir sie und auch uns absichern. Selbstverständlich bringt sie noch andere laufende Kosten mit sich, wie gesundes Hundefutter, Kauartikel, Spielzeug, erste Hilfeausstattung, eine Transportsicherung für Auto und Rollitaxi usw. Da kommt echt einiges zusammen. Am meisten Geld haben wir glaube ich für Geschirre ausgegeben. Die Hündin kam zu uns mit einem nicht passenden Brustgeschirr. Dieses wollten wir schnell auswechseln. Das war absolut die richtige Entscheidung. Dann bestellten wir ein Geschirr nach den Maßen, die wir beim Ausmessen von ihr ermittelt haben. Das Geschirr passte nicht wirklich, wurde also wieder zurückgeschickt. Ein weiteres wurde dann bestellt, dieses passte einigermaßen. Doch die Hündin akzeptierte das Geschirr echt schlecht. Bis zu dem Zeitpunkt war uns nicht klar, dass wir auf jeden Fall ein Sicherheitsgeschirr für unsere Hündin benötigen. Das hat sich erst einige Tage nach dem sie eingezogen ist herausgestellt. Also brauchen wir wieder ein anderes. Wir lasen Berichte im Internet, Festungen und auf was ist zu achten ist. Noch kurz zur Info, ein Sicherheitsgeschirr bei Kunden bedeutet, dass diesen dritten Riemen der Brust hat. Dadurch ist es Hunden kaum möglich, sich aus dem Geschirr herauszufinden. Denn genau diese Situation hatten wir. Dies ist ein viel zu großes Sicherheitsrisiko, weil unsere Hündin Angst hat und manchmal Panik bekommt. Sie kennt die Stadt nicht, alles ist hier neu in der Großstadt für sie. Das erste Sicherheitsgeschirr was wir gekauft haben hat die Hündin erst mal angeknabbert. Wir brauchen also noch mal was anderes. Da wir kein Geschirr in Konfektionsgrößen finden konnte das wirklich passt haben wir uns nun entschlossen, ein Geschirr anfertigen zu lassen nach ihren Maßen. Dieses ist noch nicht eingetroffen und wir hoffen wirklich, dass das jetzt endlich passt und richtig ist. Das ist bequem für sie ist, die notwendige Sicherheit bietet.

Was ich noch als Fehlkauf herausstellte war eine Hundepfeife. Diese empfahl die Hundetrainerin. Doch unsere Hündin hat davor total Angst, sodass das nichts ist was wir verwenden können. Plus, eine benutzte Pfeife natürlich nicht zurückschicken. Die war wirklich teuer.

Versteht uns nicht falsch, wir kriegen das alles hin. Gar keine Frage. Und trotzdem müssen wir uns ein bisschen umstrukturieren was ja völlig okay ist und es allemal wert ist auch unsere wundervolle  Hündin bei uns zu haben.



Vokabelliste für unsere Hündin

Wir haben uns entschieden, eine Liste zu erstellen mit allen Begriffen, die wir für unsere Hündin verwenden. Manche der Begriffe hat sie mitgebracht, andere haben wir hier neu aufgebaut. Und da kommen auch sicher im Laufe der Zeit noch mehr dazu. Insgesamt befinden sich noch einige Begriffe im Aufbau. Aber wir haben auch schon einige etablieren können. Momentan suchen wir nach einem passenden Begriff, den wir verwenden können, wenn die Hündin aus dem Weg gehen soll. In den Systemen gibt es dafür interessante Ideen. Ein kleiner Junge aus unserem System meint, „tut tut“ wäre doch sehr passend. 😉

Außerdem hat das Kuscheltier von ihr inzwischen einen Namen. Der Koalabär heißt jetzt Otto. Also wieder ein Begriff für unsere Hündin. Aus unserem System wollte Jemand die sehr weit innen im System wohnt das Tier unbedingt „Pinguin“ nennen. Weil Pinguin für sie ein sehr wichtiges Tier ist und das eine tiefere Bedeutung für diese Jugendliche hat. Die Schmetterlinge waren nicht so glücklich mit dem Namen. Also haben wir nach was anderem gesucht. Das ist bei zwei multiplen Systemen nicht ganz einfach. Letztendlich hat sich ein kleiner Junge durchgesetzt mit dem Namen Otto. Zum einen, weil es ein männlicher Name ist und der Hund ja weiblich ist. Zum anderen, weil der Name kurz und verständlich ist. Beide Systeme sind mit der Wahl des neuen Namens einverstanden.

Ein wichtiges Signal ist natürlich der Rückruf. Da die Hündin früher in einem Rudel von Hunden gelebt hat ist sie es gewöhnt, dass man zu dem Wort „hier“ auch ihren Rufnamen sagt. Das haben wir nicht so beibehalten. Der Rückruf klappt immer besser. Da hat sich schon einiges im Positiven getan. Zu den Hörzeichen, also dem Wort wie zum Beispiel „hier“ kommt ein Sicht Zeichen hinzu. Ähnlich einer Gebärde.

