Blog 2019

14.1.

Zum Glück wissen die meisten Menschen nichts von dieser grausamen und machtmissbrauchenden Wirklichkeit in der wir lebten und leben. Selbst Personen, die mir sonst nahestanden und mit denen wir schon viele schwere Wege gemeinsam gegangen sind reagieren für uns manchmal unverständlich. Das tut wirklich weh!

„Ich würde dieses oder jenes an deiner Stelle tun…“ ach wirklich? Wir haben keine Wahl. Werden gezwungen, ohne dass es eine alternative Handlungsweise gäbe. Willkür und Verachtung in Handlungsweisen zu erkennen fällt den meisten Menschen auf den ersten Blick gar nicht so leicht. Schon gar nicht, wenn diese von sogenannten Obrigkeiten ausgeübt werden. Unmenschliche Behandlung und daraus resultierendes Leid können zu erneuten Traumatisierungen führen. Auch Schlafstörungen mit Albträumen, Panikattacken sowie Angst können Folgen sein. Extreme Lebenssituationen in den verschiedensten Bereichen können solche Traumatisierungen zur Folge haben. Kommt es nun bei einem Menschen, der ohnehin schon traumatisiert ist zu einer erneuten Traumatisierung ist häufig von Retraumatisierung die Rede. Traumata verändern die Menschen, bei dem einen vielleicht weniger offensichtlich als bei einem anderen. Wenn das eigene Lebenskonstrukt plötzlich massiv ins Wanken gerät ist nichts mehr wie es einmal war. Das ist nicht nur für den betroffenen Menschen so. Sondern auch für all jene erlebbar, die ihm nahestehen. Die Weltanschauung kann sich massiv verändern. In unterschiedlichste Richtungen. Wenn man der Willkür nicht ausweichen kann und dieser schonungslos ausgeliefert ist ändert sich alles. Der Glaube an Gerechtigkeit, ist bei uns schon lange verloren gegangen. Immer wieder eine erniedrigende Behandlung, in der der Überlegenere seine Macht mit allen Mitteln durchsetzt. Dabei wird bewusst dafür gesorgt, dass das Opfer Angst hat und seine Unterlegenheit deutlich zu spüren bekommt. Mit dem Ziel, den körperlichen und seelische Wiiderstand oder auch den moralischen Widerstand zu brechen. Das Resultat, eine Katastrophe.

 

6.1.

Rollstuhl Bullshit Bingo:

Dieses "Rollstuhlfahrer Bullshit Bingo" stammt von Laura Gehlhaar, sie ist eine rollstuhlfahrende Bloggerin. http://www.schleckysilberstein.com/wp-content/uploads/2014/03/rolli.jpg?x23608

Hier ein paar Aussagen daraus und was wir als Rollifahrerin dazu denken.

„Soll ich mal schieben? Ich hab mal Zivi gemacht.“ Diese erste Frage finde ich ganz in Ordnung, insbesondere möchte ich hier betonen das Fragen ob Hilfe benötigt wird immer der erste Schritt sein sollte, bevor man einen Menschen im Rollstuhl zum Beispiel einfach schiebt. Der Zusatz: mal Zivildienstleistender gewesen zu sein kann man sich an dem Punkt gerne sparen.

"Ich saß auch mal drei Wochen im Rollstuhl. Ich weiß genau wie das ist." Ach wirklich? Wenn man alle Erfahrungen des Alltags mit Rollstuhl in so kurzer Zeit erleben würde und dann noch die Vollständigkeit betont ist ein echter Witz. Klar, du Überblicks das alles.

„Oh, sie Arme. Sie sitzen ja in einem Rollstuhl.“ Ich weiß schon, dass ich auf den Rollstuhl angewiesen bin. Das brauchen wir wohl niemand zu erzählen.Ach wirklich? Habe ich noch gar nicht mitbekommen. Ironie off.

"Sie müssen es positiv sehen: Sie haben immer einen Sitzplatz." Ja, den habe ich wohl immer dabei. Was jetzt daran positiv ist, ist die Frage. Lieber wär's mir auch einen Stehplatz nehmen zu können.

„Naja, sind wir nicht alle ein bisschen behindert?“ Tja dazu kann man wohl nicht viel sagen. Warum besitze ich dann eine Karte, auf der Schwerbehindertenausweiß drauf steht? Nein, wir sind nicht alle behindert.

„Ist das deine Betreuerin?“Nein! Warum sollte ich eine Betreuerin haben? Mein Kopf ist klar, sowie der jedes anderen erwachsenen Menschen auch. Wenn ich unterwegs bin trifft man mich meistens entweder mit Freunden oder Assistentinnen an. Dies alles hat aber nichts mit Betreuung zu tun! Eine solche Frage würde Menschen ohne offensichtliche Behinderung vermutlich nicht gestellt werden. Denn wenn sie sich mit Freunden oder Bekannten treffen, fragt wohl kaum einer ob der andere zur Betreuung dabei ist. Bitte sprecht mit mir und nicht über mich mit der Begleitperson!

 

2.1.

Was mir im Kopf rumgeistert oder warum ich nicht sagen kann was ich sagen möchte.

Ein riesen große, dunkle schwarze Wolke schwebt über mir. Manchmal schaffe ich's, nicht dran zu denken. Dann wieder werde ich die Gedanken einfach nicht los. Jaja, ich weiß schon Imagination wie zum Beispiel der sichere Ort oder Entspannungsübungen…. Aber das alles hilft nur begrenzt. Sehr begrenzt. Mein Kopf fühlt sich unglaublich voll an. Wie viel da wohl reinpasst? Im Moment eine ganze Reihe Probleme. Die riesig große, dazu noch einige Alltagsdinge. Wie schaffen, dass der Kopf nicht platzt? Dass sich die Gefühle aushalte und nicht darunter leiden muss. Das Gefühl ist in manchen Momenten übermächtig. Und einfach die Angst, die Angst von dem was sein wird. Wie es weitergehen wird, die Angst vor und wegen der Zukunft. Versuchen einen Alltag auf die Reihe zu bekommen. Klappt mal besser mal schlechter. Doch am schwierigsten sind die Gefühle. Ob fühlen überhaupt so erstrebenswert ist? Für mich im Moment nicht. Zumindest in einigen Bereichen nicht. Ich würde so gern alles ändern. Doch es gibt nichts, was ich was wir ändern könnten. Er steht nicht in unserer Macht. Wir können nichts tun, außer da sein. Vielleicht mag das so manch einem viel vorkommen, doch ich habe immer das Gefühl zu wenig zu tun. Denn ändern, ist nicht möglich. So viele Jahre haben wir gelernt in den verschiedensten Therapien Situation zu ändern, die nicht gut für uns sind. Und jetzt? Jetzt wissen wir das alles zwar, aber es hilft uns in der aktuellen Situation absolut nicht weiter. Das ist hart!

 

1.1.2019

Wunderkerze, Silvester 2018

Das Jahr 2018 ist zu Ende. Mal sehen, was euch da draußen und uns so bringen wird. Wir wünschen euch die ihr unsere Homepage lest ganz viel Gesundheit, Glück, Zufriedenheit, Frohsinn und Erfolg in diesem Jahr.

Zum allerersten Mal haben wir dieses Jahr Wunderkerzen gekauft. Nach anfänglicher Skepsis in beiden Systemen haben sich dann doch einige von den Schmetterlingen und uns getraut. Es war wunderschön.