Grundvokabeln wie beispielsweise Sitz, bleib, und prima für ein Lob sind Bestandteile unseres Lebens geworden. Auch ein Wort um die Situation aufzulösen begleitet uns im Alltag. Da sind wir noch am üben, dass sie auch so lange beispielsweise im „Sitz“ bleibt. Ein weiteres für uns sehr wichtiges Wort ist Nein. Sie auf ihre Decke schicken klappt immer besser. Ist aber noch nicht perfekt. Dass sie innerhalb der Wohnung dorthin kommt, wo man sie hin ruft war am Anfang eher ein Glücksspiel. Das ist inzwischen gut etabliert und funktioniert zumindest meistens. Auch da üben wir natürlich weiter. Dann verändern wir auch die Umgebung, in der wir die Dinge üben. Draußen auf einer Wiese oder der eingezäunten Hundewiese ist die Situation natürlich noch mal eine andere. Aber auch da klappen unsere Trainingseinheiten immer besser und zeigen deutlichen Erfolg. Dann haben wir auch Vokabeln eingeführt, wo sie sich zum Beispiel im Aufzug hinsetzen soll wenn wir mit dem Aufzug das Wohnhaus verlassen. Da der Aufzug hier im Hause nicht ganz so groß ist, ist die richtige Aufteilung von Menschen und Hund hier wirklich wichtig. Selbstverständlich gibt es noch mehr Vokabeln in unserem Alltag mit ihr.

Was bis jetzt nicht wirklich klappt, ist die Position „Platz“. Da haben die Schmetterlinge angefangen mit ihr zu üben, da wir sie unten auf dem Boden nicht belohnen können. Von daher ist es eine Vokabel, die erst mal die Schmetterlinge etablieren sollen. Zu einem späteren Zeitpunkt können wir da sicher auch einsteigen. Aber jetzt um damit zu beginnen ist das für uns nicht möglich. Da ist es gut, dass wir uns ergänzen können.



Hundetrainingstagebuch

Wir habe beschlossen eine Art Tagebuch anzulegen für unser Hundetraining mit unserer wundervollen Hündin. Ihre Angst ist unsere größte Baustelle. In dem Tagebuch notieren wir einfach wichtige Dinge, Meilensteine die wir erreicht haben. Aber auch Rückschritte, Dinge wo wir erarbeiten müssen. Außerdem notieren wir ein paar Dinge, die wir beim nächsten Hundetraining klären möchten. Unsere Trainingsaufgaben, also quasi die Hausaufgaben vom Hundetraining auch. Sie bringt uns viel Freude in unser Leben, zweieinhalb Monate ist sie nun hier. Unglaublich, wie diese Zeit vergangen ist. Für unser Gefühl hat sich in der Zeit wirklich viel getan. Wir haben eine tolle Bindung zu ihr aufgebaut, beide Systeme. Und auch Kleine aus den Systemen üben mit der Hündin, freuen sich, mit ihr zu spielen und zu kuscheln. Ich bin jemand, die gerne Listen schreibt, Dinge strukturiert, gliedert und am besten abhaken kann. Mir gibt sowas Sicherheit und es fühlt sich gut an. Und es macht unserem System Freude, das Tagebuch zu schreiben. Denn zu einem späteren Zeitpunkt kann man, wenn man möchte, es noch mal zur Hand nehmen und schauen, wie die Zeit vergangen ist. Was uns am Anfang bewegt und beschäftigt hat und immer noch tut. Wir werden sehen.

Gerade üben wir mit ihr, dass Signal „bleib“ zu verlängern. Das Signal „steh“ haben wir gestern eingeführt. „Platz“ klappt inzwischen ganz gut. Und das apportieren des Futterbeutels auch. Das ist ein total großer Erfolg für uns und wunderschön. Inzwischen klappt das auch unter Ablenkung auf einer Wiese. Sie läuft immer besser am Rolli was uns ganz doll freut. Vor uns liegt noch viel Arbeit, aber das ist gut und richtig so für uns. Der Alltag mit unserer Hündin hat sich einfach verändert, ist reicher geworden. Bunter und vielfältiger. Draußen sind wir jetzt auf jeden Fall mehr. Wir werden immer mal wieder das Trainingstagebuch zur Hand nehmen, zurückschauen und überlegen. Unser Eindruck ist, dass das eine sinnvolle Sache ist.



Hundetagebuch

Die Zeit vergeht so unglaublich schnell. In unserem Gefühl rennt die Zeit, unsere Hündin ist jetzt schon mehr als drei Monate bei uns. Für uns hat mit ihr ein neues Leben begonnen, ein anderes, bunteres und für uns einzigartiges Leben mit Hund. Die Prioritäten verschieben sich, sie ist immer in der Planung mit dabei. Es geht ja auch nicht anders.

Auch an das Leben mit Assistenz hat sie sich immer mehr gewöhnt. Ist offener geworden, sowohl Besuchern als auch den Leuten gegenüber die wir benötigen um unser Leben am Laufen zu halten. Auch der Physiotherapeut ist inzwischen akzeptiert, mit dem hatte sie am Beginn etwas Probleme. Es ist schön zu sehen, dass sich was tut. Sich etwas Positives tut.

Unser Hundetraining hilft uns allen zusammen weiter. Inzwischen ist es auch möglich, dass Kinder aus den Systemen mit unserer Hündin draußen unterwegs sind beispielsweise an der Schleppleine. Das ist richtig toll. Insbesondere vier kleine Mädchen sind total stolz darauf. Ein anderes Mädchen liebt es sie zu bürsten, sagt es wäre als würde man ein Pferd striegeln. Und in der Tat, die Büste sieht etwas aus wie ein Striegel.



Einblicke in unser Leben mit Hund

Nachdem die ersten Hundetraining Stunden immer zu Hause stattgefunden haben, sind wir nun auch mit der Hundetrainerin unterwegs. Wir haben ein gutes Gefühl mit ihr, und sind froh, Unterstützung und Begleitung auf unserem Weg mit unserer Hündin zu bekommen. Wir haben gelernt, mehr Ruhe in den Alltag zu zubringen. Das tut uns allen gut. Für viele Dinge haben wir Gewohnheiten entwickelt, beispielsweise wie sie in den Freilauf starten darf. Unsere Hündin hat gelernt abzuwarten, an der Frustrationstoleranz wurde auch geübt. Zur eingezäunten Hundewiese fahren wir nach wie vor. Nicht mehr so oft wie am Anfang, da sie jetzt ja auch auf anderen Wiesen freilaufen kann. Doch dort trifft man auf jeden Fall andere Hundebesitzer deren Interesse es ist, dass der eigene Hund Kontakt zu anderen Hunden hat. Dass ist unterwegs auf anderen Wiesen und in Parks nicht immer gegeben. Unsere Hündin reagiert unterschiedlich auf andere Hunde. Insbesondere Hunde ihrer eigenen Rasse findet sie super spannend. Das ist echt interessant. Woran sie wohl erkennt, dass der andere Hund auch ein Australien Shepherd ist? Manchmal ist sie zunächst zurückhaltend. Dann aber doch häufig interessiert.

An unserem Elektrorollstuhl üben wir im Moment das „Einparken“. Über ein Suchspiel lenken wir sie in die richtige Richtung sodass sie vorne bei uns an der Fußstütze auf unserer rechten Seite „zum Stehen“ kommt. Zunächst haben wir das geübt, ohne dass sie ihr Geschirr anhatte. Inzwischen üben wir es, damit es uns möglich ist sie vom Rolli aus bequem anleinen zu können. Das klappt immer besser.



Unsere Hündin war krank

Vor ein paar Tagen war unsere Hündin gegen 0:00 Uhr plötzlich total unruhig. Also fuhren wir mit unserem Rolli zu ihr um zu schauen was los ist. Der Raum stank, sie hatte starke Blähungen. Die Schmetterlinge gingen mit ihr raus. Ergebnis: Durchfall! In dieser Nacht haben wir so gut wie überhaupt nicht geschlafen, am Vormittag dann endlich mal eineinhalb Stunden. Es tut uns so leid, dass es ihr schlecht geht. Man sieht, dass sie Schmerzen hat. Sie hat Durchfall und erbricht sich. Also kontaktierten wir unsere Tierärztin. Der Kot wird nun untersucht, um herauszufinden, was los sein könnte. Ansonsten Schonkost und langsam machen. Das haben wir natürlich so gemacht und es ging ihr langsam besser. Darüber waren wir unglaublich erleichtert. Doch dann kam ein Rückschlag, es ging ihr wieder schlechter. Wieder viel Durchfall und Erbrechen, sie ist schlapp. Also Tierärztin kontaktiert. Hoffentlich ist das Ergebnis der Untersuchung schnell dar. Damit wir einfach wissen was ihr diese Probleme macht.

Daraufhin haben wir dann umstrukturiert und ungeplant. Dinge abgesagt, die einfach mit krankem Hund derzeit nicht gehen. An einem Tag waren wir Sonnenblumen mit einer Assistentin in der Therme. Dass fühlte sich seltsam an, da es unserer Hündin immer noch nicht richtig gut ging. Selbstverständlich ist sie bei den Schmetterlingen in sehr guten Händen gewesen und so konnten wir es trotz ihrer Erkrankung wagen, einen Tag Auszeit zu nehmen. Abends waren wir froh, wieder zu Hause zu sein. Als erstes gingen wir gemeinsam mit den Schmetterlingen mit unserer Hündin raus als wir nach Hause kamen. Nun heißt es also abwarten auf das Ergebnis. Wir hoffen sehr, dass nichts Schlimmes dahintersteckt. Die vergangenen Tage mit krankem Hund waren schon anstrengender, als normalerweise. Insbesondere auch das wenige schlafen steckt einem in den Knochen. Wir hoffen sehr, dass sich das alles schnell wieder gibt.

Letztendlich hatte sie zum Glück nur einen Magen-Darminfekt, der sie jedoch ganz schön schlauchte.